Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten

, Volume 112, Issue 4, pp 623–645 | Cite as

Bakteriologische Untersuchungen an Leichenlungen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für das Pneumonieproblem

  • M. Gundel
  • H. Linden
Article

Zusammenfassung

362 Lungen Verstorbener, die wegen der verschiedensten Krankheiten ad exitum gekommen waren, wurden auf das Vorkommen aller aerob wachsender, durch Kultur und Tierversuch an der weißen Maus nachweisbarer Keime untersucht. Es handelt sich neben den Pneumokokken insbesonderer um hämolytische Streptokokken, Influenza- und Friedländer-Bacillen, deren häufiges Vorkommen eine vom Pneumonieproblem zum Teil unabhängige Besprechung notwendig machte.

Eine einwandfreie bakteriologische Untersuchung der Lungen und eine ausreichende Diagnose ist nur durch die Heranziehung des Kulturverfahrensund des Tierversuchs möglich.

Wenn von dem zahlreichen Vorkommen hämolysierender Streptokokken abgesehen wird, liegt eine relativ beträchtliche Häufigkeit der Pneumokokken, selbst in pathologisch-anatomisch unverändert erscheinenden Lungen vor. Die Gruppe IV der Pneumokokken überragt bei weitem. Die fixen Typen treten völlig zurück. Wiederholt wird auf das Vorkommen von Mundstreptokokken und pneumokokkenähnlichen Keimen hingewiesen, deren Anwesenheit — zusammen mit der beherrschenden Rolle der IV-Pneumokokken — den Infektionsweg bei diesen „saprophytischen” Keimen eindeutig aufweist. Gerade unsere Lungenbefunde sind geeignet, die Berechtigung einer unterschiedlichen Beurteilung der verschiedenen Pneumonieformen in epidemiologischer und pathogenetischer Hinsicht zu unterstreichen, sie sind geeignet, für die Richtigkeit der Annahme einer Autoinfektion bei den Herdpneumonien, einer Infektion von außen bei den lobären Pneumonien zu sprechen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1931

Authors and Affiliations

  • M. Gundel
    • 1
  • H. Linden
    • 1
  1. 1.Hygienischen Institut der Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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