Advertisement

Der Einfluß des Sauerstoffgehaltes auf den biochemischen Sauerstoffbedarf und auf die natürliche Selbstreinigung des Wassers sowie auf die Wirkungsweise des Belebtschlamms

  • Karl Viehl
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Bei der Bestimmung des BSB in den üblichen Sauerstofflaschen treten infolge von Diffusionsvorgängen Sauerstoffverluste auf. Diese lagen bei den vorgenommenen Blindversuchen zwischen 0,05 und 0,86 mg/l, wobei der Sauerstoffgehalt 5,34–38,35 mg/l betrug.

     
  2. 2.

    Es wurden Bestimmungen des BSB bei verschiedenem Sauerstoffgehalt (2–40 mg/l) durchgeführt. Die Zehrungsgeschwindigkeit war bei 12,8–14,9 mg/l am größten. Bei 3 mg/l war demgegenüber der BSB nach Abzug des Blindwertes um 15% niedriger, bei 40 mg/l betrug die Verzögerung etwa 30%. Da der Blindwert mit steigendem Sauerstoffgehalt stark zunimmt, sind die Unterschiede gegenüber dem Höchstwert unterhalb der atmosphärischen Sättigung bei den unkorrigierten Werten größer als nach Abzug des Blindwertes, oberhalb der atmosphärischen Sättigung ist das Verhältnis umgekehrt.

     
  3. 3.

    Die hier gemachten Feststellungen über die Abhängigkeit der Zehrungsgeschwindigkeit vom Sauerstoffgehalt stehen im Einklang mit den im Schrifttum enthaltenen Angaben über die Entwicklungsintensität aerober Bakterien bei verschiedenem Sauerstoffgehalt.

     
  4. 4.

    Da Oberflächenwässer in der kalten Jahreszeit im allgemeinen wesentlich mehr Sauerstoff enthalten als in der warmen, wird dadurch der verzögernde Einfluß, den die niedrige Temperatur auf den Selbstreinigungsvorgang ausübt, abgeschwächt.

     
  5. 5.

    Die künstliche biologische Abwasserreinigung scheint etwas weniger vom Sauerstoffgehalt des Wassers abhängig zu sein als die Selbstreinigung. Nach Untersuchungen, die darüber durchgeführt wurden, ist bei der Schlammbelebung ein Sauerstoffgehalt von 1,5 mg/l im Belüftungsbecken als ausreichend anzusehen. Durch Anwendung höherer Sauerstoffkonzentrationen wird der Abbau der organischen Substanz nur unwesentlich beschleunigt; jedoch nimmt die Nitrifikationsgeschwindigkeit, die bei 1,5 mg/l Sauerstoff ganz gering war, stark zu.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Schrifttum

  1. Alsterberg, G.: Biochem. Z.159, 36–37 (1925).Google Scholar
  2. Baker: InMartin: The activated sludge process. London 1927. Zit. nachF. Sierp: Techn. Gemeindebl.34, 261 (1931).Google Scholar
  3. Burtle J. andA. M. Buswell: Sew. Works J.7, 839–851 (1935).Google Scholar
  4. Herb, O.: Arch. f. Hyg.100, 112–120 (1928).Google Scholar
  5. Heukelekian, H.: Sew. Works J.8, 415–421 (1936).Google Scholar
  6. Hicks, R. andPelham Box: Sew. Purif.1, 271–278 (1939).Google Scholar
  7. Kessler, L. H. andM. St. Nichols: Sew. Works J.7, 810–838 (1935).Google Scholar
  8. Matsubara, T.: Mitt. med. Akad. Kioto23, 193–210 (1938).Google Scholar
  9. Meyer, A.: Zbl. Bakter. I Orig.49, 306 (1909).Google Scholar
  10. Meyerhof, O. u.D. Burk: Z. physik. Chem. A139, 130 (1928).Google Scholar
  11. Mohlmann, F. W., Edwards andSwope: J. ind. a engin. Chem.19, 242 (1928).Google Scholar
  12. Pomeroy, R.: Sew. Works J.10, 465–472 (1938).Google Scholar
  13. Porodko: Jb. Bot.41, 1 (1905). Zit. nachRodenkirchen: Milchwirtsch. Forschgn, Orig.18, 254–264 (1937).Google Scholar
  14. Rudolfs, W. andH. Heukelekian: Sew. Works J.10, 472–478 (1938).Google Scholar
  15. Sierp, F. u.F. Fränsemeier: Techn. Gemeindebl.34, H. 17 f. (1931).Google Scholar
  16. Viehl, K.: Zbl. Bakter. II86, 34–43 (1932); II91, 14–39 (1934a).Google Scholar
  17. : Chem.-Ztg58, 1041 (1934b).Google Scholar
  18. : Gesdh.ing.58, 555–558 (1935).Google Scholar
  19. : Z. Hyg.119, 383–412 (1937a);122, 81–102 (1939).Google Scholar
  20. : Vom Wasser12, 246–259 (1937b).Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1940

Authors and Affiliations

  • Karl Viehl
    • 1
  1. 1.Laboratorium der Stadtentwässerung in LeipzigLeipzigDeutschland

Personalised recommendations