Untersuchungen über das Virus der Hühnerpest

VIII. Mitteilung. Entwicklungsgang der Septicämie des infizierten Huhnes
  • R. Doerr
  • S. Seidenberg
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Beim intramuskulär infizierten Huhn läßt sich das Virus (nach Ablauf einer kurzen Latenzperiode von weniger als 6 Stunden)zuerst an den Erythrocyten des strömenden Blutes nachweisen. Das Zentralnervensystem kann zu dieser Zeit noch virusfrei sein. Die Septikämie ist also als der primäre, die Besiedelung des Gehirns als der sekundäre Vorgang zu betrachten.

     
  2. 2.

    Das Blutplasma (Blutserum) erweist sich in der Regel noch 6, ja 10–12 Stunden nach der intramuskulären Impfung als avirulent, obwohl die gewaschenen Erythrocyten nach Ablauf dieser Fristen schon infektiös sind, nach Verstreichen der längeren Termine sogar in relativ geringen Mengen. Die Virusvermehrung findet somit an den Blutkörperchen statt.

     
  3. 3.

    Das ins Gehirn sekundär eingedrungene oder durch eine intracerebrale Infektion direkt eingeimpfte Virus vermehrt sich daselbst mit großer Geschwindigkeit.

     
  4. 4.

    Durch Reduktion der Impfdosis läßt sich beim Huhne keine wesentliche Verlängerung des Infektionsablaufes erzielen, wenn das virushaltige Substrat den späteren Stadien eines Infektionsprozesses entstammt. Dagegen ist dies zuweilen möglich, wenn das virushaltige Material in den initialen Phasen entnommen wird. Auf analoge Beobachtungen vonDoerr undR. Pick sowie vonE. Lagrange wird hingewiesen.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1932

Authors and Affiliations

  • R. Doerr
    • 1
  • S. Seidenberg
    • 1
  1. 1.Hygienischen Institut der Universität BaselBaselDeutschland

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