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Zur Frage der biologischen Bekämpfung pathogener Darmbakterien durch apathogene

  • Heinrich Prell
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References

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    Diese Versuche waren im Herbst 1916 zur Nachprüfung des Nissleschen Verfahrens im Bakteriologischen Laboratorium des Kaiserlichen Militärgenesungs heimes und Seuchenlazarettes Spa (Belgien) in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Hermel Vorstand des Laboratoriums, angestellt worden.Google Scholar
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    In je 0·00005 ccm einer 24 stündigen Bouillonkultur fand er bei einem Stamme vom antagonistischen Index 100∶10 die Keimzahl 290, bei einem vom Index 100∶1500 nur 99 Keime; das entspricht einem Keimzahlverhältnis von rund 1∶3 bei einem Indexverhätnis von 1:150.Google Scholar
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    Diesbezügliche Versuche über das Verhalten verschiedener Stämme verschiedenartiger pathogener Keime gegenüber bestimmten Colistämmen ergaben zunächst nur das Vorhandensein einer außerordentlich verschiedenen antagonistischen Widerstandsfähigkeit mancher der verwendeten pathogenen Keime gegenüber dem B. coli, ohne jedoch bisher zu einer definitiven Entscheidung über diese Frage geführt zu haben.Google Scholar
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  10. 10.
    Weitere Probleme ergeben sich dann, wenn man die Tatsache mit in Rechnung stellt, daß cs ja nicht nur die Colibakterien sind, von denen der Ausfall des Vedrängungsversuchs bestimmt wird, sondern in ganz gleicher Weise auch die beteiligten pathogenen Bakterien, und daß auch die Wandelbarkeit nicht auf das B. coli beschränkt ist, sondern sich in ähnlicher Weise auch bei den pathogenen Keimen einstellen kann. Die Umwelt, in welcher im Darme die Colibakterien leben, scheint bei verschiedenen Personen individuell verschieden zu sein. Sie kann so verschieden auf die Coli einwirken, daß ein Colistamm, welcher bei der einen Person in irgendeiner Richtung, etwa obstipationslösend, überaus wirksam ist, bei einer anderen diese Fähigkeit allmählich verliert, wie er sie auch unter ungünstigen Lebensbedingungen im Reagenzglase verliert. Wenn ähnliches auch für pathogene Bakterien gilt, so wäre damit zu rechnen, daß es virulenzsteigernde und virulenzschwächende Personen gibt, daß also bei einer ursprünglich einheitlichen Epidemie doch etwa bei späteren Einzelfällen verschieden virulente Bakterienstämme isoliert werden und die Fälle selbst verschieden schwersein sein können, je nachdem die Infektion bei denselben von der einen oder von der anderen der früher erkrankten Personen ausging. Für die Epidemien als solche wäre das von geringerer Bedeutung, wohl aber kann es eine erhebliche Rolle bei den Personen speilen, bei denen sich die pathogenen Keime an prädisponierten Stellen, wie in entzündlichen Epithelveränderungen, die von der gleichen oder einer anderen Bakterienart verursacht sind, dauernd ansiedeln. Bei solchen “Bazillenträgern” wären naturgemäß die Bakterien ganz besonders dem Einfluß der Umwelt ausgesetzt; die von den Bazillenträgern verursachten Epidemien würden also verschieden schwer ausfallen können. Weiterhin wäre es auch möglich, daß die pathogenen Keime im Körper sie abschwächender Personen ihre äußeren Kennzeichen, fermentatives und serologisches Verhalten, verändern, so daß sie schwer nachweisbar werden und vielleicht auch an Virulenz erheblich verlieren. Die zufällige Übertragung eines solchen abgeschwächten Krankheitserregers auf eine virulenzsteigernde Person würde ihm dann unter Umständen seine alte Virulenz wieder erteilen können. Oder eine Virulenzsteigerung im Organismus des Bazillenträgers selbst unter dem Einfluß irgendwelcher äußerer, die Umwelt des pathogenen Keimes verändernder Faktoren — analog der Coliwandlung bei nicht bakteriellen Darmstörungen — würde dann imstande sein, den lange unschädlich gewesenen und vielleicht sogar unerkannt gebliebenen Bazillenträger ganz plötzlich wieder zum Ausgangspunkte neuer Erkrankungsfälle zu machen.Google Scholar

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© Verlag von Veit & Comp. 1919

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  • Heinrich Prell

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