Fortschritte der Kieferorthopädie

, Volume 17, Issue 3, pp 186–196 | Cite as

Der Deckbiß (Steilbiß) im Fernröntgenbild

  • A. M. Schwarz
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Der Achsenwinkel der oberen Einser (an der Spinaebene von vorn gemessen), gibt die Stärke des Steilbisses in 3 Graden an: Geringgradig von 75–80o, mittelgradig von 80–90o, hochgradig über 90o.

     
  2. 2.

    Der Achsenwinkel der oberen Vierer (durchschnittlich 90±5o) zeigt bei vollzähliger Seitenzahnreihe die Ausdehnung des Steilbisses an: Bei über 95o beteiligen sich auch die Seitenzähne am Steilbiß, bei kleinerem Winkel beschränkt sich der Steilbiß auf die obere Front; dieser bloß „örtliche” Steilbiß ist weitaus häufiger.

     
  3. 3.

    Die Stellung der unteren Frontzähne ist nicht abhängig vom Steilstand der oberen. Bei Rückbiß stehen die unteren Schneidezähne häufiger richtig oder sogar vorgeneigt.

     
  4. 4.

    Der cher kleinere Grundebenen- und Goniowinkel, das günstige Verhältnis der Molarenhöhe gegenüber der Front, der oft längere aufsteigende Ast und der oft betonte knöcherne Kinnvorsprung sprechen für ein besonders kräftigentwickeltes Kiefergerüst.

     
  5. 5.

    Das Gesichtsprofil des Deckbißträgers wird durch eine meist überdurchschnittlich dicke subnasale Weichteilauflage (besonders kräftige Lippenmuskulatur) mitbestimmt.

     
  6. 6.

    Das Kieferdrittel der Gesichtshöhe ist gegenüber dem Nasendrittel trotz dem meist hochgradigen tiefen Biß nicht verkürzt.

     
  7. 7.

    Eine Hochwölbung des Naseneinganges als Ausdruck für eine besonders kräftige Entwicklung des Oberkieferfrontteiles findet sich nur in einer geringen Zahl der Fälle.

     
  8. 8.

    Die Röntgenbilder zeigen keine Verdichtung der Knochenschatten im Frontbereich des Oberliefers im Sinne eines sklerotischen Knochengefüges.

     

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Schrifttum

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Copyright information

© Johann Ambrosius Barth 1956

Authors and Affiliations

  • A. M. Schwarz
    • 1
  1. 1.Wien IX

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