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Beitrag zur Kenntnis der chronischen interstitiellen Lungenfibrose (Hamman-Rich)

Article

Zusammenfassung

Das anatomische Bild der diffuse interstitiellen Lungenfibrose (Hamman undRich 1935) ist identisch mit der vonRindfleisch 1897 beschriebenen cystischen Lungencirrhose und der Lymphangitis reticularis pulmonumHansemann.

Bericht über einen 4 Jahre lang klinisch-röntgenologisch kontrollierten und schließlich autoptisch untersuchten Krankheitsfall einer jungen Frau, die 10 Jahre vor Beginn der Krankheitserscheinungen eine leichte Pneumonie durchgemacht hatte.

Röntgenbild, schwache Tuberkulin-Hautreaktion, Hyperproteinämie, Hyperglobulinämie, Hypercalcämie und Remission der Krankheitserscheinungen während einer Schwangerschaft legten die klinische Diagnose eines pulmonalen Morbus Boeck nahe. Cortisonbehandlung führte nur zu einer subjektiven Besserung und konnte den Tod an Herzinsuffizienz nicht verhindern.

Da neben dem autoptischen Befund einer diffusen interstitiellen Lungenfibrose sich keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Boeckschen Krankheite ergaben, muß man daran zweifeln, daß Hyperproteinämie und Hypercalcämie als Gestaltungsfaktoren der sarkoiden Gewebsreaktion in Frage kommen.

Das Vorherrschen einer perivasculären und peribronchialen Fibrose im anatomischen Bild bei nur wenig ausgedehnter interalveolärer Fibrose mit Auftreten hyaliner Membranen in den Alveolen spricht für die Auffassung, daß bei den ausgesprochen chronisch verlaufenden Fällen diffuser Lungenfibrose der Prozeß mit der Bezeichnung als chronische interstitielle Pneumonie oder fibrosierende interstitielle Pneumonitis nicht ausreichend gekennzeichnet ist. Es ist anzunehmen, daß bei dieser Verlaufsform der Prozeß zwar von einer initialen, größtenteils reversiblen interstitiellen Pneumonie seinen Ausgang nimmt, dann aber in eine progressive perilymphangitische Fibrose vom Typus der Lymphangitis reticularis Hansemann übergeht.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1957

Authors and Affiliations

  • H. Wurm
    • 1
  1. 1.Pathologischen Institut der Städt. Krankenanstalten WiesbadenWiesbaden

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