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Erfahrungen mit der Resistenzbestimmung bei der Tuberkulose

  • P. Hofmann
  • L. Nickel
Article

Zusammenfassung

Mit einer Versuchsanordnung, die sich uns gut bewährt hat, führten wir 6486 Resistenzbestimmungen bei 754 Patienten aus, die mit Streptomycin, PAS, Neoteben und Conteben behandelt wurden. Eine Resistenz halten wir dann für gegeben, wenn die Tb-Bakterien auf den Nährböden mit 10 γ/cm3 noch wachsen. Doppelresistenzen, Dreifachresistenzen und in 3 Fällen sogar Vierfachresistenzen konnten beobachtet werden, ebenso Primärresistenzen. Trotz einer in vitro-Resistenz von 10 γ/cm3 sprachen bei Fortsetzung der Behandlung beim Streptomycin noch 9%, beim PAS noch 5% und bei der INH noch 3% der Patienten klinisch an. Die Resistenzprüfung in vitro stimmte mit dem klinischen Befund in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle überein, so daß sie als sehr wohl angezeigt bezeichnet werden muß. Allerdings kann nicht in jedem Einzelfall eine Übereinstimmung erwartet werden. In vitro sensible Keime machten beim Meerschweinchen leichter eine Tuberkulose als in vitro resistente. Die Resistenzbestimmung in vitro unterscheidet sich im Ergebnis nicht wesentlich von der Resistenzbestimmung in vivo. Nicht selten gingen mikroskopisch positive Sputen werder im Tierversuch noch in der Kultur an. Das wurde vor allem dann beobachtet, wenn die Patienten im Verlauf der Neotebenbehandlung eine Zeitlang negativ waren und dann allmählich zuerst mikroskopisch, später allerdings auch kulturell wieder positiv wurden. Die Kombination zweier Tuberkulostatica kann die Resistenzentstehung hinauszögern. Die Kombination der PAS mit Neoteben zeigte klinisch bessere Erfolge, als sie mit einem Mittel allein erzielt werden konnten. Ein Wechsel des zweiten Präparates neben der PAS als Dauermedikation (Schaukeltherapie) ist je nach der Tiefenwirkung des zweiten Mittels erforderlich. Die an sich wirksamste Kombinaton Neoteben und Streptomycin sollte nur bei verhältnismäßig frischen exsudativen Tuberkulosen, frischen hämatogenen Schüben, Miliartuberkulose und bei der Meningitis tuberkulosa angewandt werden. Hier erscheint die Kombination Neoteben und Streptomycin in Form des Orthomycin als besonders geeignet. Vermutlich ist die Reihenfolge der Mittel bei der Schaukeltherapie nicht gleichgültig. Die vorher mit Streptomycin behandelten und resistent gewordenen Patienten scheinen besser auf die Neotebenbehandlung anzusprechen als die Patienten, die zuerst mit Neoteben/PAS und dann mit Streptomycin/PAS behandelt werden, auf Streptomycin ansprechen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1954

Authors and Affiliations

  • P. Hofmann
    • 1
    • 2
  • L. Nickel
    • 1
    • 2
  1. 1.Staatl. Bakt. Untersuchungsanstalt RegensburgRegensburg
  2. 2.Heilstätte Kohlbruck/PassauKohlbruck/Passau

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