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Experimentelle Beiträge zur Goldbehandlung der Tuberkulose

III. Mitteilung. Histochemische Untersuchungen über Goldablagerung in den Organen goldbehandelter Kaninchen
  • St. J. Leitner
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Zusammenfassung

Es wird über histochemische Untersuchungen vermittels derBorchardtschen Methode und über quantitative Goldbestimmungen mittels der Hochfrequenzfunken-Spektralanalyse bei 9 Kaninchen berichtet, die längere Zeit hindurch mit Solganal B in wässeriger Lösung behandelt wurden; 4 Tiere erhielten in einer 3monatigen Versuchsperiode Oleosanocrysin. Die Kaninchen wurden intravenös vorinfiziert und intratracheal superinfiziert und wiesen bei der Sektion dem menschlichen tuberkulösen Frühinfiltrat ähnliche Prozesse auf. Die histochemische Untersuchung ergab eine hochgradige Ablagerung des Goldes in der Leber vorwiegend in denKupfferschen Sternzellen, aber auch in den Parenchymzellen, ferner eine reichliche Ablagerung in der Niere, und zwar in den Tubuli contorti I und in den Hauptstücken, während die Glomeruli intakt blieben. Die Milz zeigte auch eine ziemlich reichliche, das Knochenmark in einem Fall geringere Goldspeicherung und auch in den tuberkulösen Herden der Lungen waren oft Goldablagerungen zu finden, vor allem in den Epitheloidzellen und in den Zellen der zirkumfokalen Entzündung, während normale Alveolarepithelien in der Regel weniger beteiligt waren. Die auffallende Beteiligung der Parenchymzellen an der Goldablagerung ist wohl darauf zurückzuführen, daß ein wässerig gelöstes Goldpräparat angewandt wurde und daß die Goldbehandlung nach der intravenösen Infektion, die nicht zu einer manifesten tuberkulösen Erkrankung geführt hat, begonnen wurde. Die Hochfrequenzfunken-spektralanalytischen Untersuchungen ergaben in der Leber den reichsten Goldgehalt, dann in der Niere und in der Milz; am niedrigsten war der Goldgehalt in den Lungen. Die Resultate des quantitativen Goldnachweises durch Spektralanalyse stimmen mit denen der histochemischen Untersuchung im allgemeinen gut überein. Besonders bemerkenswert ist der hohe Goldgehalt der Organe eines Tieres, das bereits 8 Monate vor der Sektion kein Gold mehr erhielt; diese Tatsache spricht eindeutig für die langsame Ausscheidung des einmal abgelagerten Goldes und mahnt bezüglich der Wiederholung der Goldbehandlung zur Vorsicht. — Die auffallende Speicherung des Goldes in den reticuloendothelialen Zellen spricht im Verein mit den Ergebnissen früherer Untersuchungen über die Steigerung der opsonischen Serumwirksamkeit für die große Bedeutung der Mesenchymaktivierung durch das Gold. In der Aktivierung des RES und damit bedingter Steigerung der Abwehrkraft des Organismus ist wohl ein großer Teil der Goldwirksamkeit zu suchen; die anderen möglichen Wirkungskomponenten wurden bereits in früheren Mitteilungen besprochen.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1938

Authors and Affiliations

  • St. J. Leitner
    • 1
  1. 1.Pathologisch-anatomischen und Bakteriologischen Abteilung des Schweizerischen Forschungsinstitutes für Tuberkulose und HochgebirgsklimaDavos

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