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Der Einfluß neuer Tuberkulostatica auf die Blutgerinnung

  • B. Wiesner
Article

Zusammenfassung

Die Untersuchungen des Einflusses der tuberkulostatischen Mittel der zweiten Reihe auf die Blutgerinnung sollen einen Beitrag zu den Untersuchungen über die Stoffwechselwirksamkeit dieser Medikamente darstellen. Wegen der für andere Antibiotica und Tuberkulostatica beschriebenen Beeinflussung der Gerinnung hielten wir die Klärung der Frage auch für die genannten Medikamente für erforderlich, um eine etwaige gleichzeitige Antikoagulantienbehandlung sicher dosieren und kontrollieren zu können.

Unsere Untersuchungen ergaben:
  1. 1.

    Die über lange Zeit durchgeführten Kontrollen der Thromboplastinzeit nach Quick und der Rekalzifizierungszeit ergaben unter der Behandlung mit Mitteln der zweiten Reihe (Äthionamid, Cycloserin, Pyrazinamid) keine Beeinflussung der Gerinnungswerte.

     
  2. 2.

    In einem Falle mit einer latenten Leberschädigung, die durch gleichzeitige SGOT-Bestimmungen festgestellt wurde, lagen die Quick-Werte im unteren Normbereich. Dieser Befund und die Erfahrungen bei anderen Leberkranken lassen darauf schließen, daß durch eine Leberschädigung eine Beeinflussung der Gerinnung durch die Medikamente zustande kommt.

     
  3. 3.

    Bei Verabreichung einer einmaligen therapeutischen Dosis von Äthionamid kam es bei der Hälfte der Patienten zu einer Erniedrigung von Faktor V bei unveränderter Thromboplastinzeit nach Quick.

     
  4. 4.

    Nach Verabreichung einer einmaligen therapeutischen Dosis von Pyrazinamid trat keine Änderung der Gerinnung ein.

     
  5. 5.

    Demnach haben die Mittel der zweiten Reihe keinen sicheren Einfluß auf die Blutgerinnung. Der festgestellte depressive Effekt auf Faktor V unter Äthionamidbelastung bedarf einer weiteren Klärung.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1964

Authors and Affiliations

  • B. Wiesner
    • 1
  1. 1.II. Konservativen Abteilung des Forschungsinstitutes für Tuberkulose und Lungenkrankheiten in Berlin-BuchBerlin-Buch

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