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Über die Behandlung des Asthma bronchiale und dyspnoischer Zustände anderer Genese mit Insulinshocks

  • A. Hofmann
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Zusammenfassung

  1. 1.

    An Hand von Krankengeschichten wird bestätigt, daß kleine, durch 30–50 kl. E. Insulin hervorgerufene hypoglykämische Shocks geeignet sind, Anfälle von Asthma bronchiale wirkungsvoll zu unterbrechen. Durch öfters wiederholte Insulinshocks ist es möglich, eine bedeutende und langanhaltende Besserung dieser Zustände zu erzielen.

     
  2. 2.

    Weiter wird gezeigt, daß nicht nur die Atemnot des echten Asthma bronchiale, sondern auch die Atembeschwerden beim Lungenemphysem durch den Insulinshock günstig beeinflußt werden; wahrscheinlich ist da der reflektorische Bronchialkrampf, der beim Zustandekommen der Atemnot auch in diesen Fällen eine bedeutende Rolle zu spielen scheint, Angriffspunkt des Insulins.

     
  3. 3.

    Die bei verschiedenen, hauptsächlich hämatogenen Formen der Tuberkulose auftretende Atemnot, die teils den Charakter eines echten Bronchialasthmas, teils eines echten Emphysems hat — wobei fließende Übergänge zwischen diesen Formen und Altersemphysem zu finden sind— ist durch den Insulinshock auch weitgehend zu bessern. Wichtig ist die Feststellung, daß durch diese Behandlung — übereinstimmend mit zahlreichen Literaturangaben —niemals eine ungünstige Wirkung auf den tuberkulösen Prozeß, ja manchmal eine unverkennbare Zunahme der Heilungstendenz zu konstatieren ist.

     
  4. 4.

    Die im Laufe eines Asthma bronchiale so häufig auftretenden „unspezifische Infiltrate” verschwinden während der Insulinbehandlung oft in kurzer Zeit, gleichzeitig mit dem Aufhören der Atembeschwerden.

     
  5. 5.

    Als Erklärung für den Mechanismus dieser erstaunlichen Insulinwirkung bei Atembeschwerden anscheinend verschiedenster Genese wird das frühzeitige Einsetzen der Gegenregulation angenommen, vorallem eine reaktive Adrenalinausschüttung, die sich in der Kurve als „initiale Insulinhyperglykämie” manifestieren kann.

     
  6. 6.

    Durch die wiederholten Insulinshocks kommt es möglicherweise bei dem von Haus aus eher vagotonischen Kranken zu einem „Training” der Gegenregulation, vor allem des Adrenalinsystems und so zu einer langanhaltenden Besserung des ganzen Krankheitszustandes.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1938

Authors and Affiliations

  • A. Hofmann
    • 1
  1. 1.II. Internen Abteilung des Krankenhauses der Stadt WienWien 13

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