Histologische Untersuchungen bei cerebraler Luftembolic nach Pneumothorax

  • Helmut Schnittert
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Nach einleitendem Bericht über das zur Frage der Veränderungen am Gehirn bei Luftembolie erschienene Schrifttum wird eine eigene Beobachtung von cerebraler Luftembolie bei Pneumothoraxnachfüllung mit tödlichem Ausgang nach 27 Stunden geschildert.

     
  2. 2.

    Die am Gehirn beschriebenen mikroskopischen Veränderungen werden als Koagulationsnekrosen mit ischämischer Zellerkrankung im Sinne vonSpielmeyer gedeutet. Die Herde sind über das ganze Gehirn verstreut angeordnet, teils nur aus verklumpten Ganglienzellen bestehend, teils deutlich erkennbar als umschriebene Aufhellungen in unmittelbarer Nachbarschft von Gefäßen.

     
  3. 3.

    An der Lunge wird im mikroskopischen Bilde der durch die Punktionsnadel geschaffene Stichkanal gezeigt. Man erkennt deutlich eine in der Nähe der Pleura gelegene größere Vene, deren Wand durch die Nadel gestreift und eingerissen worden ist. In der Tiefe ist es zu interstitiellem Emphysem und Eröffnung des Alveolarbaumes gekommen.

     
  4. 4.

    Die Arteriolen und Capillaren im Gehirn zeigen teils verengte, teils erweiterte Partien. Es sind dies Zustandsbilder, die auf nervöse Gefäßreize bezogen werden. Ähnlich Befunde von teils verengten, teils erweiterten Capillaren finden sich in der Herzmuskulatur. Austritte von Blutelementen in die Umgebung der Gefäße sind jedoch weder hier noch im Gehirn nachweisbar.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1939

Authors and Affiliations

  • Helmut Schnittert
    • 1
  1. 1.Pathologischen Institut der Universität Königsberg i. Pr.Königsberg i. Pr.Deutschland

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