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Knochenmark und Lungentuberkulose

  • Herbert Trautwein
Article

Zusammenfassung

Zur Untersuchung des Knochenmarks wurde an 105 Kranken, meist Lungentuberkulösen, die Sternalpunktion durchgeführt. Bei 52 Kranken wurde die Punktion mehrfach vorgenommen. Die Zählung der kernhaltigen Zellen ergab Werte von 18000 bis 142000, bei neben der Lungentuberkulose bestehendem Milztumor bis 305000. Die Auszählung der kernhaltigen Zellen im Knochenmarksausstrich ließ bei der Tuberkulose einen charakteristischen Reifungsverlust oder eine sog. Linksverschiebung erkennen. Wir sahen ein unreifes, neutrophiles, zellreiches Mark mit Vermehrung der Myelocyten, Metamyelocyten und Stabkernigen. Gleichzeitig sind Lymphocyten, Reticulumzellen und Plasmazellen vermehrt. Der Index G:E war zugunsten der ersteren verschoben und betrug etwa 4∶1. Die Stärke der Linksverschiebung geht der Schwere, besonders der Aktivität der Tuberkulose parallel, während die Vermehrung der Lymphocyten und Reticulumzellen dem Grad der Aktivität und Schwere der Erkrankung entgegenlaufend zunahm. Die eosinophilen Zellen sind, entgegengesetzt dem peripheren Blut, gerade bei Schwerkranken vermehrt zu finden. Knochenmark und peripheres Blut sind nicht immer gleichsinnig verändert. Das Knochenmarksbild ist dabei stets über das Blutbild zu stellen. Das Knochenmark gibt uns eine sichere Auskunft über den immunbiologischen Zustand des Organismus.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1944

Authors and Affiliations

  • Herbert Trautwein
    • 1
  1. 1.Sanatorium Wehrawald der Reichsversicherungsanstalt für AngestellteTodtmoos

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