Ein Beitrag zur Frage der Technik bei experimenteller Silikose sowie eine Untersuchung über den Wert der Trachealsonde für das Studium der Staubwirkung in der Lunge

  • Carl Naeslund
Article

Zusammenfassung

Auf Grund der Mühe und des Zeitverlustes, die lang dauernde Einatmungsversuche in Staubkammern mit sich bringen, sind zwecks Vereinfachung der Technik der experimentellen Forschung über Staubinhalation bei Versuchstieren verschiedene Methoden ausgearbeitet worden. Es wird über eine einfache Methode berichtet, bei der mit Hilfe einer eigens konstruierten Trachealsonde genau abgemessene Staubmengen in einmaligen oder wiederholten Dosen in die Lunge gebracht werden können.

Vergleichende Studien über die nach Inhalationsversuchen in Staubkammern, nach intratrachealer Injektion mit derKettleschen Methode und nach Einblasung mit der Trachealsonde entstehenden Lungen-veränderungen ergeben, daß die letztgenannte Methode mit der Trachealsonde ungefähr die gleichen Resultate gibt wie die Behandlung in Staubkammern.

Die für die Technik der experimentellen Staubforschung wichtige Frage, ob sehr kurz dauernde Einatmung oder anderweitige Zufuhr einer großen Menge Staub in die Lungen die gleiche schädliche Wirkung und die gleiche Reaktion seitens des Lungengewebes hervorruft, die dieselbe Menge Staub erzeugt, wenn sie durch lange Zeit auf viele kleine, tägliche Portionen verteilt wird, wurde durch Untersuchungen mittels Einblasungen mit Hilfe einer Trachealsonde studiert. Hierbei stellte sich heraus, daß die durch täglich oder jeden zweiten Tag vorgenommene Einblasungen einer gewissen Quarzstaubmenge in die Trachea erzeugten Lungenveränderungen mit den typischen Reaktionsbildern der Silikose besser übereinstimmten als diejenigen Lungenveränderungen, die durch die gleiche Gesamtmenge Staub nach einmaliger Einblasung und Abwarten der gleichen Zeitspanne hervorgerufen wurden. Auch in anderer Hinsicht kamen zwischen den Lungenprozessen deutliche Unterschiede vor, was zeigt, daß man bei der Übertragung der Ergebnisse einmaliger kurz dauernder Inhalations- oder Verabreichungsversuche auf die Verhältnisse bei lang dauernder Einatmung des Staubes vorsichtig sein muß.

Die Untersuchungen sind mit Subvention aus der Stiftung „Therese och Johan Anderssons Minne“ gemacht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Arnold: Untersuchungen über Staubinhalation und Staubmetastase. Leipzig 1885.Google Scholar
  2. Aschoff, L.: Verh. dtsch. Ges. inn. Med., Kongreßber.48, 100 (1936).Google Scholar
  3. Axelsson u.Bringel: Zur Entstehung und Verbreitung der Lungentuberkulose des Kaninchens bei vorher mobilisiertem Reticuloendothel. Stockholm 1930.Google Scholar
  4. Gardner andCummings: Amer. J. Path.9, Suppl. (1933).Google Scholar
  5. Gerstel, G.: Arch. Gewerbepath. u. Gewerbehyg.6, 304 (1935).Google Scholar
  6. Giese, W.: Beitr. path. Anat.94, 113 (1935).Google Scholar
  7. Heynes, F.: J. of Hyg.31, 96 (1931).Google Scholar
  8. Jötten u.Arnoldi: Gewerbestaub und Lungentuberkulose. Berlin 1927.Google Scholar
  9. Kettle, E. H.: J. of Path.35, 395 (1932).CrossRefGoogle Scholar
  10. Kettle, E. H. andR. Hilton: Lancet1932 I, 1190.CrossRefGoogle Scholar
  11. Koppenhöfer, G. F.: Verh. dtsch. path. Ges.63, Erg.-H., 288 (1935).Google Scholar
  12. Lemon, W. S. andG. M. Higgins: Amer. Rev. Tbc.28, 470 (1933).Google Scholar
  13. Lubenau: Arch. f. Hyg.63 (1907).Google Scholar
  14. Mavrogordato, A.: J. of Hyg.17, 439 (1918).Google Scholar
  15. McCord, H. Ainslee, J. Johnston andR. L. Fleming: Ind. Med.5, 17 (1936).Google Scholar
  16. Miller andSayers: U. S. Publ. Health Rep.49, 80 (1934).Google Scholar
  17. Naeslund, C.: Arsenikkommissionens Betänkanden, Bil. 16, 1918.Google Scholar
  18. - J. ind. Hyg. a. Toxicol.20, Nr 6 (1938).Google Scholar
  19. Policard, A. etJ. Rollet: Bull. Histol. appl.8, 52 (1931).Google Scholar
  20. Pomeranz: Radiology21, Nr 6, 556 (1933).Google Scholar
  21. Relley andHall: N. Y. State J. Med.37, 478 (1931).Google Scholar
  22. Seemann, G.: Beitr. path. Anat.74, 345 (1925).Google Scholar
  23. Selter, H. u.P. Weiland: Zbl. Gewerbehyg.12, Nr 12, 61 (1935).Google Scholar
  24. Siegmund, H.: Ärztl. Sachverst.ztg1934, Nr 21.Google Scholar
  25. Stoeckel, K. H.: Arch. f. Hyg.118, 111 (1937).Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1939

Authors and Affiliations

  • Carl Naeslund
    • 1
  1. 1.Hygienische Abteilung des Karolinischen InstitutsStockholm

Personalised recommendations