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Die gutartige (europäische) Faulbrut der Honigbiene

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Zusammenfassung

  1. 1.

    Durch Ansteckungsversuche an gesunden Bienenvölkern ist gezeigt worden, daß den bisher als harmlos bewerteten sog. Begleitbakterien:Streptococcus apis, Bac. alvei undBac. orpheus einekrankheitserregende Wirkung bei der Bienenbrut zukommt.

  2. 2.

    Die vonWhite aufgestellte Theorie von der Entstehung der (Europäischen) Gutartigen Faulbrut durchBac. pluton wird abgelehnt, solange nicht Ansteckungsversuche mit Reinkulturen, die auf künstlichen Nährböden gezüchtet sind, dessen pathogene Rolle beweisen.

  3. 3.

    Durch den Nachweis der Pathogenität der „Begleitbakterien“ verliert dieGutartige Faulbrut den Charakter einer einheitlichen Krankheit und spaltet sich zu einerKrankheitsgruppe auf.

  4. 4.

    Durch Ansteckungsversuche ist weiterhin diepathogene Bedeutung dreier, in der Bienenkrankheitslehrebisher nicht bekannt gewesener Bacillenarten nachgewiesen worden. Diese Bacillenarten, die in zahlreichen Fällen von Brutsterben angetroffen worden sind, lösen bei der Bienenbrut diegleichen Erscheinungen aus wieBac. alvei undBac. orpheus: die toten Maden sind im allgemeinen jauchig zersetzt oder nehmen eine breiig-schmierige Beschaffenheit an, sind schmutziggrau oder gelb bis schwarzbraun verfärbt; ausnahmsweise fallen sie zusammen, wobei die Körperform und Segmentierung gut erhalten bleiben können; ein besonderer Geruch ist nicht vorhanden, nur beim Auftreten desBac. alvei ist er unangenehm oder stinkend. Bemerkenswert ist, daß eine stark ausgeprägtfadenziehende, schleimige Zersetzung der dunkelbraun verfärbten Maden, die allgemein als charakteristisch für die Bösartige Faulbrut angesehen wird, auch beim Auftreten desBac. alvei, sowie bei zwei der 3 neuen Bacillenarten angetroffen worden ist. Weiterhin ähneln sich diese Bruterkrankungen in ihremVerlauf: sie rufen unter natürlichen Verhältnissen im allgemeinen keine schweren Volksverluste hervor, indem sie sich auf nur wenige Völker eines Bienenstandes beschränken, bei denen sie allerdings starke Madenverluste auslösen können.

  5. 5.

    Für die in ihren Lebenseigenschaften untersuchten, in der Bienenkrankheitslehre bisher unbekannt gewesenen Bacillenarten werden folgende Bezeichnungen vorgeschlagen:

  1. a)

    Bac. gracilesporus n. spec.,

  2. b)

    Bac. apidarium n. spec.,

  3. c)

    Bac. fetuum n. spec.

  4. 6.

    Die durch die „Begleitbakterien“Bac. alvei undBac. orpheus sowie die durch die 3 neuen Bacillenarten ausgelösten Bruterkrankungen werden alsKrankheitsgruppe aufgefaßt, für die die in Praktikerkreisen eingebürgerte BezeichnungGutartige Faulbrut in Vorschlag gebracht wird.

  5. 7.

    Auf Grund der bisherigen Beobachtungen besteht die Vermutung, daß bei Weiterführung der Untersuchungen noch weitere für die Bienenbrut pathogene Mikroorganismen (Bacillenarten) gefunden werden, und daß die durch diese ausgelösten Bruterkrankungen, falls sie sich hinsichtlich ihrer Erscheinungen und ihres Verlaufes mit der Gutartigen Faulbrut decken, nomenklatorisch gleichfalls in diese Gruppenbezeichnung einbezogen werden könnten.

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Schrifttum

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    Google Scholar 

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Borchert, A. Die gutartige (europäische) Faulbrut der Honigbiene. Z. F. Parasitenkunde 11, 113–144 (1939). https://doi.org/10.1007/BF02122082

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/BF02122082

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