Zeitschrift für Parasitenkunde

, Volume 6, Issue 2, pp 243–268 | Cite as

Helminthenwanderungen.

I. Teil. Die Wanderungen und die „Passagen“ der Nematoden im Wirtskörper. II. Teil. Die Wanderungen der Trematoden im Wirtskörper und vom Wirt zum Wirt
  • L. Freund
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Zusammenfassung

Wir können die vorgetragenen Erwägungen vielleicht folgendermaßen kurz zusammenfassen:
  1. 1.

    Es gibt eine Anzahl parasitischer Nematoden, die als Larven in das Darmrohr gelangt, aus diesem ausbrechend in die Gefäßbahn übertreten müssen.

     
  2. 2.

    Dieses aktive Durchbohren der Darmwand ist durch ein Bedürfnis nach Bluteiweißnahrung bedingt.

     
  3. 3.

    In der Gefäßbahn werden sie passiv aus anatomisch-physiologischen Grunden weitertransportiert und entwickeln sich dabei artspezifisch verschieden schnell weiter.

     
  4. 4.

    Die bei verschiedenen Nematoden auf diesem Wege verschieden schnell erreichte Endstufe der Notwendigkeit, mit Bluteiweiß ernährt zu werden, verbunden mit einer bestimmten Taxie zu gewissen spezifischen Organen bedingt das aktive Ausbrechen aus der Gefäßbahn.

     
  5. 5.

    Das Ausbrechen aus der Gefäßbahn erfolgt in die Außenwelt oder in Organe, die mit der Außenwelt kommunizieren, entsprechend dem Gesetz der Arterhaltung durch Ermöglichung der Neuinvasion anderer Wirte.

     
  6. 6.

    Die in der Blutbahn oder nach dem Ausbrechen aus diesen verschieden schnell erreichten Entwicklungshöhen der Geschlechtsreife entsprechen scheinbar einer phylogenetischen Entwicklungsstufenreihe, wie dies besonders aus dem Verhalten der Arten des GenusCapillaria hervorzugehen scheint.

     
  7. 7.

    Bei allen Darmnematoden, welche nach unseren Kenntnissen keine Passage aufweisen, kann man eine solche als phylogenetisch weggefallen annehmen, doch kann eine solche in einem eventuellen Zwischenwirt vorausgegangen sein. Die übrigen Nematoden, in allen anderen Organen als im Darm, unterliegen, soweit dies noch nicht festgestellt ist, der Passage durch die Gefäßbahn, auch wenn eine solche im Zwischenwirt vorhanden war.

     
  8. 8.

    Bei allen Helminthen scheint die zwangsläufige Passage durch die Gefäßbahn für eine gewisse Zeit ihrer Entwicklung die phylogenetisch älteste Einrichtung darzustellen, die für die meisten Formen bis heute besteht.

     
  9. 9.

    Das Verhalten der in Rede stehenden Nematoden und Helminthen überhaupt wäre nicht als Wanderung, sondern als Passage zu bezeichnen.

     

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© Verlag von Julius Springer 1933

Authors and Affiliations

  • L. Freund

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