Archiv für Kreislaufforschung

, Volume 30, Issue 1–2, pp 122–126 | Cite as

Über das Vorkommen sogenannter Gefäßkreuzungen im Hirngewebe

  • R. Seitz
  • G. Struck
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Zusammenfassung

An Hand einer genauen Durchsicht mehrer hundert Gehirnschnitte des laufenden Sektionsgutes und in Serienschnitten aus dem Stammganglienbereich beobachteten wir arteriovenöse Kreuzungen. Sie wurden mit den früher an der Netzhaut des menschlichen Auges beschriebenen Gefäßkreuzungen verglichen. Dabei ließen sich gleiche Charakteristika herausstellen: an der Kreuzungsstelle umschließt eine Adventitia gemeinsam die Arterie und die ihr unmittelbar anliegende, im Querschnitt meist dreieckige Vene. Media und Endothel beider Gefäße bilden ein einheitliches Wandstück. Der Arteriendruck wirkt sich besonders in jeder Pulswelle unmittelbar auf die wandschwächere Vene aus.-Späteren Untersuchungen soll der Nachweis vorbehalten bleiben, daß Gefäßkreuzungen im Hirngewebe ebenso Praedilektionsorte von Gefäßerkrankungen darstellen, wie dies für die Verhältnisse an der Retina bekannt ist. — In einer inzwischen erschienenen Monographie (A. Barth, Leipzig, 1959) teilenKiss undTarjan die Darstellung arteriovenöser Kreuzungen in der menschlichen Pia mit Injektionsmethoden mit; dabei liegen die gleichen Phänomene vor, wie an der Retina.

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Schrifttum

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag 1959

Authors and Affiliations

  • R. Seitz
    • 2
  • G. Struck
    • 1
  1. 1.Institut f. Neuropathologie der Universität BonnBonn
  2. 2.Universitäts-Augenklinik TübingenTübingen

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