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Zeitschrift für Parasitenkunde

, Volume 12, Issue 2, pp 251–258 | Cite as

Bemerkungen zur sogenannten parasitären Kastration von Mollusken

  • Lothar Szidat
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    In Ergänzung einer Arbeit vonNeuhaus (1940) Über „parasitäre Kastration beiBithynia tentaculata“ wird Über weitere Fälle dieser Erscheinung berichtet, die schon C.Wesenberg-Lund (1931) beschrieben hatte und die besser mit „durch Einwirkung von Parasiten bedingte Atrophie der Gonaden“ bezeichnet werden könnten.

     
  2. 2.

    Als Ursache der Reduktion der Gonaden wird im Gegensatz zuNeuhaus nicht die Einwirkung von Stoffwechselprodukten angenommen, sondern der starke Nahrungsentzug durch den Parasiten, der in gewissen, näher besprochenen Fällen den Körper des Wirtstieres in alle Stadien einesHungerzustandes versetzt. Der Hunger wirkt sich auch experimentell,ohne das Vorhandensein von Parasiten, im gleichen Sinne durch Atrophie der Gonaden des Hungertieres aus.

     
  3. 3.

    Es wird ferner Über einige Fälle von direkter Schädigung oder Zerstörung der Gonaden von Schnecken durch Metacercarien vonHolo-stomiden bzw.Harmostomiden berichtet, die in schweren Fällen eventuell zu einer echtenKastration führen können (Szidat 1923, 1929).

     
  4. 4.

    Schlie\lich wird darauf hingewiesen, da\ auch bei Warmblütern und speziell beim Menschen indirekte Schädigungen der Gonaden durch einen schweren Parasitenbefall, z. B. mitAnkylostomum duodenale und Bilharzien, beobachtet aber noch nicht genügend begründet worden sind.

     

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Schrifttum

  1. Hesse-Doflein: Tierbau und Tierleben, 2. Aufl. Jena 1935.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1941

Authors and Affiliations

  • Lothar Szidat
    • 1
  1. 1.Institut für Schädlingsforschung der Universität Königberg i. Pr.Rossitten, Kurische Nehrung

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