Advertisement

Über die Veränderungen des Sehpurpurs durch Licht

  • S. Garten
Article

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

References

  1. 1).
    W. Kühne, Das Sehen ohne Sehpurpur. Untersuchungen aus dem Physiologischen Institut zu Heidelberg. Bd. I. 1877. S. 123.Google Scholar
  2. 2).
    Hierunter versteht Eder (Sitzungsberichte d. Wiener Akad. 1884. Bd. C. Heft 5. S. 1141), ausgehend von den Beobachtungen an der photographischen Platte die Erscheinung, dass ein Farbstoff Sensibilisator) innig mit dem zu zersetzenden Stoff (hier Sehstoff) gemischt oder mit ihm verbunden einen Teil des absorbierten Lichtes in chemische Arbeit umsetzt, bei der der zu zersetzende Stoff mit in den Prozess gezogen wird.Google Scholar
  3. 1).
    Boll, Zur Anatomie und Physiologie der Retina. Bericht D. Akad. d. Wissensch. zu Berlin 1876. Sitz. v. 23. November, S. 783. Auf die den ersten Beobachtungen Bolls anhaftenden Irrtümer: Schwinden des Sehpurpurs beim Absterben, Sichtbarkeit im lebenden Auge, kann hier nicht näher eingegangen werden.Google Scholar
  4. 2).
    Kühne, Zur Photochemie der Netzhaut. Sitzungsbericht d. Naturh. med. Verein zu Heidelberg, den 5. Januar 1877. Heidelberger Untersuchungen, Bd. I. S. 1.Google Scholar
  5. 3).
    Chamois heisst wörtlich gemsfarben, und wird für die Bezeichnung von Farbstoffen verwendet, die uns unter gewöhnlichen Umständen die Empfindung eines mehr oder weniger ins Grau gehenden Rot-Gelb liefern. Man würde die Farbe also am besten als „durch Grau verhülltes rötliches Gelb“ bezeichnen. Die Definition, die Kühne selbst (Nachträge zu den Abhandlungen über Sehpurpur. Heidelberger Untersuchungen, Bd. I. S. 462 u. 463, 1878) gibt, beruht jedenfalls auf irrtümlichen Voraussetzungen.Google Scholar
  6. 4).
    Brücke, Über den Dichroismus des Blutfarbstoffes. Sitzungsberichte d. Wiener Akad. d. Wissensch. math.-naturw. Klasse. Bd. XI. 1853. S. 1070.Google Scholar
  7. 1).
    Boll, Sull' anatomia e fisiologia della retina. Atti della R. Acad. dei Lincei. Serie III. Trans. 1. Seduta 3 dicembre 1876. p. 36.Google Scholar
  8. 1)a.
    Boll, Aggiunta alla Nota: Interno alla anatomia e fisiologia della retina, den 7. Januar 1877.Google Scholar
  9. 1)b.
    Boll, Zur Anatomie und Physiologie der Netzhaut. Du Bois-Reymonds Arch. 1877. S. 4.Google Scholar
  10. 2).
    Ewald und Kühne, Untersuchungen über den Sehpurpur. Heidelberger Untersuchungen. Bd. I. 1877. S. 146.Google Scholar
  11. 2).
    Ewald-Kühne, Untersuchungen über den Sehpurpur. 1877. Heidelberger Untersuchungen. Bd. I. S. 160.Google Scholar
  12. 1).
    Ein weiterer Beweis für die Bildung eines „Stoffes“ während der Bleichung liesse sich nach Kühnes Beobachtungen aus der Messung der Fluorescenz der ungebleichten, gelbgebleichten und völlig ausgebleichten Netzhaut gewinnen. Kühne findet (Heidelberger Untersuchungen. Bd. I. S. 435. 1878), dass eine Netzhaut mit ungebleichtem Purpur im ultravioletten Licht schwach bläulichweiss fluoresziert, dass während der Bleichung (bei der Sehgelbbildung) die Fluorescenz abnimmt, und dass nach völliger Ausbleichung (zu Sehweiss) ein kräftiges grünlich-weisses Fluorescenzlicht auftritt. Diese Erscheinung könnte nach Kühne dadurch bedingt sein, dass bei der Bleichung ein schwach fluoreszierender Stoff (Sehpurpur) verschwindet und ein nicht fluoreszierender (Sehgelb) an seine Stelle tritt. Geht die Bleichung weiter, so wird das Sehgelb zersetzt, und es tritt nun ein stark bläulich-weiss fluoreszierender Stoff (Sehweiss nach Kühne) dafür auf. Freilich scheint diese Abnahme der Fluorescenz im Bleichungsbeginn nur bei der chemischen Bleichung, beispielsweise Gelbfärbung durch Chlorzink sicher gestellt zu sein, denn später sagt Kühne (Hermanns Handbuch. Bd. III. Abt. 1. S. 288): „In der Stäbchenschicht nimmt die Fluorescenz am meisten zu, wenn das Sehgelb schwindet, viel weniger“ (also doch zu!) „so lange der Purpur erst zum Gelb umgewandelt wurde.“ Seit Kühnes Angaben ist die Beobachtung in der beschriebenen Weise nicht wiederholt worden. Himstedt und Nagel (Versuche über die Reizwirkung verschiedener Strahlenarten auf Menschen- und Tieraugen. Festschr. Freiburg 1902. S. 257), die ebenfalls die Fluorescenz der Netzhaut untersuchen, sagen nur, dass die Dunkelnetzhaut im Vergleich zur gebleichten Netzhaut sehr schwach fluoresziert, so dass direkt durch die Fluorescenz erkannt werden kann, ob es sich um eine Dunkelnetzhaut oder um eine Hellnetzhaut handelt. Sie lassen, wie auch schon Kühne in seiner späteren Mitteilung (loc. cit. S. 288), es unentschieden, ob der Sehpurpur an sich fluoresziere. Es könnte nach ihnen das schwache Leuchten der Dunkelnetzhaut durch kleine Mengen schon zersetzten Purpurs bedingt sein. Auf eine etwaige Abnahme der Fluorescenz im Bleichungsbeginn gehen die Verfasser aber nicht näher ein. Auch hier würde eine neue Untersuchung mit dem technisch jetzt leichter intensiv zu erzeugenden ultravioletten Licht eine Entscheidung bringen können.Google Scholar
  13. 1).
    Vorausgesetzt, dass es sich um eine chemische und nicht thermische Lichtabsorption handelt. Vgl. O. Wiener, Farbenphotographie durch Körperfarben und mechanische Farbenanpassung in der Natur. Ann. d. Physik u. Chemie. N. F. Bd. LV. 1895. S. 225.Google Scholar
  14. 1).
    Ewald und Kühne, Untersuchungen über den Sehpurpur. Bd. I. S. 195.Google Scholar
  15. 1).
    Hamburger, Staafjesrood in monochromatisch licht. Onderzoekingen der Utrechtsche Hoogeschool. III. Reeks. Bd. XI. S. 1. 1889.Google Scholar
  16. 2).
    König, Über den menschlichen Sehpurpur und seine Bedeutung für das Sehen. Sitzungsbericht d. kgl. preuss. Akad. d. Wissensch. 1894. Bd. XXX. S. 577.Google Scholar
  17. 1).
    Trendelenburg, Quantitative Untersuchung über die Bleichung des Sehpurpurs im monochromatischen Licht. Zeitschr. f. Phys. u. Psych. Bd. XXXVII. 1904. (Separat).Google Scholar
  18. 2).
    Ebbinghaus, Theorie des Farbensehens. Zeitschr. f. Psych. Bd. V. 1893. S. 145.Google Scholar
  19. 3).
    Köttgen und Abelsdorff, Die Arten des Sehpurpurs in der Wirbeltierreihe. Sitzungsbericht. d. kgl. preuss. Akad. d. Wissensch. zu Berlin. Bd. XXXVIII. 1895. 25. Juli. Math.-phys. Klasse.Google Scholar
  20. 3a.
    Köttgen und Abelsdorff, Absorption und Zersetzung des Sehpurpurs bei den Wirbeltieren. Zeitschr. f. Psych. Bd. XII. 1896. S. 161.Google Scholar
  21. 1).
    In welcher Weise rechnerisch die Subtraktion auszuführen ist siehe unten S. 168.Google Scholar
  22. 1).
    Nagel, Nagels Handbuch. Bd. III. 1. S. 98. 1904.Google Scholar
  23. 1).
    Nagel und Piper, Über die Bleichung des Sehpurpurs durch Lichter verschiedener Wellenlänge. Zeitschr. f. Psych. u. Physiol. d. Sinnesorgane. Bd. XXXIX. 1905.Google Scholar
  24. 1).
    Trendelenburg, Über die Bleichung des Sehpurpurs mit spektralem Licht in ihrer Abhängigkeit von der Wellenlänge. Centralbl. f. Physiologie. 24. Februar 1904 (a).Google Scholar
  25. 1a.
    Trendelenburg, Quantitative Untersuchungen über die Bleichung des Sehpurpurs im monochromatischen Lichte. Zeitschr. f. Psych. u. Phys. d. Sinnesorgane. Bd. XXXVII. 1904 (b).Google Scholar
  26. 1).
    Helmholtz, Über die Empfindlichkeit der menschlichen Netzhaut für die brechbarsten Strahlen des Sonnenlichtes. Poggendorfs Annal. d. Physik. Bd. XCIV. S. 205. 1855.Google Scholar
  27. 2).
    Dietl und Plenk (Untersuchungen über die Wahrnehmbarkeit des Sehpurpurs mit dem Ophthalmoskope. Med. Centralbl. 1877. S. 273) versuchten schon unter möglichst günstigen Bedingungen die Wahrnehmbarkeit des Sehpurpurs beim Augenspiegeln festzustellen. Auch dann, wenn sie die Albinokaninchen entbluteten, und von der einen Carotis aus Milch injizierten, um eine weisse Unterlage zu gewinnen, gelang es nicht, den Sehpurpur wahrzunehmen. Im Gegensatz zu der Angabe Helfreichs (Ophthalmoskopische Mitteilungen über den Purpur der Retina. Centralbl. f. med. Wissensch. 1877. S. 113), dass beim Augenspiegeln, insbesondere des entbluteten Albinokaninchens zwischen dem vorher belichteten und unbelichteten Auge eine Farbendifferenz erkennbar wäre, betonen die Verfasser, dass bei Milchinjektion der Augenhintergrund milchweiss erschien, bei nachheriger Blutinjektion die Chorioidealgefässe wieder hervortraten und nach Herausnahme die Netzhaut doch dabei blass rosa war. Da die Beobachtungen bei gewöhnlicher, künstlicher Beleuchtung gemacht waren, werden weitere Versuche bei Tageslicht in Aussicht gestellt. Voraussichtlich wäre den Verfassern, wenn sie diese zur Wahrnehmung günstigere Bedingung später erfüllt hätten, auch die Wahrnehmung des Sehpurpurs in situ geglückt. lch selbst habe öfters einfach nach gründlicher Ringerdurchspülung teils am Bogenlicht, besonders aber beim Spiegeln mit Tageslicht beim uneröffneten Albinoauge (Kaninchen und Ratte) eine Rotfärbung des Augenhintergrundes wahrnehmen und demonstrieren können, die unter Einwirkung des bleichenden Lichtes in helles Gelb überging.Google Scholar
  28. 1).
    Die Aufstellung des Konkavgitters nach der für die Spektroskopie üblichen Regel (vgl. Kayser, Spektroskopie. Bd. I. 1905. S. 167) konnte aus äusseren Gründen hier nicht durchgeführt werden.Google Scholar
  29. 1).
    A. Tschermak, Über die spektrometrische Verwendung von Helium. Pflügers Arch. Bd. LXXXVIII. H. 1–2. S.95. 1901.CrossRefGoogle Scholar
  30. 2).
    Nach Kayser liegt die starke violette Linie nicht bei 446 μμ, wie Tschermak nach Erdmanns Tabelle (Erdmann, Lehrbuch der anorgan. Chemie. 1898. S. 230) angibt, sondern bei 447, 16 μμ, auf Grund der Messungen von Runge und Paschen. Da diese Differenz, die ich erst nachträglich fand, eine neur geringe Abweichung bedingt, habe ich sie in den Zeichnungen der Kurven nicht berückischtigt.Google Scholar
  31. 1).
    Ayres und Kühne, Über Regeneration des Sehpurpurs beim Säugetiere. Heidelberger Untersuchungen. Bd. II. S. 215. 1879.Google Scholar
  32. 3).
    Ewald und Kühne, Untersuchungen über den Sehpurpur. III. Heidelberger Untersuchungen. Bd. I. S. 370. 1878.Google Scholar
  33. 4).
    Abelsdorff, Die ophthalmoskopische Erkennbarkeit des Sehpurpurs. Zeitschr. f. Psych. u. Physiol. der Sinnesorgane. Bd. XIV. 1897. S. 77.Google Scholar
  34. 4a).
    Abelsdorff, Über die Erkennbarkeit des Sehpurpurs von Abramis brama mit Hilfe des Augenspiegels. Sitzungsbericht d. preuss. Akad. d. Wissensch. 1895. Bd. XVIII. S. 325.Google Scholar
  35. 2).
    Abelsdorff, Physiologische Beobachtungen am Auge der Krokodile. Engelmanns Archiv. 1898. S. 154.Google Scholar
  36. 1).
    Kühne, Beobachtungen an der frischen Netzhaut des Menschen. Heidelberger Untersuchungen. Bd. II. S. 69. 1879.Google Scholar
  37. 2).
    Vgl. auch den späteren Abschnitt über Regeneration des Sehpurpurs aus Sehgelb, S. 172 folgende.Google Scholar
  38. 3).
    Kühne, Notiz über die Netzhautfarbe belichteter menschlicher Augen. Heidelberger Untersuchungen. Bd. III. S. 194. 1879.Google Scholar
  39. 4).
    Kühne, Bebachtungen zur Anatomie und Physiologie der Retina. Heidelberger Untersuchungen. Bd. IV. S. 280.Google Scholar
  40. 1).
    Ayres-Kühne, Über Regeneration des Sehpurpurs beim Säugetiere. Heidelberger Untersuchungen. Bd. II. S. 215. 1879.Google Scholar
  41. 1).
    Dr. A. Birch-Hirschfeld empfiehlt bei Vögeln für einseitige Dunkeladaptation einen Verband aus Kollodium, Tusche und Watte, der, auch im vorliegenden Fall angewendet, einen sehr guten Abschluss gab. Dieses Archiv 1906. Der Einfluss der Helladaptation auf die Struktur der Nervenzellen der Netzhaut.Google Scholar
  42. 1).
    Bei einem zweiten Versuch an einem Waldkauz, 19. XII. 1905, war die Netzhautfarbe nach nur 8 Minuten langer Besonnung des Tieres unregelmässig fleckig zwischenB 6 undD 8, und die Gelbbildung nicht so deutlich wie im ersten Versuch.Google Scholar
  43. 1).
    Eder, Über einige geeignete praktische Methoden zur Photographie des Spektrums in seinen verschiedenen Bezirken mit sensibilisierten Bromsilberplatten. Sitzungsbericht d. Akad. d. Wissensch. zu Wien. 1886. Juli. Bd. XCIV. H. 1 u. 2. S. 378.Google Scholar
  44. 1).
    Hier denke ich besonders an folgende Angabe Kühnes: „Seit wir ätherfreie Purpurlösungen verwenden, hat es uns scheinen wollen, als ob deren totale Ausbleichung, d. h. die schliessliche Umwandlung von Gelb zu Weiss, auch in direktem Sonnenlichte wesentlich langsamer verlaufe, als wir es früher an ätherhaltigen sahen.“ (Ewald und Kühne, Heidelberger Untersuchungen). Bd. I. S. 267. 1877).Google Scholar
  45. 1).
    Gatti, Intorno all' influenza della temperatura nella formazione della porpora retinica. Annali di ottalm. Bd. XXX. Fasc. 1. p. 377. 1901.Google Scholar
  46. 2).
    Boll, Zur Anatomie und Physiologie der Netzhaut. Du Bois-Reymonds Arch. 1877. S. 4.Google Scholar
  47. 1).
    Andogski, Über das Verhalten des Sehpurpurs bei Netzhautablösung. v. Graefe's Arch. f. Ophthalm. Leipzig 1897.Google Scholar
  48. 2).
    Abelsdorff, Physiologische Beobachtungen am Auge des Krokodils. Engelmanns Arch. 1898. S. 154.Google Scholar
  49. 1).
    Boll (Sull' anatomia e Fisiologia della retina. Atti della R. Acad. dei Lincei. 1876–77. III. Serie. Vol. I. p. 371) verwendet den gleichen Ausdruck für die zunächst von ihm übersehene, vollständige Regeneration des Purpurs im lebenden Froschauge, wie sie während jeder Nacht eintreten musste.Google Scholar
  50. 2).
    Nur Trendelenburg (a. a. O. S. 52) gibt an, dass im Bleichungsverlauf der Sehpurpurlösung die Reaktionskonstante abnimmt, und dieses möglicherweise auf eine Regeneration des Purpurs aus den Bleichungsprodukten zurückzuführen wäre.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Wilhelm Engelmann 1906

Authors and Affiliations

  • S. Garten
    • 1
  1. 1.Aus dem Physiologischen Institut zu LeipzigGermany

Personalised recommendations