Skistockverletzungen der Orbita mit versteckter Beteiligung der Nasennebenhöhlen

  • H. Mennig
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Zusammenfassung

Unsere klinischen Beobachtungen und der Versuch am anatomischen Präparat ergeben, daß die den Augenhöhlen benachbarten Nebenhöhlenwände nicht nur bei pfählenden, sondern auch bei stumpfen Skistockverletzungen der Orbita zertrümmert werden können, und zwar an den schwachen Stellen (Lamina papyracea, medialer Teil des Orbitalbodens und des Orbitaldaches), und deshalb verlangen gerade stumpfe Skistock-verletzungen der Orbita die besondere Aufmerksamkeit und sorgfältige Beurteilung des Ophthalmologen und Rhinologen.

Verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Rhinologen gibt die besten Voraussetzungen für richtiges Erkennen der Verletzungslage und möglicher Verwicklungen und für rechtzeitiges sachgemäßes Eingreifen.

In den meisten Fällen von Skistockverletzungen der Orbita wird die stationäre Einweisung in die rhinologische Fachklinik das zweckmäßigste sein, und zwar ohne vorausgegangene Wundversorgung bei pfählenden Verletzungen, soweit sie nicht das unmittelbare Eingreifen des Ophthalmologen erfordern, und ohne eingeleitete Penicillinbehandlung.

Die pfählenden Skistockverletzungen der Orbita bedürfen wegen versteckter Nebenhöhlenbeteiligung in jedem Falle operativer Revision der knöchernen Augenhöhle durch den Rhinologen.

Auch bei stumpfen Verletzungen gleicher Art ist die operative Revision der Orbitawände durch den HNO-Facharzt erforderlich, wenn röntgenologisch Frakturen nachweisbar sind oder Entzündungserscheinungen des Orbita- oder Schädelinhaltes auftreten; abwartendes Verhalten kann in nicht verwickelten Fällen stumpfer Verletzungen nur befürwortet werden, wenn zur Vermeidung von Verschleierungseffekten keine Penicillinbehandlung durchgeführt wird.

Einzelne Grenzfälle, z. B. mit Bulbusverletzung, erfordern besonders enge und ständige Fühlungnahme beider Fachgebiete.

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Literatur

  1. 1.
    Mennig: Arch. Ohren-usw. Heilk. u. Z. Hals- usw. Heilk.165, 211–216 (1954).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • H. Mennig
    • 1
  1. 1.Universitäts-Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten JenaJenaDeutschland

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