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Archiv für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde

, Volume 169, Issue 2, pp 182–190 | Cite as

Besonderheiten und neue Erkenntnisse der phoniatrischen Praxis in New York

  • G. E. Arnold
Sitzungsbericht Vorträge zum Referatenthema

Zusammenfassung

Im Jahre 1955 wurden im National Hospital for Speech Disorders in New York 3530 Patienten untersucht. Nach der Besprechung der erhobenen Befunde sind die Ergebnisse der psychologischen Gutachten geschildert. Darunter fiel auf, daß ein hoher Prozentsatz der an Störungen der Sprachentwicklung leidenden Kinder verschiedene Grade der geistigen Rückständigkeit aufweist. Stotterer hingegen sind meist normal oder hoch begabt. Schizophrenie und andere Psychosen kamen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen erstaunlich häufig vor. Dann ist aufgefallen, daß die Mehrzahl der spät Sprechen lernenden Kinder an organischen Entwicklungshemmungen leiden, welche entweder die motorische Sphäre betreffen und dann mit expressiver Dysphasie viel gemeinsam haben, oder durch sensorische Auffassungsmängel an receptive Aphasie erinnern. So enthüllt sich die “funktionelle” Dyslalie immer mehr als eine weitgehend organische Folge von zentral-nervösen Entwicklungshemmungen. Die zunehmende Verbreitung dieser “organistischen” Gesichspunkte ist um so bemerkenswerter, als sie von den ansonsten der behavioristischen Philosophie zugeneigten und auf die Umwelt eingestellten amerikanischen Forschern vertreten werden. Sogar die Psychologen unterscheiden in ihren Gutachten zwischen den neurotischen, psychotischen und organischen Zügen. Auf jeden Fall braucht man zu einer genauen sprachärztlichen Diagnose sowohl die übliche otolaryngologische Untersuchung samt der phoniatrischen Funktionsprüfung, als auch die psychologische Persönlichkeitsanalyse. Daraus ergeben sich wichtige Anhaltspunkte zur Wahl der jeweils angezeigten Behandlung.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • G. E. Arnold
    • 1
  1. 1.New YorkUSA

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