Zur Problematik der Schlagimpulse im Industrielärm

  • Hans-Georg Dieroff
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Zusammenfassung

Lärmuntersuchungen in der Industrie ergaben, daß die Schlagimpulse, wie sie besonders in der metallverarbeitenden Industrie vorkommen, durchschnittlich zu größeren Lärmhörschäden führen. In der vorliegenden Arbeit wird an Hand von oscillographischen Impulsanalysen versucht, die Gründe für die vermehrte Schädlichkeit der Schlagimpulse herauszufinden. Es gelang auch, durch systematische Untersuchung einer größeren Anzahl von Schlagimpulsen, auf diesem noch unbekannten Gebiet einige neue Erkenntnisse zu gewinnen. Bei der Auswertung der Energiemessungen und Schlagimpulsanalysen zeigten sich trotz großer Unterschiedlichkeit der Handhammerimpulse sehr hohe Intensitätsspitzen, die über die 150 dB-Grenze hinausgehen und ausgesprochen hohe Frequenzanteile beinhalten. Die Impulsformen sind abhängig von der Schlagwucht, dem Material, der Unterlage sowie der Auflage, aber auch von der Materialdicke, der Aufschlag- und Abstrahlfläche sowie von den Raumverhältnissen. Besonders wichtig ist die Tatsache, daß die größten Energiespitzen innerhalb der ersten 150 msec auftreten. Diese Energiespitzen können aber durch Resonanzbesonderheiten erheblich verbreitert werden, wodurch das Ohr wesentlich länger einer extrem hohen Schallenergie ausgesetzt wird. Im allgemeinen ist die Hauptenergie eines Impulses nach 300–400 msec abgeklungen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1962

Authors and Affiliations

  • Hans-Georg Dieroff
    • 1
  1. 1.Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik JenaJena

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