Advertisement

Experimentelle Untersuchungen über den Einfluß des D-Vitamin auf die Funktion von Thymus und Milz

  • H. Hanssler
Article

Zusammenfassung

Anknüpfend an die experimentellen Arbeiten vonNitschke wurde der Versuch unternommen, mit morphologischer Methodik den Einfluß des D-Vitamin auf den Funktionszustand von Thymus und Milz zu prüfen. Hierzu wurden die Kerne der Thymus-Reticulumzellen und die Kerne der Knötchenrandzonen der Milz in 5 verschiedenen Versuchsserien (zusammen 121 Tiere) karyometrisch untersucht. Das Ergebnis der Kernmessungen ist folgendes:

  1. 1.

    Zulage von Vitamin D in einer Dosierung von 1 IE, 2 IE, 200 IE, 2000 IE und 40000 IE führt zu regelmäßiger Inaktivierung von Thymus und Milz. Die als Ausdruck der Inaktivierung zu wertende Kernverkleinerung ist für diese Organe spezifisch; die Kerne anderer Organzellen (z. B. der Leber) sind an dieser Größenveränderung nicht beteiligt. Die Verkleinerung der Thymus- und Milzkerne ist statistisch gesichert und schon bei der Dosis von 1 prophylaktischen IE nachzuweisen. Das heißt also: je niedriger der Vitamin D-Bestand des Organismus ist, desto höher ist die Aktivität der gemessenen Zellgruppen.

     
  2. 2.

    Gleichzeitig mit der Abnahme der Funktion des lymphatischen Systems—nach Zulage von Vitamin D—steigen die Serumkalkwerte an.

     
  3. 3.

    Zugleich vermindert sich die Funktion der Nebenschilddrüse.

     
  4. 4.

    Diese Veränderungen an Thymus und Milz sindnur nach Vitamin D-Zulage zu beobachten; sie fehlen, wenn die Calciumwerte im Serum bei gleichbleibendem (niedrigem) Vitamin D-Angebot durch kalkreiche oder kalkarme Ernährung rein diätetisch beeinflußt werden. Unter diesen Bedingungen antwortetnur die Nebenschilddrüse in der geschilderten Weise auf die Veränderungen der Serumkalkwerte.

     

Die Bedeutung der angeführten Befunde für die Vorgänge bei der Vitamin D-Wirkung sowie für die hormonale Regulation des Calcium/ Phosphorstoffwechsels wird diskutiert.

Literatur

  1. Aschoff, C.: Anat. Anz. Erg. H. zu Bd.87, 152 (1938/39).Google Scholar
  2. Gyllensten, L.: Act. anat. (Stockh.)17, Suppl. 18 (1953).Google Scholar
  3. Hammar, J.: Die normal-morphol. Thymusforschung im letzten Vierteljahrhundert. Leipzig: Barth 1936.Google Scholar
  4. Hanssler, H.: Z. exper. Med.121, 209 (1953);123, 91 (1954).CrossRefGoogle Scholar
  5. - Klin. Wschr.1954, 137.Google Scholar
  6. Haartmann, A.: In Handb. mikr. Anat. des Menschen Bd. VI/1. Berlin 1930.Google Scholar
  7. Henke-Lubarsch: Handb. spez. Pathol. Anat. und Histol. Bd. VI/2. Berlin 1927.Google Scholar
  8. Hertz, R.: Zit. n. A.Hartmann.Google Scholar
  9. Hoseman, H.: Grundlagen statistischer Methoden für Med. und Biol. Stuttgart 1949.Google Scholar
  10. Kunde, M. M.: Amer. J. Physiol.96, 677 (1931).Google Scholar
  11. Maciotta, G.: Policlinico32, 589 (1925).Google Scholar
  12. Nitschke, A.: In Lang und Schoen „Die Ernährung“. Heidelberg: Springer 1952.Google Scholar
  13. —: Z. Kinderheilk.54, 223 (1933).CrossRefGoogle Scholar
  14. —: Mschr. Kinderheilk.56, 211 (1933).Google Scholar
  15. —: Z. exper. Med.65, 637 (1929).Google Scholar
  16. —: Nova Acta Leopold. N. F.11, 123 (1942);13, 264 (1943).Google Scholar
  17. Rawson, R. W.: Endocrinology (Springfield, Ill.)30, 240 (1942).Google Scholar
  18. Schulze, H.: Beitr. path. Anat.92, 329 (1933).Google Scholar
  19. Spreter, Th. v.: Z. exper. Med.96, 95 (1935).Google Scholar
  20. Tietze, K.: Z. Anat.80, 726 (1926).CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1955

Authors and Affiliations

  • H. Hanssler
    • 1
  1. 1.Universitäts-Kinderklinik TübingenDeutschland

Personalised recommendations