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Die Aktivierung corticaler Krampfstromherde im natürlichen und elektrisch induzierten Schlaf beim Tier

  • Heinz Caspers
Article

Zusammenfassung

Die Provokation und Aktivierung corticaler Krampfstromherde im natürlichen Schlaf wurde an Ratten mit experimentell erzeugtem Rindenfocus geprüft. Das Hauptziel der Versuche lag darin, Form und Ausprägung der Herdreaktionen sowie die Sicherheit des Provokationseffektes in Reihenuntersuchungen an einem einheitlichen Versuchsmaterial und unter gleichartigen Abgriffsverhältnissen zu ermitteln. Darüber hinaus wurde versucht, die Beziehungen zwischen der Herdaktivität und der Schlaftiefe möglichst quantitativ zu erfassen. Die Untersuchungen wurden sowohl im spontanen als auch im elektrisch induzierten Schlaf der Tiere vorgenommen. Parallel zu jedem Schlafexperiment wurde darüber hinaus eine Vergleichsuntersuchung unter Äthernarkose durchgeführt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

  1. 1.

    Bei etwa 50% der Tiere mit corticalem Krampfherd wird der im Wachzustand latente Focus im Schlaf aktiv. Bereits im Wach-ECG vorhandene Herdveränderungen werden in den verschiedenen Schlafstadienausnahmslos erheblich verstärkt.

     
  2. 2.

    Als Herdphänomene sind dabei abnormefokale Frequenzsteigerungen mit einem Optimum im leichten, oberflächlichen Schlaf und typischeKrampfstromeinzelabläufe (KSE) zu unterscheiden, deren Häufigkeit und Amplitude andererseits mit der Schlaftiefe wachsen und ihr Maximum erst im Stadium III der synchronen trägen Wellen erreichen.

     
  3. 3.

    Die spike-Provokation im Schlaf stellt die im ganzen sichere Herdreaktion dar. In etwa 20% der Versuche, in denen eine herdbetonte Frequenzsteigerung bei primär wenig aktiven Foci fehlt, sind typische KSE, wenn auch vereinzelt, insbesondere im Stadium III nachzuweisen.

     
  4. 4.

    Der Provokationseffekt der Äthernarkose übertrifft den des natürlichen Schlafes. Darüber hinaus sind Häufigkeit und Spannung der Krampfstromentladungen bei mitteltiefer Narkose (Stadium II) stets höher als bei optimaler Schlaftiefe.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1954

Authors and Affiliations

  • Heinz Caspers
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität Münster i. WestfalenDeutschland

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