Über die Abhängigkeit der Zusammensetzung der Kuhmilch vom Dispersitätsgrade ihrer Einzelbestandteile

Zweiter Beitrag zur Kolloidchemie der Milch
  • Georg Wiegner
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Literatur

  1. 2).
    Milchwirtschaftl. Zentralblatt 1909,5, 473 u. 521; diese Zeitschrift 1910,20, 70; Milchwirtschaftl. Zentralblatt 1911,7, 534; Zeitschrift f. Chemie u. Ind. der Kolloide 1911,8, 227; Original Communications, 8. Internat. Congress of applied Chemistry 1912,15, 381.Google Scholar
  2. 3).
    W. Fleischmann, Lehrbuch der Milchwirtschaft 1907, S. 42.Google Scholar
  3. 4).
    Die moderne Kolloidchemie lehrt, daß der Kolloid- und der Krystalloidzustand zwei allgemein mögliche Zustände der Materie sind. Jeder Stoff kann im Kolloid-oder im Krystalloidzustand vorkommen. Es ist daher eine irrige Meinung, wenn man glaubt, Kolloide seien bestimmte Stoffgruppen. Es ist nur zulässig von Kolloiden als von Stoffen im Kolloidzustand und von Krystalloiden als von solchen im Krystalloidzustand zu reden. Die Zustandsunterschiede zwischen Kolloiden und Krystalloiden sind zunächst quantitative, keine qualitativen. Selbst typische Krystalloide, wie Kochsalz und sogar Wasser können im Kolloidzustand hergestellt werden. Wird ein Stoff in einer Flüssigkeit, z. B. Wasser, aufgeschwemmt, sodaß sich die aufgeschwemmten Teilchen noch mikroskopisch erkennen lassen, so liegen Suspensionen oder Emulsionen vor. Der Durchmesser der aufgeschwemmten Teilchen beträgt dann bis 0,1 µ (1 µ=0,001 mm) herab. Vergl. hierzu Kolloidchem. Beihefte 1911,2, 213. Suspensionen oder Emulsionen sind im allgemeinen nicht beständig. Wird die Zerteilung feiner, sodaß sich die einzelnen suspendierten oder emulgierten Teilchen mikroskopisch nicht mehr erkennen lassen, so kommen wir ins Gebiet des Kolloidzustandes (0,1 µ bis etwa 5 µµ [R. Zsigmondy, Zur Erkenntnis der Kolloide, Jena 1905, 24], wobei 1 µµ=0,001 µ ist). Wird die Zerteilung endlich so fein, daß weder optisch noch auf irgendeine andere Weise eine Heterogenität zu erkennen ist, so haben wir das Gebiet der Krystalloide oder echten Lösungen. Die Zerteilung ist in diesem Falle maximal und zwar meist bis zu Einzelmolekülen oder Ionen. Die Teilchen der Kolloide bezeichnet man als Ultramikronen und zwar als Submikronen, wofern sie sich unter dem Ultramikroskop noch sichtbar machen lassen (bis zu etwa 15 µµ herab bei Beleuchtung mit Bogenlicht [R. Zsigmondy, Zur Erkenntnis der Kolloide, Jena 1905, 96]), als Amikronen, wenn dies nicht mehr der Fall ist. Die optische Heterogenität ist dann nur noch am Bestehen des Tyndall'schen Lichtkegels erkennbar. Wo. Ostwald hat die vorliegenden Zustände als disperse bezeichnet und unterscheidet grob dispers (Emulsionen oder Suspensionen), dispers (Kolloide) und molekular- oder iondispers (echte Lösungen). Dem Zerteilungsgrad entspricht der Dispersitätsgrad.Google Scholar
  4. 1).
    Einzelne Fettkügelchen sind zweifellos noch viel kleiner als 1,6 µ. Der Umstand, daß selbst bei der stärksten Zentrifugalentrahmung stets ein Teil von 0,1% Fett in der Magermilch bleibt, deutet auf Größenordnungen bis 0,1 µ hin. Die Größe der Fettkügelchen steht in Beziehung zur Rasse der Kühe (vergl. die Untersuchungen von Babcock, Woll und Gutzeit in Fleischmann's Lehrbuch der Milchwirtschaft S. 44).Google Scholar
  5. 3).
    Aus der Loschmidt'schen Zahl unter der die Berechnung erleichternden Annahme, daß die Ionen nicht hydratisiert sind, berechnet sich Na*=0,00021 µ, Ca* = 0,00025 µ; vergl. dagegen Riesenfeld und Reinhold in Zeitschr. physik. Chem. 1909,66, 672.Google Scholar
  6. 1).
    Vergl. Wiegner, Zeitschrift für Chemie u. Ind. der Kolloide 1911,8, 227.Google Scholar
  7. 2).
    Vergl. H. Chik und C. J. Martin, Kolloidchemische Beihefte 1913,5, 49.Google Scholar
  8. 1).
    Sven Odén, Der kolloide Schwefel. Nova acta regiae Societatis Scientiarum Upsaliensis, [IV],3, No. 4.Google Scholar
  9. 2).
    Diese Zeitschrift 1907,13, 186.Google Scholar
  10. 1).
    Vergl. dazu: E. Ackermann, Mitteilungen aus dem Gebiet der Lebensmittelunter-suchungen und Hygiene 1910,1, 263–270; diese Zeitschrift 1911,22, 405.Google Scholar
  11. 2).
    Milchwirtschaftl. Zentralbl. 1909,5, 30; Rév. gén. du Lait 1908,7, No. 2.Google Scholar
  12. 3).
    Diese Zeitschrift 1908,16, 7; 1909,18, 737; 1911,21, 23.Google Scholar
  13. 1).
    8. Internat. Congress of applied Chemistry 1912,15, 381.Google Scholar
  14. 2).
    Chem.-Ztg. 1912,36, 1369 u. 1378.Google Scholar
  15. 3).
    Nils Hansson, Kann man mit ökonomischem Vorteil den mittleren Fettgehalt der Milch erhöhen? Fühling's Landwirtschaftliche Zeitung 1913,62, 697–721. Ausführliche Mitteilung: Meddelande No. 78 från Centralanstalten för försöksväsendet på jordbruksområdet. Stockholm 1913.Google Scholar
  16. 2).
    Es sei darauf hingewiesen, daß Fleischmann bereits in seinem Lehrbuch der Milchwirtschaft (1908, S. 117) betont, daß unter allen Milchbestandteilen das Fett der Menge nach den größten Schwankungen unterliegt, eine Beobachtung, die sich auf die im Jahre 1889 in der Milchwirtschaftlichen Versuchsstation zu Kleinhof bei Tapiau aufgenommenen und 8 Jahre lang ununterbrochen fortgesetzten regelmäßigen Untersuchungen der Milch aller Melkzeiten von 16 Kühen während der ganzen Laktationszeit stützte. (W. Fleischmann, Untersuchung der Milch von 16 Kühen. Berlin 1891.) Die Untersuchungen wurden von K. Hittcher fortgesetzt. (Gesamtbericht der Untersuchung der Milch von 63 Kühen etc. Berlin 1899). Der oben ausgesprochene Satz von der größeren Konstanz der fettfreien Trockenmasse im Vergleich zum Fett ist bereits von Fleischmann klar erkannt und die Ableitung seiner Formel darauf gegründet worden.Google Scholar
  17. 2).
    Kungl. Landbruks-Akademiens Handlinger och Tidskrift 1906. S. 147 und Redogörelse för Malmöhus läns kontrollföreningars verksamhet 1906/7, S. 148, zitiert nach Nils Hansson.Google Scholar
  18. 3).
    J. Hansen, 2. Bericht vom Dikopshof, S. 345/46; 380/81; 410/11.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1914

Authors and Affiliations

  • Georg Wiegner

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