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Kann man spezifische Gifte der Herzmuskelzelle an ihrer elektromotorischen Wirkung erkennen?

Grundsätzliches zur Pharmakologie des Erregungsvorgangs und zur Deutung von EG-Veränderungen
  • Robert v. Werz
Article

Zusammenfassung

In bekannten Untersuchungen von W. Straub und seinen Schülern hatte sich früher ergeben, daß herzwirksame Substanzen das diphasische Elektrogramm des Froschventrikels nach lokaler Applikation ihrer Lösungen auf eine Ableitungsstelle stets in charakteristischer Weise verändern. Es mußte damals unverständlich bleiben, wie diese Wirkung bei jenen Substanzen zustandekommt, die (am stillstehenden Herzen) keinen Ruhestrom erzeugen.

In dieser Arbeit wird die Wirkungsweise dieser Substanzen und die Frage nach der Spezifität der elektromotorischen Effekte untersucht.
  1. 1.

    Als Ursache der EG-Deformation durch selbst nicht stromentwickelnde Stoffe ergibt die Analyse eine Veränderung der Erregungsdauer. Von den Wirkungen dieser Substanzen sind die i. e. S. “elektromotorischen” Effekte der membranaktiven Gifte (mit Stromentwicklung) zu trennen, die die Intensität des Erregungsvorgangs ändern. Mit diesen zwei Grundwirkungen auf den Erregungsvorgang (nebst der eventuellen Beeinflussung seiner Anstiegsgeschwindigkeit) sind die möglichen Änderungsursachen des Elektrogramms bzw. die möglichen, “elektromotorischen Giftwirkungen” grundsätzlich erschöpft.

     
  2. 2.

    Da Erregung und Unerregbarkeit zeitlich zusammenfallen (Korrelate sind), ist die Wirkung der erstgenannten Substanzgruppe auch als Änderung der absoluten Refraktärphase deutbar. Beziehungen zwischen diesem Effekt und inotroper Wirkung einer Substanz bestehen nicht.

     
  3. 3.

    Alle elektromotorischen Effekte der betrachteten Art spielen sich zwar am Muskel ab; da aber auch eine Reizung der kardialen Nerven letzten Endes eine “Giftwirkung” auslöst, die an der Leistungszelle selbst angreift (z. B. Acetylcholin bei der Vagusreizung), so können elektromotorische Effekte nicht zur Unterscheidung von “unmittelbaren” und nervös vermittelten Giftwirkungen verwendet werden.

     
  4. 4.

    Es wird untersucht, inwieweit elektromotorische Effekte i. e. S. (Membranwirkungen) einen Rückschluß auf inotrope Wirkungen einer Substanz zulassen könnten. Zu diesem Zweck wird die Frage nach den Beziehungen zwischen Aktionspotential und mechanischer Spannungsentwicklung des Herzmuskels (“Aktionsstrom und Mechanogramm”) einer kritischen Erörterung unterzogen.

     

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Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1934

Authors and Affiliations

  • Robert v. Werz
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität KölnKölnDeutschland

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