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Zeitschrift für Krebsforschung

, Volume 16, Issue 3, pp 427–441 | Cite as

Ueber ungewöhnliche Metastasenbildung in der Leber bei Carcinoma mammae

  • Fritz Ziegler
Article

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit werden zwei Fälle eigentümlicher Metastasenbildung bei Carcinoma mammae in der Leber beschrieben; in beiden Fällen ließen die makro- und mikroskopische Untersuchung die Annahme zu, daß die Metastasen auf retrogradem Wege durch die Vena hepatica zustande gekommen sind. Der erste Fall ist dadurch noch ganz besonders erwähnenswert, daß die Leber eine ganz diffuse Erkrankung aufweist, so daß makroskopisch zunächst die Diagnose eines diffusen, primären Leberkarzinoms gestellt werden mußte. In beiden Fällen, die eine 59-, bzw. 44jährige Frau betreffen, handelt es sich um ein primäres Carcinoma solidum simplex mammae, das sich dadurch von den gewöhnlichen Mammakrebsen unterscheidet, daß es eine auffallende Tendenz zeigte, in den Venen vorwärts zu wuchern. Im ersten Falle läßt eine genaue makro- und mikroskopische Untersuchung Metastasen nur in der Leber nachweisen. Der zweite Fall zeigte neben der ausgedehnten Lebererkrankung eine isolierte Metastase im I. Lendenwirbelkörper und in den regionären Lymphdrüsen der Mamma, die ja auch im ersten Falle sieh bei der Operation als erkrankt erwiesen haben.

Diese beiden Beobachtungen sprechen dafür, daß unter bestimmten Bedingungen, vielleicht gerade dann, wann der Primärkrebs besonders in die Venen wuchert, eine retrograde Embolie auf dem Wege der Vena hepatica in die Leber nicht allzu selten vorkommen kann. Wodurch im einzelnen Falle diese retrograde Embolie ausgelöst wird, ist schwer zu sagen. Wichtig ist, daß in diesen beiden Fällen weder in den Lungen, noch im Herzen sich Veränderungen nachweisen ließen, die die Annahme einer besonderen Disposition für retrograde Embolie erlauben.

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Copyright information

© Verlag von August Hirschwald 1917

Authors and Affiliations

  • Fritz Ziegler
    • 1
  1. 1.Pathologisch-anatomischen Institut BaselSchweiz

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