Advertisement

Arbeitsphysiologie

, Volume 7, Issue 3, pp 358–380 | Cite as

Untersuchungen über die Wirkung zwangsläufiger zeitlicher Regelung von Arbeitsvorgängen

III. Mitteilung: Die Schwankungen der Leistungsfähigkeit während des Tages und die Frage einer „physiologischen Arbeitskurve“
  • Otto Graf
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die freie Arbeit ist zur Erforschung von tagesperiodischen Schwankungen der Leistungsfähigkeit nicht geeignet, da Leistung und Leistungsfähigkeit nicht in einem konstanten Verhältnis stehen.

     
  2. 2.

    Ein geeignetes Mittel ist das Studium zwangsläufig geregelter Arbeitsformen, insbesondere der gebundenen Flie\arbeit. Dadurch, da\ die geforderte Leistungsgrö\e unverändert und auch unbeeinflu\-bar durch den Arbeiter bleibt, bietet das Ma\ der Anstrengung, das zur Bewältigung der Leistung nötig ist, ein Kriterium der jeweiligen Schwankungen der Leistungsfähigkeit.

     
  3. 3.

    Im systematischen Laboratoriumsversuch gewinnt man neben den Ergebnissen der Selbstbeobachtung auch objektive Beurteilungsgrundlagen dieser Schwankungen durch die Feststellung der wirklichen Arbeitsgeschwindigkeit, d. h. der Inanspruchnahme der vorgesehenen Reservezeiten.

     
  4. 4.

    Im praktischen Betriebe geben Fremd- und Selbstbeobachtungen der Arbeiter bei gebundener Flie\arbeit Einblicke in den Verlauf der Schwankungen der Leistungsfähigkeit.

     
  5. 5.

    Ergänzt wird dieses Bild durch die Erfahrungen bei Flie\arbeit mit wechselnder Bandgeschwindigkeit und bei ungebundener Flie\-arbeit mit Sichtbarmachung der Arbeitsgeschwindigkeit und des Arbeitsfortschrittes in Hinsicht auf das Tagespensum.

     
  6. 6.

    Diese Beobachtungen und die in der Literatur niedergelegten psychologischen und physiologischen Erfahrungen sprechen für eine charakteristische Schwankung der Leistungsfähigkeit im Laufe des Tages, die nicht nur durch die vorausgegangene Arbeit mit ihren Ermüdungsfolgen, sondern in der Hauptsache durch einen den Ursachen nach unbekannten „inneren Rhythmus“ zustande kommt.

     
  7. 7.

    Es wurde versucht, eine solche physiologische Grundform auf Grund statistischer Untersuchungen und arbeitspsychologischer Erfahrungen für konkrete Verhältnisse in der Industrie unmittelbar verwendbar zu machen als sogenannte „physiologische Arbeitskurve“, nach welcher der Arbeitsablauf am zweckmä\igsten geregelt wird.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1933

Authors and Affiliations

  • Otto Graf

There are no affiliations available

Personalised recommendations