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Arbeitsphysiologie

, Volume 4, Issue 3, pp 278–292 | Cite as

Eine Untersuchung der optimalen Bedingungen beim Hammerschlag

  • S. J. Philippowitsch
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Bei Untersuchungen, die das physiologische Arbeitsoptimum auf Grund des Energieverbrauchs pro Arbeitseinheit verfolgen, ist es notwendig, die ganze Restitutionsperiode mit einzubeziehen.

     
  2. 2.

    Die Anwendung der biomechanischen Methodik bei Untersuchungen im Gebiete der Arbeitsrationalisierung kann wertvolle praktische Resultate geben und Schlußfolgerungen korrigieren, welche auf Grund von Untersuchung nur des Energieverbrauchs allein bei verschiedenen Arbeitsbedingungen erhalten werden.

     
  3. 3.

    Von den in dieser Arbeit untersuchten Schnelligkeiten und Belastungen sind bei der Hammerarbeit vom Standpunkt des Energieverbrauchs pro Leistungseinheit die optimalen Bedingungen die folgenden: Hammergewicht 5 kg und Tempo 45 Schläge pro Minute (bei vollem Schwung).

     
  4. 4.

    Die in einem langsamen Tempo, besonders unter 35 Schläge pro Minute, geleistete Arbeit ist nicht rationell, was offenbar durch den verhältnismäßig bedeutenden Energieverbrauch auf Haltearbeit erklärt werden kann.

     
  5. 5.

    Die Arbeit mit einem leichteren Hammer (im gegebenen Fall 2 kg) ist nicht rationell infolge des verhältnismäßig großen Energieverbrauchs für die Leerbewegung.

     
  6. 6.

    Die Arbeit mit einem schweren Hammer (im gegebenen Fall 7 kg) ist infolge der ungenügenden Schlagkraft ebenfalls nicht rationell.

     
  7. 7.

    Es muß betont werden, daß das Grundziel der vorliegenden Arbeit die Bestimmung der Gesetzmäßigkeiten im Energiewechsel bei einem gegebenen Arbeitsprozeß war.

     

Die Bestimmung der konkreten Optimalbedingungen bei verschiedener Arbeit, zwecks Erreichung rein praktischer Resultate, muß aber entweder, falls möglich, unmittelbar in Betriebsbedingungen gemacht werden, oder es müssen im Laboratorium solche Versuchsverhältnisse geschaffen werden, die in jedem Einzelfall den Betriebsbedingungen gleichen können.

Außerdem muß hoch betont werden, daß, obgleich wir uns in der vorliegenden Arbeit auf die Angaben der Energiewechsel basieren, wir es doch nicht glauben, daß diese Methode imstande ist ein volles Bild der im Organismus während der Arbeit auftretenden Veränderungen zu geben.

Zur Lösung der praktischen Fragen muß unbedingt, wo es nur möglich ist, eine komplexe Untersuchungsmethode angewandt werden. Indem wir in der vorliegenden Arbeit die Veränderungen des Energiewechsels bei Hammerarbeit untersuchten, haben wir die komplizierte Frage der Rationalisierung dieses Arbeitsprozesses nur teilhaft lösen können.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1931

Authors and Affiliations

  • S. J. Philippowitsch
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für Arbeitshygiene an der Medizinischen Fakultät der 1Moskauer staatl. UniversitätUdSSR

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