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Arbeitsphysiologie

, Volume 9, Issue 1, pp 51–61 | Cite as

Über den Einfluß der Körperarbeit auf die Pulsfrequenz

  • M. Tiitso
  • A. Pehap
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wird die Pulsfrequenz von 20 männlichen Versuchspersonen im Alter von 15–39 Jahren bei Körperruhe, während einer 15 Min. dauernden Arbeit am Fahrradergographen und unmittelbar nach Aufhören der Arbeit mit dem Pulszeitschreiber vonFleisch registriert.

     
  2. 2.

    Die psychische Einstellung zu der bevorstehenden Arbeitsleistung löst einen wechselnden Grad der Pulsbeschleunigung aus.

     
  3. 3.

    Bei Arbeitsleistungen, die mit zwischen 100–140 p. M. liegenden Pulsfrequenzen einhergehen, wird das Arbeitsniveau der Pulsfrequenz in 3–15 Sek. nach Beginn der Arbeitsleistung durch ein unmittelbar im Moment des Arbeitseintrittes einsetzendes Emporschnellen der Pulsfrequenz erreicht. Geht die Arbeit mit höheren Pulsfrequenzen einher, so folgt dem schnellen Anstieg der Pulsfrequenz eine weitere, relativ langsamere, 45–90 Sek. dauernde Pulsbeschleunigung, die zur Einstellung des Arbeitsniveaus der Pulsfrequenz führt.

     
  4. 4.

    Bei trainierten Individuen stellt sich die Pulsfrequenz auf die während der Arbeitsleistung stattfindenden Veränderungen der Arbeiteintensität ein. Bei untrainierten Versuchspersonen nimmt dagegen die Pulsfrequenz fortwährend bis zum Aufhören der Arbeit zu.

     
  5. 5.

    Die Stärke der respiratorischen Arrhythmie bei Körperruhe steht in keiner Beziehung zu der Leistungsfähigkeit des Individuums.

     
  6. 6.

    Die Dauer der unmittelbar nach Aufhören der Arbeit einsetzenden raschen Pulsverlangsamung steht im Verhältnis zu der Höhe der während der Arbeit erreichten Pulsfrequenz und variiert entsprechend zwischen 30 Sek. und 3 Min. Die Pulsverlangsamung beginnt in einigen Fällen erst mit einer 12–30 Sek. dauernden Latenzzeit.

     
  7. 7.

    Die Arbeit geht mit einer das Maß der Pulsbeschleunigung überschreitenden Verkleinerung der respiratorischen Arrhythmie einher.

     
  8. 8.

    In den meisten Fällen setzen unmittelbar nach Aufhören der Arbeit starke, zu der Atmung in keiner Beziehung stehende, wellenförmige Schwankungen der Pulsfrequenz ein, die eine abnorme Labilität der Pulsfrequenz bedingen.

     
  9. 9.

    Nach Arbeitsleistungen, die mit andauernden, exessiv hohen, zwischen 200–225 p. M. betragenden Pulsfrequenzen einhergehen, tritt gelegentlich eine Pulsstarre (vollständig gleichmäßige Pulsfrequenz) in Erscheinung.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1935

Authors and Affiliations

  • M. Tiitso
    • 1
  • A. Pehap
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität TartuEstland

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