Über Kurarewirkung der Tellurite am Frosch

  • Richard Labes
Article

Zusammenfassung

Bei der Vergiftung von Temporarien und Eskulenten mit kleinen Dosen Kaliumtellurit kommt es zu einem Zustand völliger Lähmung der Hinterextremitäten und fast völliger Lähmung der Vorderextremitäten. Bei genügend fortgeschrittener Lähmung der Hinterextremitäten ist die indirekte Erregbarkeit der Ischiadici erloschen. Die direkte Muskelerregbarkeit dagegen ist noch erhalten. Ebenfalls ist die Sensibilität selbst in den Hinterextremitäten noch intakt. Es handelt sich also bei diesem Vergiftungsbild um eine vorwiegend peripher angreifende motorische Lähmung.

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Literatur

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    Bei den Selenitversuchen an Fröschen haben Czapek und Weyl zwar die indirekte Erregbarkeit in der Weise untersucht, indem sie die Arteria eruralis der einen Seite unterbanden, und dann die Erregbarkeit des Ischiadicus der vor der Seleniteinwirkung geschützten Extremität mit der der anderen Seite verglichen. Bei der Telluritvergiftung aber, die außerordentlich langsam verläuft, war diese Methode nicht angängig, da bei so langer Einwirkungszeit das unterbundene Bein erstickt wäre.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1929

Authors and Affiliations

  • Richard Labes
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität BonnBonnDeutschland

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