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Untersuchungen über die Abhängigkeit der Wirkung oestruserzeugender Substanzen vom zeitlichen Verlauf ihrer Zufuhr

Versuche mit Oestron und Oestradiol an der kastrierten weiblichen Ratte
  • Werner Koll
  • Hans Nocken
Article

Zusammenfassung

Die Widersprüche in den Angaben über die Wirkungsstärke chemisch verschiedener Stoffe mit Follikelhormonwirkung können darauf beruhen, daß bei einer schematischen Versuchsanordnung der zeitliche Verlauf des Hormonangebotes sehr verschieden ist. Ferner ist auch die Möglichkeit zu berücksichtigen, daß eine für die Tierart charakteristische Geschwindigkeit der Gewebsreaktion die Wirkungsmöglichkeit zugeführten Hormons zeitlich begrenzt.

Unter diesen Gesichtspunkten wurden im Allen-Doisy-Test an der Ratte für Oestron und Oestradiol in wässeriger Lösung die optimalen Wirkungsbedingungen ermittelt (Ergebnis für beide Stoffe: Injektion über 2 Tage mit je drei gleich großen Teildosen täglich) und in dieser Anordnung die optimalen mittleren Wirkungsdosen im Reihenversuch bestimmt.

Die an drei verschiedenen Tierserien gefundenen mittleren Wirkungsdosen von Oestron und Oestradiol zeigen die Verhältnisse 6,9∶1; 8,5∶1; 9,7∶1.

Bei Ausdehnung der Hormonzufuhr auf 3 Tage steigt die „mittlere wirksame Dosis” im Vergleich zu zweitägiger Zufuhr gerade annähernd um den Betrag einer „mittleren-Tages-Wirkungsdosis”, d. h. die Zahl positiver Tiere, welche durch zwei „mittlere Tageswirkungsdosen”, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen injiziert, erzeugt werden, steigt durch die Injektion einer weiteren mittleren Tageswirkungsdosis am 3. Tage nicht mehr an. Diese 3. Tagesdosis wirkt jedoch eindeutig verzögernd auf den Eintritt des Oestrus, während sie seine Dauer verlängert. Unter dem Vorbehalt, daß diese Befunde noch einer Ergänzung durch histologische Untersuchungen bedürfen, wird aus den Untersuchungsergebnissen die Folgerung gezogen, daß am Vaginalepithel der Ratte nur die innerhalb von etwa 48 Stunden einwirkenden Hormondosen für Eintritt oder Ausbleiben des Volloestrus entscheidend sind, obgleich nach Ablauf dieser Zeit noch keine nennenswerten morphologischen Veränderungen im Vaginalabstrich erkennbar sind.

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1938

Authors and Affiliations

  • Werner Koll
    • 1
  • Hans Nocken
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität Frankfurt a. MainFrankfurt a. MainDeutschland

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