Ueber den absoluten und relativen Werth der Schwefelsäureausfuhr durch den Harn im Fieber

  • Paul Fürbringer
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Literatur

  1. 1).
    Das Manuscript der vorliegenden Mittheilungen ist hereits im Juni 1877 der Hauptsache nach von mir abgeschlossen, seine Einsendung indess durch äussere Umstände mehrere Monate verzögert worden. Inzwischen erscheinende Publicationen von verwandtem Thema sind in den “Nachträgen” berücksichtigt worden. Wie man aus dem, was Nachtrag I besagt, ersicht, sind die Resultate selbst von der älteren Abhandlung Zülzer's (die mir leider bei der ersten Durchsicht der Literatur entgangen) ganz unabhängig gewonnen worden.Google Scholar
  2. 2).
    Chemische Untersuchungen des Harns am Krankenbett. Archiv f. physiol. u. pathol. Chem. u. Mikrosk. IV. Jahrg. (1847.) S. 516 etc.Google Scholar
  3. 3).
    Lehrb. d. physiol. Chemie. II. Aufl. 1853. II. Bd. S. 349.Google Scholar
  4. 1).
    Dieses Archiv Bd. 76. 1776. S. 223–251 u. 282–311, sowie: Ueber die Ausscheidung der Phosphorsäure im Urin bei fieberhaften Krankheiten, Charité-Annalen, 1. Jahrgang, S. 673–688.Google Scholar
  5. 1).
    Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dass trotz der Differenzen zwischen den Resultaten der directen N-Bestimmung und derjenigen der Berechnung aus der Menge des\(\mathop U\limits^ +\)r diese letztere Methode ein für die in Rede stehenden Versuchsreihen durchaus brauchbares Verfahren bildet, schon darum, weil jene geringfügigen Abweichungen in denselben einen genügenden Ausgleich finden. S. darüber: “Untersuchungen über den Stoffverbrauch des normalen Menschen” von Pettenkofer und Voit (Zeitschrift für Biologie, II. Band 1866. S. 469), nach denen der Fehler meist so verschwindend klein ist, dass man vollständig berechtigt ist, aus dem durch die Liebig'sche Titrirmethode ermittelten\(\mathop U\limits^ +\)r den N-Gehalt zu berechnen. Cf. ausserdem die Resultate, zu welchen Parkes und Wollowicz (Chem. Centralbl. 1870. S. 631) gelangten und die Urtheile Neubauer's (l. c. S. 245) über die Berechtigung der Behauptung Schenk's (“Ueber den Werth der quantitativen Bestimmung des\(\mathop U\limits^ +\)r nach Liebig”, Sitzungsber. d. kais. Akad. der Wiss. Bd. LIX. 1869. S. 162–168), dass die Liebig'sche Methode für Stoffwechselversuche beim Menschen unbrauchbar sei.Google Scholar
  6. 2).
    Einige Analysen wurden mittelst der Neubauer'schen Titrirungsmethode (l. c. S. 203) angestellt, von der ich übrigens bald abstand, weil ich mich in der That nicht zu überzeugen vermochte, dass dieses Verfahren wenig umständlich und nicht weniger genau als die Wägungsmethode sei.—Ich kann nicht umhin, bei dieser Gelegenheit eine approximative Bestimmungsmethode der SO3, die ich bei einer Anzahl dieser Versuche gelegentlich als Vorprüfung austelle und deren Resultat ich mit den Ergebnissen der Wägung verglich, der Beachtung des Practikers, dem Schmelztiegel und Waage nicht zu Gebote stehen, dem aber an relativ genauen Resultaten gelegen, zu empfehlen. Da der Niederschlag von schwefelsaurem Baryt nicht, wie Ziegler angiebt, sehr schlecht, sondern schr gut und namentlich sehr gleichmässig sedimentirt (nur müssen stark gesättigte Harne verdünnt und den heissen Gemischen die nöthige Zeit gelassen werden), so kann man, wenn man den Niederschlag von grösseren Harnquoten (nicht unter 300 Ccm.) nach dem Abgiessen des Harns in engste, graduirte Standcylinderchen spült, meist schon nach wenigen Stunden das obere, nunmehr stationäre Niveau der Niederschlagssäule ablesen, und wenn man im Besitz auch nur einer Wägung dieser Fällung ist, die Höhe des Niederschlags für heliebig lange Versuchsreihen in Gewicht übersetzen. Die nur bei sehr harnsäurereichen Harnen mitfallende Harnsäure alterirt die Genauigkeit dieses Verfahrens kaum, dessen Resultate von jenen der Wägung nur um wenige Centigramme differirt.Google Scholar
  7. 1).
    Vgl. Baumann, Ueber Sulfosäuren im Harn (Berlchte der d. chem. Ges. zu Berlin, 9. Jahrg. 1876, S. 54) und Ueber gepaarte Schwefelsäuren im Harn (Arch. f. Physiol. XII. S. 69 u. XIII. S. 285).—Cf. ausserdem Nachtrag III (S. 55).Google Scholar
  8. 1).
    deren Genuss nach dem ühereinstimmenden Urtheil aller Autoren die SO3-Ausfuhr mit dem Harn steigert. Cf. u. A. Krause (De transltu sulfuris in urinam, Diss. 1853.), Sick (Vers. üb. d. Abhäng. des SO3-Gehalts des Urins von der SO3-Zufuhr, Diss. 1859.), Gruner (Die Ausscheidung der SO3 durch den Harn, Diss. 1852).Google Scholar
  9. 1).
    Der Kürze halber sind die Zahlen der Columne I, a der Mittelwerthtabelle als Fieberwerthe, die der Columne I, b als Convalescenzwerthe (unter Convalescenz hier nur die fieberfreien Tage bis zur Aeuderung der bisher gleichen Fieberdiät verstanden) und jene der Columne II als Normal werthe (obgleich sie zum Theil noch unter den gangbaren Begriff der Convalescenz fallen) bezeichnet.Google Scholar
  10. 2).
    Ich habe vermieden, aus der Reihe der Mittelwerthe einen letzten Durchschnittswerth zu berechnen, um die Fehfergrenzen, die ohnehin durch die Aufstellung der Mittelwerthtabelle bei der sehr verschieden langen Fieberdauer erweitert sind (wenn sie sich auch für den Hauptzweck dieser Arbeit nahezu ausgleichen) nicht zu grossen Spielraum zu gewähren. Wenn sich aus den Normalmittelwerthen trotz der geringen Anzahl der Beobachtungsreihen auffallende Uebereinstimmungen mit den Resultaten der anderen Autoren ergeben (s. u.), so ist das hier wohl elne Folge der nur mässigen Differenzen des Ernährungszustandes und des Alters der beobachteten Patienten (abgesehen natürlich von Fall 9).Google Scholar
  11. 1).
    Von Fall 9 (5jähriges Kind) ist hier natürlich abgesehen.Google Scholar
  12. 2).
    S. den Fall von Pneumonie (No. 1), wo am 1. Tage 4,0, am 7. 2,05 SO3 ausgeschieden wurden.Google Scholar
  13. 3).
    S. Fall 3 u. 6.Google Scholar
  14. 4).
    S. Fall 8 (Mittelwerthtahelle).Google Scholar
  15. 5).
  16. 1).
    Die Menge der im croupösen Exsudat enthaltenen Schwefelsäure dürfte wohl hier kaum in Betracht kommen, um so weniger, als bei der Zu- und Abnahme des mässigen pleuritischen Ergusses (No. 7 u. 8) kaum eine Alteration der Schwefelsäureausscheidung sich bemerken lässt. Damit steht im Einklange Vogel's Behauptung, dass die enorme Ausscheidung von Chlor beim Eintritt der Diurese nicht von einer gesteigerten SO3-Secretion begleitet ist. Eine Ausnahme scheint jedoch Fall 9 zu machen, wo trotz der Beibehaltung derselben Diät ein grösserer Entfieberungswerth verzeichnet ist, der nicht auf die flüssigen Entleerungen zu beziehen ist, da dieselben auch während der Entfieberung bestanden.Google Scholar
  17. 2).
    Desgleichen nach Parkes der acute Gelenkrheumatismus.Google Scholar
  18. 3).
    Wahrscheinlich spielt hier der Schwefelsäuregehalt der Typhusstühle eine vicarijrende Rolle. (Steigerung der Gallensecretion!).Google Scholar
  19. 1).
    Nach Gruner (Die Ausscheidung der SO3 durch den Harn, Diss. Giessen 1852) ist die Constitution von grossem Einfluss auf die SO3-Ausfuhr. Verf. hat auffallende Schwankungen constatirt, für die er keine äusseren Veranlassungen aufzudecken vermochte und für die “wir innere, zur Zeit noch unbekannte Bedingungen substituiren müssen”.Google Scholar
  20. 2).
    Gruner (l. c.) giebt den Normalmittelwerth zwischen 1,509 und 2,371 schwankend an, Krause (l. c.) 1,339–2,141, Clare (Experimenta de excretione acidi sulfurici per urinam, Diss. Dorpat 1854) 1,858–2,973 und Sick (l. c.) 2,204–3,105. Die letzteren Werthe sind jedenfalls für normale Verhältnisse (mittleres Körpergewicht, normale Lebensweise, gewöhnliche gemischte Diät) zu hoch gegriffen. Nach Weidner (Untersuchungen normalen und pathologischen Harns, Rostock 1867—Original nicht zugänglich) stellt sich der Mittelwerth auf 2,1, nach Vogel (l. c.) auf 2,094. Alle diese Werthe begreifen, wie schon früher erwähnt, die Quote der gepaarten Schwefelsäuren mit in sich.Google Scholar
  21. 3).
    die also für das Verhältniss SO3: N eine einseitige Alteration des Stoffwechsels repräsentirt.Google Scholar
  22. 1).
    Ueber die Beziehungen des Taurins zur SO3 cf. Salkowski (Centralbl. f. d. med. Wiss. 1872, No. 34 u. 1873, No. 30) u. Kunkel (Arch. f. Physiol. XIV, S. 344).Google Scholar
  23. 2).
    Nach Engelmann (P2O5- u. SO3-Ausfuhr bei körp. Arbeit, Arch. f. Physiol. u. Anat. 1871, S. 14), welcher die SO3- und nicht die\(\mathop U\limits^ +\)r als Maass der Eiweisszersetzung betrachtet, würde man von einem schnelleren Zerfall der Proteinkörper zu\(\mathop U\limits^ +\)r gegenüber der S-Oxydation während der Entfieberung sprechen müssen.Google Scholar
  24. 3).
    Von einer Retention der bereits zu SO3 oxydirten S-Verbindungen kann nicht gut die Bede sein, da wir zu keiner Zeit und in keinem Organ des Körpers mehr als Spuren von Sulfaten nachweisen können (cf. Kühne, Lehrb. d. physiol. Chemie, S. 533). Vielmehr wird dem minderen Umsatze des wührend des Fiebers einseitig abmagernden Muskelgewebes wohl der Hauptantheil an der Verminderung der SO3 zuzuschreiben sein.Google Scholar
  25. 1).
    Salkowski reducirt diese Zahl aus mir unbekannten Gründen auf 8–10.Google Scholar
  26. 2).
    Hierbei sei bemerkt, dass, wie der Autor in einer brieflichen an mich gerichteten Mittheilung selbst hervorhebt, der Minderwerth der relat. Schwefelsäureausfuhr in seiner älteren Publication (s. Nachtrag I.) gegenüber diesen Zahlen darin seine Erklärung findet, dass die Säure dort als SO3 ausgedrückt, hier als H2SO4 berechnet ist.Google Scholar

Copyright information

© Druck und Verlag von G. Reimer 1878

Authors and Affiliations

  • Paul Fürbringer
    • 1
  1. 1.chemischen Laboratorium der medicinischen Klinik zu HeidelbergHeidelbergDeutschland

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