Über die Resorptionszeit von Gasen in der Brusthöhle

  • Werner Teschendorf
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Zusammenfassung

Die Resorption von Gasen geht in der Brusthöhle des Hundes stets mit größerer Schnelligkeit vor sich als in der Bauchhöhle.

Vergleicht man den Blutweg mit einer Flüssigkeitsschicht, so geht die Diffusion von Gasen aus der Brust- oder Bauchhöhle nach einem Gesetz vor sich, welches Exner für die Diffusion von Gasen durch Flüssigkeitsschichten aufstellte. Die Resorptionszeiten verhalten sich dann umgekehrt proportional dem Quotienten aus Absorpitionskoffizient und Quadratwurzel aus der Dichte. Tatsächlich geht die Reihe der Resorptionszeiten verschiedener Gase den Exnerschen Zahlen im wesentlichen parallel. Bei genauer zahlenmäßiger Vergleichung ergeben sich Abweichunge, die durch spezifische Löslichkeit und Bindungsvermögen einzelner Gase im Blut zu erklären sind. Die größte Abweichung besteht beim Äthan, wohl bedingt durch die Fettlöslichkeit dieses Gases.

Schwefelwasserstoff ließ sich bei Hunden derart dosieren, daß, je nach der infundierten Menge, die verschiedenen Stadien der Giftwirkung mit gro\er Sicherheit demonstriert werden konnten. An sich tödliche Mengen zusammen mit Luft injiziert, waren mehr oder weniger wirkungslos.

Ein Pneumothorax war bei Hunden mit Stickoxydul, Kohlensäure, Azetylen und Schwefelwasserstoff wegen der schnellen Resorption dierser Gase nicht anzulegen.

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1924

Authors and Affiliations

  • Werner Teschendorf
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik Königsberg i. Pr.KönigsbergDeutschland

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