Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten

, Volume 106, Issue 1, pp 238–259 | Cite as

Die progressive Paralyse des Greisenalters

Nach dem Material der MÜnchner Klinik in den Jahren 1930–1935
  • Helmut HÜttenhain
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Zusammenfassung

Der Anteil dersenilen Paralyse, d. h. derjenigen mit einem Erkrankungsalter Über das 6. Lebensjahrzehnt hinaus, beträgt von 1930–1935 an der MÜnchner Klinik 5,5 % von der Gesamtaufnahme aller Paralysefälle. Eine stärkere Beteiligung des weiblichen Geschlechts (Herschmann) ist nicht festzustellen; vielmehr sind beide Geschlechter an der senilen Paralyse in einem Verhältnis beteiligt, wie wir es heute fÜr die Paralyse des mittleren Lebensalters annehmen mÜssen. Es entfallen etwa 60 % auf das männliche, etwa 40 % auf das weibliche Geschlecht. Es besteht also auch keine Veranlassung, eine längere Inkubationszeit fÜr das weibliche Geschlecht anzunehmen.

Etwa 1/3 der Patienten zeigten klinisch das Bild einer unspezifischen Alterspsychose. Die richtige Diagnose ist in solchen Fällen nur mit Hilfe der Liquoruntersuchung zu stellen. EntgegenKirschbaum, der keinen Zusammenhang zwischen Alter des Patienten und Symptomatologie fand, sind wir auf Grund unseres Materials zu folgender Feststellung berechtigt: Je älter der Patient beim Ausbruch der Paralyse ist, um so eher sind arteriosklerotische bzw. senile ZÜge zu erwarten. - Paranoide ZÜge gelangten 10mal so häufig zur Beobachtung wie bei der Paralyse des mittleren Lebensalters, es dÜrfte sich also dabei um ein besonderes Charakteristikum der senilen Paralyse handeln (Herschmann). Dagegen scheinen expansive Formen seltener zu sein.

Bei frÜhzeitiger Behandlung sind auch noch bei der senilen Paralyse Erfolge zu erzielen; es scheint, da\ rein paralytisch aussehende Fälle am ehesten gÜnstig zu beeinflussen sind.

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© Verlag von Julius Springer 1937

Authors and Affiliations

  • Helmut HÜttenhain

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