Archiv für Dermatologie und Syphilis

, Volume 21, Supplement 1, pp 783–828 | Cite as

Ueber die Ausscheidungsgrösse des Quecksilbers bei den verschiedenen Arten seiner Anwendung

  • Rudolf Winternitz
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Literatur

  1. 2).
    Wolff und Nega. Deutsche med. Wochenschr. 1885.Google Scholar
  2. 3).
    Auf die Ungenauigkeit der Dosirung und die Verluste bei der Injection von Calomelmischungen haben Neisser, Kopp und Chotzen sowie Welander aufmerksam gemacht.Google Scholar
  3. 4).
    Nega, Michailovski, Souchov, Welander, Landsberg. Diesem Bedürfnisse nach quantitativen Bestimmungen hat Neisser in seinem Referate über die Therapie der Syphilis auf dem V. Congresse für innere Medicin 1886 beredten Ausdruck gegeben; auf Seite 29 (Separatabdruck) heisst es: „Auf eine quantitative Vergleichung der bei den verschiedenen Behandlungsmethoden sich ergebenden Hg-Befunde können wir aber umsoweniger verzichten, als bei den heutigen Methoden wir schon die minimalste Menge Hg im Urin oder den Fäces nachzuweisen vermögen, und dadurch z. B. bei der Frage, wann nach Beginn der Cur Hg im Urin erscheint, trotz aller Differenz der Curmittel einen fast gleichartigen Befund erhalten. Das Quantum des Hg-Gehaltes ist thatsächlich nicht einmal zu schätzen etc...”Google Scholar
  4. 5).
    S. Riederer's (Neues Repert. f. Pharmacie, Bd. 17. S. 275) combinirtes Verfahren; erst in jüngster Zeit scheint es Ludwig mit Hilfe einer vereinfachten Zerstörung organischer Substanz gelungen zu sein, auch aus thierischen Geweben das Hg möglichst vollständig abzuscheiden. —Siehe das Referat in Nr. 9 der Monatsh. f. prakt. Derm. 1889.Google Scholar
  5. 6).
    Schneider, Kussmaul und Gorup-Besanez wiesen das Hg in den Organtheilen von Personen, die medicamentös oder gewerblich Hg aufgenommen hatten, noch 6 Monate später nach.Google Scholar
  6. 7).
    Wir nennen als die wichtigsten die von Schneider, Ludwig, Mayer Almén, Witz und deren Modificationen von Fürbringer, Lehmann, Schridde, Wolff und Nega.Google Scholar
  7. 8).
    Weniger als 0·1 Mgr. in 1000 Gr. Flüssigkeit; die meist am Harne gewonnen Resultate sind folgende: Die Ausscheidung beginnt binnen wenigen Stunden nach hypodermatischer Application löslicher Hg-Salze (Welander, Borowski), innerhalb 1–2 Tagen nach der ersten Inunction, der ersten Einspritzung eines unlöslichen Hg-Salzes oder der ersten internen Verabreichung (Nega, Welander, Michailovski), sie findet nach der Meinung einiger Autoren (Schneider, Vajda, und Paschkis, Oberländer) mit Intermissionen, nach den Befunden anderer (Landsberg, Nega, Schuster, Welander, Michailovski, Souchov) constant während der Hg-cur und in der sogenannten Remanenz statt.Google Scholar
  8. 9).
    aus den in der ersten Mittheilung veröffentlichten Zahlen gezogen: meine Zahlen dürften der unteren Grenze und dem Mittelwerthe der bei Inunctionen erhaltbaren Ausscheidungsgrösse entsprechen, da bei Auswahl der Patienten namentlich auf eine möglichst unveränderte Hautdecke geachtet wurde; ob bei pathologisch veränderter Haut (papulöse Exantheme, Exfoliation, Ulceration) die Aufnahme und Ausscheidung nicht grösser sind, wie das sehr wahrscheinlich ist, wäre zu untersuchen.Google Scholar
  9. 10).
    Dass nicht etwa von aussen kommende Verunreinigungen das Resultat beeinflussen, wurde in jedem Falle durch entsprechende Vorsichtsmassregeln zu verhüten gesucht. Deshalb kann ich auch bei mehreren von den Fällen mit hohen und den höchsten Ziffern aufs Bestimmteste aussprechen, dass das im Harne nachgewiesene Quecksilber ausgeschieden wurde. Denn bei diesen Fällen, die ich ebenso wie die anderen täglich sah, um die Harnentleerung zu controliren, war keine örtliche Affection am Genitale vorhanden, die eine Localbehandlung erheischt hätte. Wo letztere (gewöhnlich blos durch 1–2 Tage) stattgefunden hatte, wurde sie ausgesetzt und es wurde erst nach mehreren Tagen, innerhalb derer man das Genitale entsprechend gereinigt hatte, untersucht.Google Scholar
  10. 11).
    In einem Falle schwerer Intoxication, mit mehrtägiger Anurie, der auf die königl. Hautklinik gekommen war, habe ich die Fäces untersucht. Der Zustand war durch irrthümliche Anwendung einer sehr starken alkoholischen Sublimatlösung auf eine eczematöse Partie des behaarten Kopfes entstanden. Cyanose, Puls von 104–132; Anurie, Stomatitis, Tenesmus. Die Stühle des zweiten, dritten (beide dunkelgrün) und vierten Tages wurden untersucht, und zwar die grössere Hälfte des zweiten Tages gesondert, der übrige Theil des zweiten, sammt den ganzen Fäces vom dritten Tage zusammen, die Fäces des vierten Tages gesondert. Die Zerstörung der organischen Substanz geschah in mehr weniger vollständiger Weise durch gelindes Kochen mit K Mn O4 und H Cl in einer Retorte, die mit Rückflusskühler in Verbindung stand. (Bei etwas stärkerem Erhitzen unter der Retorte erhält man eine völlig klare, weingelbe Lösung.) Hierauf gelindes Erwärmen der auf ein grösseres Volumen gebrachten Rückstände behufs Vertreibung des überschüssigen Chlors, Abstumpfung der stark sauern Flüssigkeit und Ansäuerung auf etwa 5 Procent; sodann Abscheidung und Bestimmung des Hg nach der beschriebenen Art. In der ersten Portion wurde gefunden 0·0013 Hg In der zweiten Portion wurde gefunden 0·0024 Hg In der dritten Portion wurde gefunden 0·0025 Hg Ob dies die gesammte Hg-Menge gewesen ist, kann nicht entschieden werden, nachdem ich die erwähnte Methode noch nicht genügend controlirt habe, auch lassen sich keine Schlüsse über die Darmsecretion ziehen, nachdem die Darmschleimhaut zur Zeit der Untersuchung jedenfalls auch Veränderungen bot, die die Abscheidung des Quecksilbers beeinflussen können.Google Scholar
  11. 12).
    Borowski und Michailowsky, deren Arbeiten mir im Orginale (russisch) nicht zugänglich waren, nehmen einen Parallelismus von Mundaffection und grösstem Quecksilbergehalt des Harnes an; während ich für Injectionen einen ähnlichen Schluss für gestattet halte, wobei ich aber die Angabe einer bestimmten Zahlengrösse der Ausscheidung als zusammenfallend mit Stomatitis, wie dies Borowski thut, als unstatthaft erkläre, kann ich mich bezüglich des Auftretens von Mundaffectionen bei der Inunctionscur gar nicht entscheiden, da ich mehrmals bei Untersuchung von Harnen bei Leuten mit leichten Stomatitiden geringe Zahlen namentlich im Vergleich mit denen nach Injectionen erhielt.Google Scholar
  12. 13).
    Auf Fürbringer's Angabe citirt nach Fortschr. d. Med. 1886, S. 63, der bei 8 Procent inungirender Patienten Albuminurie gefunden, habe ich voriges Jahr, von Herrn Dr. Richter, Assistenten der dermatologischen Klinik des Prof. Pick freundlichst unterstützt, und noch häufiger heuer, Harne von Patienten mit Hg-Curen auf Eiweissgehalt untersucht, in den geprüften Fällen war keiner vorhanden.Google Scholar
  13. 14).
    S. Melsens (wohl nur theoretische) Behauptung, dass das Jodkalium, bei Mercurialismus angewendet, durch Lösung des im Körper vorhandenen Quecksilbers eine acute, selbst tödtliche Quecksilbervergiftung zur Folge haben könnte. Citirt nach Kussmaul, Untersuchungen über den constitutionellen Mercurialismus etc. 1861, S. 404.Google Scholar
  14. 15).
    Frey, Berliner klin. Wochenschr. 1886, Nr. 84 und Borowski, III. Congress russischer Aerzte.Google Scholar
  15. 16).
    Güntz, ref. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1874, 4. H., S. 606.Google Scholar
  16. 17).
    Güntz, Chemischer Nachweis von der Ausscheidung des Quecksilbers etc. nach dem Gebrauch der Aachener Kaiserquelle. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1877, 3. H., S. 297–314 u. Ref. daselbst 1878, 1. H., S. 156, fand eine Vermehrung des Harnstoffs (im Urin) bei Genuss von Schwefelwasser. Seine Zahlen, die jedoch keine procentische, sondern höchstens eine nur absolute Harnstoffvermehrung ausdrücken, sind nicht beweisend, da die gesteigerte Flüssigkeitszufuhr und- Ausscheidung an sich dasselbe bewirkt; übrigens ist die Zusammensetzung der Nahrung, die doch sehr in Frage kommt, nur ungefähr erwähnt.—Berestovski, ref. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1887, S. 411.Google Scholar
  17. 18).
    v. Boeck, Untersuchung über die Zersetzung des Eiweisses im Menschen unter dem Einfluss von Quecksilber und Jodkalium. Zeitschr. f. Biol. 1869, ref. in d. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1870.Google Scholar
  18. 19).
    Rabuteau und Milanese citirt im Lehrb. d. Arzneimittell. Harnack 1883, S. 248.Google Scholar
  19. 20).
    Schneider, über Ausscheidung des Hg während und nach Hg-Curen. Wiener med. Jahrb. 1861 u. B. XL. der Sitzungsb. d. k. Akad. d. Wissensch., pag. 239.Google Scholar
  20. 21).
    Vajda und Paschkis, Ueber den Einfluss des Hg auf den Syphilisprocess, mit Berücksichtigung des sogenannten Mercurialismus. Wien, Braumüller 1880.Google Scholar
  21. 22).
    Melsens, Lorinser, Hermann, Kletzinsky, ref. in Kussmaul's Untersuchungen über d. constit. Mercur. Würzburg 1861, S. 410.Google Scholar
  22. 23).
    Borowski, ref. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1888, S. 462.Google Scholar
  23. 24).
    Stuchov, Wratsch 1886, ref. dieselbe Vierteljahresschr. 1887, S. 992.Google Scholar
  24. 25).
    Wenn man in den spätern Zeiten der Injections- und Jodkalicur den Harn durch die Kupfernetzröhren filtrirt, so wird man durch die Ausdehnung und Stärke des grauen Niederschlags, den man blos für Amalgam hält, überrascht. Indessen schon beim Trocknen ergibt sich aus einem Stich ins Gelbe, der in der grauen Verfärbung auftritt, dass vielleicht auch Quecksilberjodür dem Beschlage beigemengt ist; überdies kann beim Contact der Jodsalze, die im Harne enthalten sind, mit dem Kupfernetze Kupferjodür, das ebenfalls eine weissgraue Farbe besitzt, entstehen. Zur Sicherheit habe ich solche Harne, nachdem sie bereits einen Filterapparat durchlaufen hatten, noch einmal durch frische Amalgamirungsröhren laufen lassen, um Quecksilberspuren, die an dem durch Jod vielleicht untauglich gewordenen Kupfer sich nicht niedergeschlagen hätten, sicher abzuscheiden.Google Scholar
  25. 26).
    Auffallend gering und selten waren bei diesen Fällen, die durch 2–3 Wochen Jodkalium einnahmen, Erscheinungen von Jodismus.Google Scholar
  26. 27).
    Lewin („Die Behandlung der Syphilis mit subcutanen Sublimatinjectionen”, Berlin 1869, S. 225) behauptet auf Grund von Erfahrungen, die sich auf grössere Reihen beziehen, ein häufiges Auftreten von Salivation bei gemischter Behandlung (Sublimatinjection und intern Jodkalium).Google Scholar
  27. 28).
    Salkovski citirt bei M. Heilbronn, Arch. f. experim. Pathol. u. Pharmakol., Bd. VIII.—Jendrássik, Das Calomel als Diureticum. Deutsches Arch. f. klin. Med., Bd. XXXVIII.—Bieganski, Deutsches Arch. f. klin. Med., Bd. XL, II.Google Scholar
  28. 29).
    Siehe das etwas zurückhaltende Urtheil Kussmaul's sammt seiner Kritik von Literaturangaben. l. c. M. Heilbronn, Arch. f. experim. Pathol. u. Pharmakol., Bd. VIII.—Jendrássik, Das Calomel als Diureticum. Deutsches Arch. f. klin. Med., Bd. XXXVIII.—Bieganski, Deutsches Arch. f. klin. Med., Bd. XL, II S. 407–417.Google Scholar
  29. 30).
    v. Düring konnte in einem Falle von Mercurialintoxication nach Injection von Ol. cin. in die glutäen durch Erosion der tastbaren Knoten die Vergiftungserscheinungen schwinden sehen. (Monatsh. f. prakt. Derm., 1888, Nr. 21.)Google Scholar
  30. 31).
    Welander (Zur Frage von der Behandlung der Syphilis mit Calomelinjectionen), der nach Almens von Schillberg modificirter Methode untersuchte, gibt an, 14 Tage nach einer Calomelinjection Kügelchen von so bedeutender Anzahl und Grösse, wie kaum jemals bei einer anderen Behandlungsmethode im Harne gefunden zu haben. (Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1887, S. 1046.)Google Scholar
  31. 32).
    Um einigermassen vergleichbare Linien zu bekommen, habe ich auch Durchschnittszahlen für die Zeiten, in denen untersucht wurde, gezogen.Google Scholar
  32. 33).
    Merkwürdig ist, dass Landsberg (Ueber Ausscheidung von Hg aus dem Organismus mit besonderer Berücksichtigung des Calomel, Inaug.-Dissertation, Breslau 1886) bei späteren Injectionen von Calomel, falls dieselben noch während der Constanz erfolgen, keine Aenderung der Quecksilberausscheidung, sondern nur verlängerte Remanenz beobachtet hat. Ich möchte darum Kopp nicht ganz beipflichten und möchte nicht wie er, den doch nicht blos theoretischen Einwand, „dass die Calomelinjectionen leichter eine schwere Stomatitis als andere Methoden herbeiführen”, für beseitigt erachten. (l. c. Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1887, S. 1046.)Google Scholar
  33. 34).
    Ellenberger und Hofmeister (Therap. Monatsh. Nr. 8 ref. in d. Monatsh. f. prakt. Derm., 1888, Nr. 18) haben die bedeutende Löslichkeit von Salicylquecksilber in Kochsalzlösungen nachgewiesen. Auch Jadassohn und Zeising (Vierteljahresschr. f. Derm. u. Syph. 1888) nehmen mit Rücksicht auf die raschen Heilerfolge eine beträchtliche Löslichkeit des Mittels an.Google Scholar
  34. 35).
    Der relativen Jugend der Methode ist es zuzuschreiben, dass das nicht längst zum allgemeinen Bewusstsein gekommen ist, und man nicht Alter, Constitution und Körpergewicht bei Bemessung der Injectionsdosis ebenso wie bei der Inunctionstherapie regelmässig in Betracht zieht.Google Scholar
  35. 36).
    Kopp, Bockhardt, Landsberg. Letzterer wies es 10 Monate nach der letzten Calomelinjection im Harne nach.Google Scholar
  36. 37).
    Scarenzio, v. Sigmund, Smirnoff, Kölliker, Neisser, Balzer u. A.Google Scholar
  37. 38).
    Eigenthümlich berührt es, dass manche Autoren von ihren neuen oder neu angewendeten Mitteln Unschädlichkeit namentlich bezüglich der Stomatitis und Enteritis behaupten, während doch diese Zustände, die in das Wirkungsbild des nach allen Arten eingeführten Quecksilbers gehören, wesentlich von der Grösse und Raschheit der Resorption abhängen.Google Scholar
  38. 39).
    Prof. Pick macht in seinen Vorlesungen nachdrücklichst darauf aufmerksam, dass sich die Prognose der günstigen. Einwirkung einer Inunctionscur wesentlich mit der Möglichkeit das Quecksilber local auf die Krankheitsherde anzuwenden, bessere.Google Scholar
  39. 40).
    Diese häufig zu machende Beobachtung wurde in anschaulicher Weise durch Versuche Köbner's demonstrirt.Google Scholar
  40. 1).
    Einer auf Anregung des Herrn Prof. Hofmeister von mir angestellten Versuchsreihe entnommen. Der Anhang bezieht sich blos auf die unveränderte Haut, für die pathologisch veränderte sind die Resorptionsbedingungen durch das mechanisch ermöglichte Eindringen der Hg-Partikelchen in tiefere Hautschichten gewiss sehr gesteigert.Google Scholar

Copyright information

© Wilhelm Braumüller 1889

Authors and Affiliations

  • Rudolf Winternitz
    • 1
  1. 1.Universitätsklinik für Hautkrankheiten und Syphilis des Prof. Neisser zu BreslauBreslauPolen

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