Über die Wirkung der Monojodessigsäure auf die Erregbarkeit (Chronaxie) des Froschventrikels

  • J. C. Gupta
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Zusammenfassung

Nach früheren Anschauungen von O. Meyerhof und Nachmansohn sollten zwischen der Erregungsgeschwindigkeit (Chronaxie) eines Muskels und der Größe seines Phosphagenzerfalles bei der Arbeit direkte Beziehungen bestehen. Diesen Anschauungen widersprechen indessen Versuche von Lundsgaard, der unter anderem nachwies, daß die Chronaxie des Skeletmuskels durch Vergiftung mit Monojodessigsäure nicht verändert wird.

Im Hinblick darauf, daß das andersartige Ergebnis unserer Versuche möglicherweise einen Beitrag zur Verschiedenheit von Herz- und Skeletmuskel darstellen kann, werden hier Beobachtungen über Erregbarkeitsänderungen des Froschventrikels bei der Monojodessigsäurevergiftung mitgeteilt.

Die Versuche ergaben, daß die Chronaxie des Ventrikels in den Endstadien der Vergiftung durch monojodessigsaures Na (m/200 bis m/1000) fast immer deutlich verkürzt ist, am ausgeprägtesten dann, wenn durch künstlichen Antrieb ein extremer Vergiftungszustand erreicht wird. Während die Rheobase charakteristische Veränderungen nicht aufweist, wird die absolute Refraktärphase schon relativ frühzeitig fortschreitend verkürzt, so daß das Ausmaß dieser Verkürzung schließlich extreme Grade erreicht.

Im Gegensatz zum spontan schlagenden Herzen, bei dem der Ventrikel bekanntlich meist diastolisch stillzustehen pflegt, entwickelt sich bei künstlichem Antrieb schließlich immer eine systolische Kontraktur; offenbar weil hierbei die maximal mögliche Muskelarbeit erzwungen wird.

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Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1933

Authors and Affiliations

  • J. C. Gupta
    • 1
    • 2
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität KölnKölnDeutschland
  2. 2.Kalkutta

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