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Archiv für Gynäkologie

, Volume 108, Issue 1, pp 20–109 | Cite as

Ueber die Bedeutung der Geburtsdauer nach dem Blasensprung für die Aetiologie der endogenen puerperalen Infektion

  • Carl Rohde
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Zusammenfassung

Fassen wir nun die Ergebnisse unserer Untersuchungen über die Bedeutung der Geburtsdauer nach dem Blasensprung für die Aetiologie der endogenen puerperalen Infektion zusammen, so ergibt sich folgendes:
  1. 1.

    Die Häufigkeit fieberhafter Geburten nimmt mit der Dauer der Geburt nach dem Blasensprung nicht regelmässig zu. Dies gilt für Frauen mit und ohne Streptokokken in ihrem Vaginalsekret.

     
  2. 2.

    Die Morbidität nimmt mit der Geburtsdauer nach dem Blasensprung zu. Frauen mit Febris sub partu fiebern im Wochenbett häufiger als Frauen mit fieberlosen Geburten. Beides gilt in gleicher Weise für Frauen mit und ohne Streptokokken in ihrem Vaginalsekret.

     
  3. 3.

    Die Mortalität aus endogener genitaler Ursache und ebenso das Auftreten von periuterinen Erkrankungen aus gleicher Ursache sind unabhängig von der Dauer der Geburt nach dem Blasensprung. — Die Dauer einer fieberhaften, puerperalen Wunderkrankung aus endogener genitaler Ursache, welche sich auf den Uterus beschränkt, nimmt mit der Dauer der Geburt nach dem Blasensprung bis zu 12 Stunden zu. Dauert die Geburt über 12 Stunden hinaus bis zu 24, 48 und mehr Stunden nach dem Blasensprung, so ist der Einfluss dieser weiterhin verlängerten Geburtsdauer auf die zeitliche Dauer der auf den Uterus beschränkt bleibenden Erkrankung so gering, dass er praktisch vernachlässigt werden kann. Alles dies gilt in gleicher Weise für Frauen mit und ohne Streptokokken in ihrem Vaginalsekret, sowie für Frauen mit und ohne Febris sub partu.

     

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Literatur

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  6. 1).
    Zu diesem Zweck addieren wir aus der Tabelle 1, S. 73/74, in den Reihen b und c für jede einzelne Rubrik der Geburtsdauer die Anzahl der beobachteten Geburten einerseits, die Zahl der Temperaturerhöhungen über 38°C andererseits und berechnen aus den so gefundenen Gesamtzahlen das prozentuale Verhältnis der Temperaturerhöhungen über 38°C für jede einzelne Rubrik. Beispiel: Die Summe der Geburten mit 1 Stunde Dauer nach dem Blasensprung aus Reihe b und c ist 833+94=927. Die Summe der Temperaturerhöhungen über 38°C aus Reihe b und c ist 73+12=85. Demnach kommen auf 927 Geburten 85 mal Temperaturerhöhungen über 38°, oder in Prozenten ausgedrückt 9, 17 pCt.Google Scholar
  7. 1).
    Die Zahlen nach operativer Geburtsbeendigung sind ja schon durch den operativen Eingriff an sich erhöht.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von August Hirschwald 1918

Authors and Affiliations

  • Carl Rohde
    • 1
  1. 1.Universitäts-Frauenklinik zu Frankfurt a. M.Frankfurt a. M.Deutschland

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