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Die Gefässverbindungen der Placentakreisläufe eineiiger Zwillinge, ihre Entwickelung und ihre Folgen

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Literatur

  1. Cohnstein, Tageblatt der 59. Versammlung deutscher Naturforscher und Aertze zu Berlin 1886, S. 384.

  2. Die eben erschienene Arbeit von Munck im 107. Bande von Virchow's Archiv hat nur unten bei der Polyurie, und Polyhydramnie noch benutzt werden können.

  3. Vor Kurzem (November 1886) habe ich eine eineiige Zwillingsplacenta (Plac. 39) injicirt, deren bei der Geburt noch lebende Zwillinge nach den Angaben des Arztes und der Hebamme gleich lang (38 cm) und auch sonst gleich entwickelt waren, während der erste Zwilling 1/2 Liter, der zweite 7 Liter Fruchtwasser hatte. Die Placenta ist sehr gross (21∶21 cm). Die Nabelschnur des ersten Zwillings ist marginal inserirt, 53 cm lang, nicht gewunden, hat zwei Arterien. Diese waren so contrahirt, dass die Einführung der dünnsten Canülen die grössten Schwierigkeiten machte. Die Nabelschnur des zweiten Zwillings ist excentrisch inserirt, 39 cm lang, mit vielen Gefässknoten versehen, und hat zwei Arterien, welche so weit, und dünnwandig waren, dass ich wiederholt glaubte, die Canüle in die Vene eingeführt zu haben, während ich eine Arterie, getroffen hatte. Die Placenta hat den TypusA, zeigt also keinerlei Anastomosen. Der dritte Placentakreislauf ist sehr schmalstromig. Je drei ganz enge Arterien führen ihr Blut vonF nachF I und umgekehrt. Die Asymmetrie des dritten Kreislaufes war offenbar nur mässig. Freilich konnte ich den grossen arteriellen Druck vonF I nicht an den Herzgewichten nachweisen, weil ich die Leichen nicht erlangen konnte. Er offenbart sich aber doch deutlich an der Polyhydramnie vonF I, und mit diesem Befunde stimmt durchaus die bedeutendere Reckung der Arterien wie sie sich in den reichlichen Windungen und besonders in der grossen Weite derselben offenbarte. Es ist nur zu wahrscheinlich, dass die starke Erweiterung der Arterien vonF die Asymmetrie des dritten Kreislaufes in solchen Schranken gehalten hat, dass darunter, wenigstens nicht die Allgemeinernährung der Zwillinge litt. Die Functionsstörungen (Polyurie) konnten dadurch freilich nicht aufgehoben werden, weil der hohe arterielle Druck, welcher die Placentagefässe erweiterte, zugleich auch Polyurie erzeugen musste. Es ist mir die starke Verschiedenheit der Reckung der Placenta- und Nabelschnur-Gefässe von eineiigen Zwillingen bisher fast nur in der Form von grösseren Gefässwindungen entgegengetreten, und ich bin auf die verschiedene Weite der Arterien beider Zwillinge eigentlich erst bei dem eben vorgeführten Falle aufmerksam geworden, weil sie da besonders stark in die Augen fiel. Ich entsinne mich aber doch, auch bei früheren Fällen solche verschiedenen Schwierigkeiten bei Einführung der Canülen gefunden zu haben, habe damals freilich die Ursache davon in Zufälligkeiten gesucht und deshalb nichts notirt. Warum bei manchen Fällen die Arterien des bevorzugten Zwillings durch den stärkeren arteriellen Druck so stark erweitert und dabei dünnwandig, in anderen, Fällen aber so ausserordentlich dickwandig sind, wie bei Fall Nieberding, habe ich bisher noch nicht ergründen können.

  4. Es ist dies der umgekehrte Process von dem Offenbleiben des Ductus Botalli bei Atelektase der Lungen oder anderen Hindernissen der Lungenentfaltung in der ersten Zeit des extrauterinen Lebens, wei es von Weber (Beiträge zur pathologischen Anatomie der Neugeborenen, 2. Lfg. Kiel 1852. S. 39 ff.) in zwei Fällen gefunden wurde. Bei diesen Fällen hatte die Atelektase im kleinen Kreislaufe so vergrösserte Widerstände geboten, dass der zu ihrer Ueberwindung nöthige hohe Druck resp. die grosse Blutmasse in der Pulmonalarterie den Ductus Botalli als Ausweg offen hielt. Natürlich kann in solchem Falle der rechte Ventrikel in seiner Wanddicke nicht, wie es sonst geschieht, gegen den linken zurückbleiben. Beide Ventrikel bleiben ja, wie im intrauterinen Leben, ein Pumpwerk. Solche Dicke des rechten Ventrikels wird aber gegenüber dem gesunden Herzen schon als Hypertrophie angesehen. Vielleicht mag freilich öfter auch eine noch weitere wahre Hypertrophie des rechten Ventrikels hinzukommen, weil die eigenthümliche Structur des Ductus Botalli schliesslich doch eine gewisse Verengung desselben bewirken und damit grössere Stromwiderstände für den rechten Ventrikel setzen kann.

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Fortsetzung mit Tafel II.

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Schatz, F. Die Gefässverbindungen der Placentakreisläufe eineiiger Zwillinge, ihre Entwickelung und ihre Folgen. Arch. Gynak. 30, 169–240 (1887). https://doi.org/10.1007/BF01976624

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