Advertisement

Ueber die Geschwülste, insbesondere die Endotheliome des Hodens

  • E. Krompecher
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Hodengeschwülste von epithelialer Abkunft (Adenome, Adenocarcinome) sind weit seltener, als die von nicht epithelialer Genese.

     
  2. 2.

    Die Hodengeschwülste nicht epithelialer Genese stammen zum grösseren Theil vom Lymphendothel, (Endotheliom), zum geringen Theil vom Bindegewebe (Sarcom) ab.

     
  3. 3.

    Bei den von den weiteren Lymphspalten ausgehenden Lymph-Endotheliomen ist der Ausgang vom Endothel direct nachweisbar.

     
  4. 4.

    Bei den von den Saftspalten ausgehenden Lymph-Endotheliome ist ihr Ausgang vom Endothel zwar nicht direct zu verfolgen, aber alles spricht für ihre Endothel-Genese.

     
  5. 5.

    Ein Theil der von den Saftspalten ausgehenden Lymph-Endotheliome zeigt diffusen Bau und entspricht den “Lymphadenomen” der Franzosen, ein anderer lässt alveolaren Bau erkennen und stimmt mit den “Alveolarsarcomen” Ehrendorfer's überein.

     
  6. 6.

    Die Endotheliome mit alveolarartigem Bau sind die häufigsten malignen Geschwülste des Hodens.

     
  7. 7.

    Weder die Benennung “Endotheliom”, noch die Bezeichnung “Angiosarcom” ist zu verwerfen; keine kann die andere vertreten, denn beide bezeichnen grundverschiedene Eigenthümlichkeiten: “Endotheliom” bezeichnet die Genese der Geschwulst und ist zur Bezeichnung von Geschwülsten geeignet, deren Endothel-Abstammung festgestellt ist; “Angiosarcom” bringt morphologische Eigenthümlichkeiten, die Beziehung der Geschwulst zu den Gefässen zum Ausdruck und ist eine gute Bezeichnung für Geschwülste, wobei diese Beziehung erkannt ist.

     
  8. 8.

    Die Sarcome und Endotheliome sind den Carcinomen gegenüber klinisch gekennzeichnet durch das häufige Auftreten im Kindesalter und im Mannesalter vor den 40er Jahren, durch das meist rasche Wachsthum, durch eine meist glatte Oberfläche, durch den häufigen Widerstand der Albuginea und Haut gegenüber der Geschwulst, durch das gewöhnliche Freibleiben des Samenstranges und mitunter durch den primären Sitz im Nebenhoden.

     
  9. 9.

    Auffallend ist das überaus langsame Wachsthum einiger von den weiteren Lymphspalten ausgehenden Endotheliome.

     
  10. 10.

    Seltene und mikroskopisch interessante Fälle unter den von mir untersuchten Geschwülsten sind das Spindelzellen-Riesenzellensarcom (I) und das Lymph-Endotheliom (IV); klinisch interessant ist das von der Cauda epididymidis ausgehende Endotheliom (VI) und das bilaterale Hodensarcom (II), welche ebenso, wie die Endotheliome IV und V, auch vom ätiologischen Standpunkte aus unser Interesse erwecken, da sich das erstere aus einem bilateral, letztere aus einseitig retinirten, verlagerten Hoden entwickelten.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Astley Cooper, Observations on the structure and diseases of the testis. London 1830.Google Scholar
  2. Baron, Contribution à l'étude chirurgal et histologique des sarcomes du testicule. Recueil de mém. de méd. milit. Sept., Oct. 1878.Google Scholar
  3. Barth, Ein Fall von Lymphangiosarcom des Mundbodens und Bemerkungen über die sogenannten Endothelgeschwülste. Ziegler's Beiträge. Bd. XIX. 3.Google Scholar
  4. Birch-Hirschfeld, Zur Entwickelung des Hodenkrebses. Archiv für Heilkunde, Bd. IX.Google Scholar
  5. Braun, Ueber Endotheliome der Haut. Archiv für klin. Chir. Bd. 43. orBrausses et Girardin, Du lymphadénome. Paris 1886.Google Scholar
  6. Brausses et Girardin, Du lymphadénome. Paris 1886.Google Scholar
  7. Curling, Die Krankheiten des Hodems, Samenstranges und des Hodensackes. Aus dem Engl. von Reichmeister. Leipzig 1845.Google Scholar
  8. Ehrendorfer, Beiträge zur Kenntniss der Hodengeschwülste. Archiv für klin. Chir. Bd. 27.Google Scholar
  9. Froriep, Chirurgische Kupfertafeln. Taf. 214–215. “Zur Erläuterung des Markschwammes des Hodens.”Google Scholar
  10. Hansemann, Ueber die sogenannten Zwischenzellen des Hodens und deren Bedeutung bei pathologischen Veränderungen. Dieses Archiv. Bd. 142. — Ueber Endotheliome. Deutsche med. Wochenschr. 1896. No. 4.Google Scholar
  11. v. Hippel, Beitrag zur Casuistik der Angiosarcome. Ziegler's Beiträge. Bd. 14.Google Scholar
  12. v. Kahlden, Ueber Neubildungen bei Kryptorchidie und Monorchidie. Münchn. med.Wochenschr. 1887.Google Scholar
  13. Klebs, Handbuch der allgemeinen Pathologie. Bd. II.Google Scholar
  14. Kocher, Krankheiten des Hodens und seiner Hüllen. Pitha-Billroth. Bd. 3. 2. Abth. — Die Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane. Deutsche Chirurgie von Billroth und Luecke. Lief. 50 b. Stuttgart 1887.Google Scholar
  15. Kraske, Ein Fall von doppelseitigem Hodensarcom. Centralbl. für Chir. VII. Jahrgang. No. 3.Google Scholar
  16. Langhans, Histologie der Hodengeschwülste, in Kocher, Die Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane.Google Scholar
  17. Lubarsch, Beiträge zur allgemeinen pathol. Morphologie und Physiologie. II. Abtheilung.Google Scholar
  18. Monod et Terrillon, Essai sur le lymphadénome du testicule. Archives générales de méd. Vol. II.Google Scholar
  19. Monod et Arthaud, Consideration sur la classification des tumeurs du testicule. Rev. de chirurg. VII.Google Scholar
  20. Scheel, F., Ein Fall von Hodensarcom bei einem 2 jährigen Knaben, Berlin 1895.Google Scholar
  21. Schuckmann, Sarcom des Hodens. Würzburg 1885.Google Scholar
  22. Schuster, L., Ein Fall von Adenosarcom des Leistenhodens. Bamberg 1894.Google Scholar
  23. Seyler, Zur Casuistik des Hodensarcoms. Greifswald 1887.Google Scholar
  24. Virchow, Die krankhaften Geschwülste. Bd. 2. Berlin 1864.Google Scholar
  25. Volkmann, Endothel-Geschwülste. Deutsche Zeitschr. für Chirurgie. Bd. 41. 1895. — Ueber die Bezeichnung Endotheliom. Deutsche med. Wochenschr. 1896. No. 14.Google Scholar
  26. Waldeyer, Die Entwickelung der Carcinome. Dieses Archiv. Bd. 55.Google Scholar
  27. Wettergren, Norsk med. Ark. IV. (Citat im Lehrbuch der Pathologie von Birch-Hirschfeld.)Google Scholar

Copyright information

© Druck und Verlag von Georg Reimer 1898

Authors and Affiliations

  • E. Krompecher
    • 1
  1. 1.Pathologisch-anatomischen Institut No. II der k. Universität BudapestBudapestUngarn

Personalised recommendations