Advertisement

Über die Wirkung von Heilquellen und Salzlösungen auf die Exsudatbildung. (Experimenteller Nachweis der entzündungshemmenden Wirkung des Karlsbader Mineralwassers.)

  • Emil Stransky
Article

Zusammenfassung

Zum experimentellen Nachweis der entzündungshemmenden Wirkung des Karlsbader Mineralwassers wurden Versuche an Kaninchen ausgeführt, welche durch längere Zeit mit diesem Mineralwasser und verschiedenen äquimolaren Salzlösungen getränkt worden waren. Als Testobjekt diente das durch intrapleurale Kupfersulfatinjektion erzeugte Pleuraexsudat. Die Versuche ergaben:
  1. 1.

    Bei normalen Kaninchen verursacht 1 ccm 0,5%iger Kupfersulfatlösung innerhalb von 24 Stunden ein Pleuraexsudat von 9–20,7 g, im Mittel 13,5 g. Die untere Grenze der gebildeten Exsudatmenge liegt bei 10 g.

     
  2. 2.

    82% der durch 3 Wochen mit Karlsbader Mühlbrunnen getränkten Tiere zeigten als Zeichen einer entzündungshemmenden Wirkung eine verminderte Exsudation; das Mittel aus 11 Versuchen betrug 5,44 g.

     
  3. 3.

    Sichere Beziehungen zwischen Körpergewicht, Trockengehalt des Serums und Senkungsreaktion der Erythrocyten zur normalen oder antiphlogistisch beeinflußten Exsudatbildung lassen sich nicht feststellen.

     
  4. 4.

    Eiweißgehalt und Kalkgehalt der Exsudate erfahren durch die Mineralwassertränkung keine wesentliche Änderung, der Kalkgehalt entspricht normalen Serumwerten; bei demselben Tiere ist der Kalkgehalt des Exsudates kleiner als der Serumkalkspiegel. Menge und Eiweißegehalt der Exsudate stehen nicht in festen Beziehungen zueinander.

     
  5. 5.

    Beim jahreszeitlichen Wechsel vom Winter zum Frühling zeigen die Kaninchen eine erhöhte Entzündungsbereitschaft, bei der die antiphlogistische Wirkung der Mineralwassertränkung unwirksam wird.

     
  6. 6.

    Tränkung mit einem Sulfatgemenge der physiologisch wichtigen Kationen (Sulfattyrodelösung) bewirkt ebenfalls Exsudathemmung; Glaubersalzlösung hat keine sichere Wirkung. Natriumchlorid, Hydrocarbonat und ein Gemenge von Chloriden haben keine antiphlogistische Wirkung. Die entzündungshemmende Wirkung des Karlsbader Mineralwassers ist auf ein Zusammenwirken aller seiner Inhaltsstoffe zurückzuführen, wobei dem Sulfation eine besondere Bedeutung zukommt.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Sgalitzer: Z. f. Balneol.7, 1 (1914); Stransky: Biochem. Z.122, 1 (1921) u.179, 19 (1926).Google Scholar
  2. 2.
    Stransky, Arch. f. exper. Path.172, 149 (1933) und die beiden vorangehenden Mitteilungen.Google Scholar
  3. 3.
    Heinz: Virchows Arch.155, 44 (1899).Google Scholar
  4. 4.
    Gold, H.: J. of Pharm.34, 169 (1928); Arch. int. Med.42, 576 (1928).Google Scholar
  5. 5.
    Literatur bei Starkenstein: Arch. f. exper. Path.172, 44 (1933); Hermann u. Zentner: Ebenda Arch. f. exper. Path.172, 44 (1933), S. 5.Google Scholar
  6. 6.
    Häbler: Klin. Wschr.8, 1569 (1929); Levy, C. r. Soc. Biol. Paris107, 664 (1931).Google Scholar
  7. 7.
    Dumitrescu-Mante: C. r. Soc. Biol. Paris102, 971 (1929); Schade: Z. exper. Med.49, 334 (1926).Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1934

Authors and Affiliations

  • Emil Stransky
    • 1
  1. 1.Pharmakologisch-pharmakognostischen Institut der Deutschen Universität in PragPragTschechische Republik

Personalised recommendations