Die Wirkung des Digitoxins auf das Ekg der normalen und der an experimenteller Beriberi erkrankten Tauben

  • J. Méhes
  • F. Péter
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wurden die Veränderungen an dem Ekg normaler und an experimenteller Beriberi erkrankter Tauben nach intravenöser Injektion von Digitoxin untersucht. Die Elektrokardiogramme wurden mit einem Cambridge-Saitengalvanometer aufgenommen. Der Aktionsstrom des Herzens wurde von dem linken Flügel — linken Bein des nicht gefesselten Tieres mit silbernen Nadelelektroden abgeleitet.

     
  2. 2.

    An dem auf diese Weise erhaltenen Ekg entspricht der Vorhoftätigkeit eine wohldefinierte Zacke (P), während der Kammerkomplex aus einer kleinen positiven Zacke (R), einer großen negativen Zacke (S) und aus einer gut ausgebildeten Zacke (T) besteht.

     
  3. 3.

    Das Ekg der Beriberi-Tauben unterscheidet sich bezüglich der Form nicht von dem der normalen Tauben. In den Einzelheiten sind aber einige Abweichungen zu verzeichnen: die Zahl der Herzrevolutionen und der Pulse ist in der gleichen Zeitspanne geringer, die überleitungszeit verlängert, und in der Mehrzahl der Fälle hat sich die ZackeT verflacht. Hier ist also gegenüber normalen Tauben scheinbar eine Vagotonie vorhanden.

     
  4. 4.

    Werden 0,2 mg/kg Digitoxin in die Flügelvene von normalen Tauben injiziert, so wird die Reizbildung herabgesetzt, die Reizleitung gehemmt und dadurch die Pulszahl heruntergedrückt. An dem Ekg ist die Überleitungszeit verlängert und dieT-Zacke verflacht. 0,25 mg/kg Digitoxin rufen schwere Herzstörungen (Arrhythmie, A.-V.-Block, Kammer-automatie) hervor.

     
  5. 5.

    Bei Beriberi-Tauben bewirken dagegen 0,2 mg/kg Digitoxin Pulsbeschleunigung und im allgemeinen Erscheinungen, welche auf Vaguslähmung oder erhöhten Sympathicotonus hinweisen. 0,25 mg/kg verursachen ähnlich wie beim gesunden Tier schwere Herzstörungen (Arrhythmie, A.-V.-Block, Kammerautomatie).

     

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1934

Authors and Affiliations

  • J. Méhes
    • 1
    • 2
  • F. Péter
    • 1
    • 2
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität WienWienÖsterreich
  2. 2.II. Abteilung des Ungarischen Biologischen Forschungsinstitutes in TihanyTihanyUngarn

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