Planta

, Volume 50, Issue 2, pp 107–121 | Cite as

Über den Temperatureinfluss auf die endogene Tagesrhythmik bei Phaseolus

  • Erwin Bünning
  • Masashi Tazawa
Article

Zusammenfassung der Ergebnisse

Eine Untersuchung des Temperatureinflusses auf die endogene Tagesrhythmik beiPhaseolus (untersucht an den tagesperiodischen Bewegungen) ergab:
  1. 1.

    Bei niedriger Temperaturkann eine Abkürzung der Periodenlängen um mehrere Stunden eintreten. So beträgt die Periodenlänge unter den gewählten Versuchsbedingungen bei 22° 27,5 Std, bei 14,5° 23,2 Std.

     
  2. 2.

    Bei Temperaturen von etwa 10° versagt der Mechanismus der endogenen Tagesrhythmik. Es treten ohne einen Übergang zu den annähernd tagesperiodischen Schwingungen Perioden mit Längen von 8–18 Std auf. Bei einer Rückübertragung in höhere Temperaturen wird die endogene Tagesrhythmik wieder deutlich.

     
  3. 3.

    Im 12:12stündigen Licht-Dunkel-Wechsel treten auch bei den extrem niedrigen Temperaturen (z. B. bei 10°) tagesperiodische Bewegungen auf. Während bei mittleren Temperaturen ein Licht-Dunkel-Wechsel nur dann synchrone Bewegungen induziert, wenn er vom tagesperiodischen Licht-Dunkel-Wechsel nicht stark abweicht, sind bei Temperaturen um 10° synchrone Bewegungen auch im 6∶6, zum Teil sogar im 3∶3 Std Licht-Dunkel-Wechsel möglich. Auch bei 15° ist die größere Plastizität teilweise schon erkennbar.

     
  4. 4.

    Im Temperaturbereich von etwa 11–30° scheint die durch Blatthebung gekennzeichnete Phase der endogenen, Tagesrhythmik bei einer Temperaturerhöhung verlängert, bei einer Temperatursenkung verkürzt zu werden. Die andere Phase der endogenen Rhythmik scheint auf die Temperatur gerade entgegengesetzt zu reagieren.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1957

Authors and Affiliations

  • Erwin Bünning
    • 1
  • Masashi Tazawa
    • 1
  1. 1.Botanischen Institut der Universität TübingenTübingen

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