Advertisement

Bedingungen für das Zustandekommen der Gewöhnung und der Kumulation von Schlafmitteln

  • Siegfried Richter
Article

Zusammenfassung

Kaninchen, die täglich bis zu vier Monaten teils größere, teils kleinere Teildosen einer eben wirksamen Menge von Veronal erhalten hatten, das den Körper nach der Wirkung unverändert verläßt, zeigen ebensowenig eine Gewöhnung an das Schlafmittel wie jene Tiere, denen längere Zeit hindurch täglich teils unterwirksame, teils eben wirksame Dosen des im Körper abbaufähigen Evipans injiziert wurden.

Wird Kaninchen Veronal in Teildosen von 1/10 der minimal wirksamen Dosis injiziert, dann kommt es, selbst bei einem Intervall von einer Stunde zwischen zwei Injektionen, infolge der langsamen Ausscheidung dieses Schlafmittels noch zu einer derartigen Kumulation, daß auch dann noch die volle Schlafwirkung eintritt, wenn mittels 14 Teilinjektionen innerhalb von 14 Stunden jene Veronalmenge in den Körper gebracht wurde, die auch bei der einmaligen Injektion zur Erzeugung der Schlafwirkung nötig ist.

Dagegen tritt bei Injektion von Evipan in Teildosen, infolge des raschen Abbaues dieser Verbindung, eine Kumulation nur dann ein, wenn das Intervall zwischen zwei Injektionen kleiner ist als 15 Minuten. Bei Einhaltung dieses Intervalls kann in Teildosen, die selbst die Hälfte der minimal wirksamen Dosis betragen, mehr als die tödliche Gesamtdosis einem Tiere injiziert werden, ohne daß überhaupt eine Wirkung eintritt.

Bei Versuchen mit Urethan konnten, entgegen den Angaben in der Literatur, nach Teildosen, die ein Drittel der deutlich wirksamen betragen, auch bei Intervallen von 10 Minuten und weniger gegenüber der einmaligen Injektion der Gesamtdosis keine Verlängerung oder Vertiefung des Schlafes erzielt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

References

  1. 1.
    Starkenstein, E.: Klin. Wschr.1932, II, S. 1697.Google Scholar
  2. 2.
    Daß man gerade bei den Schlafmitteln nicht von einer Gewöhnung schlechthin, sondern nur von der Gewöhnung an einen bestimmten Wirkungseffekt sprechen kann, hat Bonsmann [Naunyn-Schmiedebergs Arch.165 (1932);171 u.172 (1933)] dargelegt. Vgl. auch das Referat von H. Weese (Verh. d. dtsch. Pharm. Ges., Okt. 1935; Naunyn-Schmiedebergs Arch.181, 46 (1936)].Google Scholar
  3. 2a.
    Pohlisch, K. u. F. Panse: Schlafmittelmißbrauch. Leipzig 1934.Google Scholar
  4. 3.
    Klimesch, K.: Naunyn-Schmiedebergs Arch.172, 10 (1933).CrossRefGoogle Scholar
  5. 4.
    Starkenstein u. Klimesch: Ebenda176, 494 (1934).Google Scholar
  6. 5.
    Wilkmann, B.: Schmerz, Narkose, Anästhesie4, 234 (1931–32).Google Scholar
  7. 6.
    Winterstein, H.: Die Narkose. Berlin 1919.Google Scholar
  8. 7.
    Lendle: Naunyn-Schmiedebergs Arch.134, 113 (1928).CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1936

Authors and Affiliations

  • Siegfried Richter
    • 1
  1. 1.Pharmakologisch-pharmakognostischen Institut der Deutschen Universität in PragPragTschechische Republik

Personalised recommendations