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Verdeckte Ausbringung von Rodentiziden in Köderstationen zur Abwehr von Mäuseschäden in Forstkulturen

  • H. Niemeyer
  • W. Bäumler
  • H. P. Busch
  • L. Dimitri
  • J. Gonschorrek
  • E. König
  • A. Wagner
  • A. Wulf
Article

Zusammenfassung

In einem Ringversuch, an dem verschiedene Forschungsinstitutionen teilnahmen, wurden die Vor- und Nachteile der offenen und verdeckten Ausbringung von Rodentiziden in Forstkulturen zur Abwehr von Mäuseschäden eingehender untersucht. Verwendet wurden die derzeit verfügbaren Ködermittel Lepit®-Forstpellet (blaugefärbtes wachshaltiges Granulat auf der Basis von Pektin mit 0,0075% Chlorphacinon), Arrex®-E-Köder (eingesiegelte Sonnenblumenkerne mit 3,75% Zinkphosphid) und Arrex®-M-Köder klein (Ködermehlplättchen mit 2% Zinkphosphid). Diese Ködermittel wurden, wie bisher üblich, breitwürfig bzw. offen in Kulturen ausgestreut (Flächen VM), oder verdeckt und konzentriert in Köderstationen ausgelegt (Flächen PM). Eine unbehandelte Fläche (UB) diente zur Kontrolle.

Als Köderstationen dienten an der Niedersächsischen FVA entwickelte Kunststoffbehälter mit Ventilverschluß.

Die Dichte schädlicher Mäuse wurde bei der verdeckten Auslegung zunächst etwa im gleichen Ausmaß reduziert wie beim breitwürfigen Ausstreuen. Bei der verdeckten Auslegung wurde jedoch wesentlich weniger Mittel benötigt, insbesondere bei der Verwendung von Antikoagulantien (Lepit®-Forstpellet), nämlich nur etwa 2–4 kg/ha gegenüber 15 kg/ha bei breitwürfiger Ausbringung. Zinkphosphidhaltige Köder waren allgemein nicht gut geeignet für die Köderstationen, weil sie in Behältern einen abweisenden Geruch entwickeln.

Köderstationen eröffnen die Möglichkeit, Kulturen nachhaltig über den ganzen Winter hinweg zu schützen. Außerdem können attraktivere Ködermittel und Lockstoffe eingesetzt werden. Eine Gefährdung von Nicht-Zielorganismen ist bei der Verwendung entsprechend sicherer Behälter weitgehend ausgeschlossen.

The use of bait stations as a mean to control harmful voles in forest cultivations

Abstract

The Common Vole (Microtus agrestis) and the Redbacked Vole (Clethrionomys glareolus) can cause severe damages in forest plantations. Different application techniques of rodenticides to control these harmful rodents were tested by several institutions of plant protection in the Federal Republic of Germany. The following registered baits were used: A bluestained pectin-wax pellet containing 0.0075% Chlorphacinon (Lepit®-Forstpellet), small flour-plates (Arrex®-M-Köder klein) and sunflower kernels coated with plastique-foil (Arrex®-E-Köder) both incorporated with 2% resp. 3.75% zinc-phosphide.

In 1985 disperse spraying versus concentrated offering of the baits in 12 earthenware pipes/ha was tested. The density of mice and voles could be reduced nearly to the same level with both methods. However, the amount of baits needed was much less when bait stations were used.

In 1986 a new and save type of bait station (Theyson-Köder-station) was tested, from which non-target animals cannot get baits. The acceptance of the bait station could be improved by aromatic compounds from apples. According to the obtained first results forest plantations can be protected during the whole wintertime against vole-damages by means of bait stations.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1988

Authors and Affiliations

  • H. Niemeyer
    • 1
  • W. Bäumler
    • 1
  • H. P. Busch
    • 1
  • L. Dimitri
    • 1
  • J. Gonschorrek
    • 1
  • E. König
    • 1
  • A. Wagner
    • 1
  • A. Wulf
    • 1
  1. 1.Abt. B-WaldschutzNiedersächsische Forstliche VersuchsanstaltGöttingen

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