Ein Beitrag zur Lehre von den Kiemengangsgeschwülsten (Virchow)

  • E. O. Samter
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Literatur

  1. 1).
    Die kernlosen Stellen in a sollen weiter unten besprochen werden.Google Scholar
  2. 1).
    Die metastatischen Tumoren hatte Herr Geheimrath Neumann mir vollständig zur Verfügung gestellt. Hierfür, sowie für die liebenswürdige Zuwendung einer mir nicht zugängigen Abhandlung von Heschl über das Cystenhygrom erlaube ich mir, ihm meinen ergebensten Dank auszusprechen.Google Scholar
  3. 1).
    Ich halte es wohl für möglich, dass auch Köster (Verhandl. d. phys.-med. Gesellsch. z. Würzburg. II. Bd.) bei seiner Untersuchung des angebornen Cystenhygrom des Halses diese Gebilde gesehen hat; wenigstens spricht hierfür die Stelle, in der er die angebliche Degeneration des Lymphendothels beschreibt und dazu bemerkt, dass an solchen Stellen das Bild eines „schlechten Pflasters” entstanden wäre, allerdings würde das körnige Protoplasma, das er dabei in vielen Zellen gesehen hatte, nicht mit Wegner's und meinem Befunde zusammenzubringen sein.Google Scholar
  4. 1).
    Es seien zu den Fällen von Kiemengangscysten, die Zahn zusammengestellt hat, zwei weitere hinzugefügt. Den ersten Fall hat Herr Professor Mikulicz in Krakau beobachtet und mir gütigst zur Verfügung gestellt, wofür ich ihm an dieser Stelle meinen ergebensten Dank ausspreche. Ein 35jähriger Bauer zeigte an der rechten Halsseite eine mehr als faustgrosse Geschwulst, welche von dem unteren Rande des Unterkiefers bis zur rechten Articulatio sternoclavicularis, von dem vorderen Rande des M. cucullaris bis zur Mitte des Halses reichte. Die Probepunction ergab Cholestearin, Fett, verfettete Epithelien, welche in einer rahmartigen Flüssigkeit suspendirt waren. Der Tumor, von Herrn Professor Mikulicz exstirpirt, war eine gänsseigrosse, einkammerige Cyste. Die mikroskopische Untersuchung (von Herrn Dr. Dembowski ausgeführt) ergab eine Auskleidung der Innenwand mit geschichtetem Plattenepithel. Im Uebrigen befanden sich in dem bindegewebigen Stroma zahlreiche Lymphgefässe und mächtige Lagen adenoiden Gewebes, welche stellenweise die halbe Dicke der Wand einnahmen. Das Bemerkenswerthe aber waren Lymphfollikel, welche einzeln oder in Gruppen und dem entsprechen 1/2 mm bis 1 1/2 mm hoch über die Cystenwand in den Innenraum hineinragten (Fig. 9). Dieselben waren zwar gegen die Umgebung nicht scharf abgegrenzt, standen aber mit den genannten Lagen adenoiden Gewebes nicht in Verbindung. In den Gruppen waren die einzelnen Knötchen nicht bis zum Niveau der Cystenwand gegenseitig abgegrenzt. Das Hervorspringen der Follikel war die Eigenthümlichkeit des Falles; sie konnte bei der makroskopischen Betrachtung zur Verwechselung mit ächter Papillenbildung führen, während die Aehnlichkeit zwischen diesen Bildungen und den Körnern der Pharyngitis granulosa die genetischen Beziehungen zwischen Kiemengangsgebilden und Pharynxwand illustrirten. — Der 2. Fall bot eine wallnussgrosse Cyste, welche von Herrn Collegen Will während des Wintersemesters 1886–1887 an einem Patienten der Poliklinik exstirpirt wurde: Dieselbe sass an der für die Restgebilde des 3. Kiemenganges charakteristischen Stelle des Halses, besass eine 1 1/2 mm dicke bindegewebige Wand, deren Innenfläche rothgrau und mit stecknadelkopfgrossen Wärzchen besetzt war. Das Epithel war ein geschichtetes Plattenepithel und hatte deutlich epidermoidalen Bau. Der Inhalt war eine etwas getrübte, schleimige Flüssigkeit, in der spärliche Plattenepithelien zu sehen waren. — Ferner hat Waldeyer seiner Zeit in der Untersuchung über die Eierstockstumoren einen hierhergehörigen Fall erwähnt: Das Dermoid lag im vorderen Mediastinalraum, hing durch einen Strang, der aus Schilddrüsengewebe bestand, mit der Gland. thyreoidea zusammen und empfing seine Gefässe aus den Vasa thyreoidea inf.Google Scholar
  5. 1).
    Der Hinweis Virchow's auf den Volkmann'schen Fall (gleichzeitiges Vorkommen von Naevus im Gesicht und Makrochilie) scheint mir anzudeuten, dass Virchow hauptsächlich ein selbständiges Nebeneinanderentstehen von Hämangiomen und Lymphangiomen annimmt.Google Scholar
  6. 1).
    Auch andere Autoren, nach Neumann, versäumen bei der Beschreibung endothelialer Neubildungen nicht, darauf hinzuweisen, dass wesentliche Kriterien des Endothels wiederzufinden waren: so Marchand (Beiträge zur Kenntniss der Ovarientumoren. Halle 1879): In einer cystisch-papillären Endothelgeschwulst mit hyaliner Degeneration, die ihren Sitz im Ovarium hatte, beschreibt er das Anfangsstadium der Neubildung in folgender Weise: „Die Spalträume sind zum Theil ausgekleidet mit einer einfachen dünnen Zellschicht, welche sich häufig als dünnes Blatt mit regelmässig angeordneten Kernen jedoch ohne erkennbare Zellgrenzen ablösen lässt und folglich nur als eine Endothelschicht aufgefasst werden kann.Google Scholar
  7. 2).
    Eine gewisse Aehnlichkeit hinsichtlich seiner Neigung zur Destruction besteht zwischen Eppinger's Cholesteatom und Volkmann's multiloculärem Cholesteatom der Kopfschwarte: letzteres bestand aus einer grösseren Zahl bis kirschgrosser Knollen, die wie Atherome aussahen und nur aus Cancroidperlen zusammengesetzt waren.Google Scholar
  8. 1).
    Mit Recht ist in letzter Zeit darauf hingewiesen worden, dass auch 2 von Langenbeck vor längerer Zeit (Lang. Arch. Bd. 1) mitgetheilte Fälle von Cancroid des Halses so gedeutet werden müssten.Google Scholar
  9. 1).
    Es wäre wohl zweckmässig, die unter dem Namen Endothelion und Angiosarcom beschriebenen Tumoren zu trennen: in Lymphendotheliom, Hämendotheliom, Peritheliom.Google Scholar

Copyright information

© Druck und Verlag von Georg Reimer 1888

Authors and Affiliations

  • E. O. Samter
    • 1
  1. 1.kgl. chirurgischen Universitätsklinik zu Königsberg i. Pr.Königsberg i. Pr.Deutschland

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