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Klinische Wochenschrift

, Volume 8, Issue 31, pp 1438–1444 | Cite as

Die Pharmakologischen Wirkungen des Percain, eines Neuen Lokalanaestheticums

  • Werner Lipschitz
  • Walther Laubender
Originalien

Zusammenfassung

  1. 1.

    Das Percain (Ciba) ist ein Lokalanaestheticum, das in Wasser oder Kochsalzlösung leicht löslich, hitzesterilisierbar und mit Adrenalin kombinierbar ist.

     
  2. 2.

    Seine lokalanästhetische Wirkung übertrifft die des Cocains um das Mehrfache: Am Froschischiadicus rund um das 3 fache, an den sensiblen Nervenenden der Froschpfote 10 fach, an der Kaninchencornea mindestens 100 fach. Die Wirkung steigt — stärker als beim Cocain — mit dempH der Lösungen an. Am isolierten Nerven zeigt sich ein ungleich längeres Haften der Wirkung als z. B. bei Cocain, Novocain und Alypin.

     
  3. 3.

    Mit der lokalanästhetischen Wirkung verbindet nach Froschversuchen das Percain eine vasoconstrictorische mäßigen Grades.

     
  4. 4.

    Auf den isolierten Muskel ohne Blutzirkulation wirkt es contracturerregend, an der Froschhaut in höheren Konzentrationen aufquellend.

     
  5. 5.

    Von der Froschpfote aus wird Percain in lokalanästhetisch wirkungsgleichen Konzentrationen weit langsamer resorbiert als Cocain und Novocain.

     
  6. 6.

    Die toxischen Wirkungen resorbierten Percains erstrecken sich zunächst auf das Herz, während die Atmung überlebt. Die Eliminationsgeschwindigkeit des Organismus gegenüber resorbiertem Mittel ist verhältnismäßig gering. Infolgedessen ist die erlaubte Grenzdosis scharf —im Gegensatz zum Cocain. Dosis letalis für das Kaninchen 3– 4 mg/kg (intravenös), 5–10 mg/kg (subcutan), für den Frosch 0,06mg/g (vom Lymphsack).

     

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1929

Authors and Affiliations

  • Werner Lipschitz
    • 1
  • Walther Laubender
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität Frankfurt a. M.Deutschland

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