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Klinische Wochenschrift

, Volume 42, Issue 14, pp 693–699 | Cite as

Vergleichende Untersuchungen mit enzymatischen Methoden an Vital- und Leichenblut im Hinblick auf die Todeszeit

  • H. J. Mallach
  • G. Laudahn
Originalien

Zusammenfassung

Mit den modernen enzymatischen Methoden wurden in Vital- und Leichenblut die Konzentrationen folgender Substrate und Coenzyme bestimmt: AMP, ADP, ATP, BTS, DAP, F-6-P, FDP, Glucose, GAP, G-6-P, KGS, MS, NAD, NADP und P∼BTS. ImSerum wurden die Konzentrationen von Harnstoff und anorganischen Phosphat sowie die Aktivitäten der alkalischen und sauren Phosphatase gemessen.

Fast alle Substratkonzentrationen und Enzymaktivitäten waren im Leichenblut erhöht, zeigten aber im allgemeinen keine Korrelation zum Leichenalter. Nach der Stellung der Substrate im Stoffwechsel kommt für die Konzentrationszunahme die gesteigerte Glykogenolyse unter Fortfall der Permeabilitätsschranken in den angrenzenden Geweben in Betracht.

Eine deutliche Korrelation zum Leichenalter zeigten lediglich AMP, ATP, G-6-P, F-6-P und Pa: Mit zunehmendem Leichenalter steigen die Konzentrationen von AMP, G-6-P, F-6-P und Pa an, während die ATP-Konzentration kontinuierlich abfällt.

Werden die auf Hämatokrit bezogenen Werte von AMP und ATP sowie die Meßwerte von Pa in die empirisch gefundene Formel\(\sqrt {\frac{{AMP \cdot Pa}}{{ATP}}}\) eingesetzt, so läßt sich das Leichenalter vom 1. bis zum 3. Tage nach dem Tode mit einer Streuung (s) von 8 Std, danach bis zum 5. Tage von 14–18 Std um den wahren Wert angeben.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1964

Authors and Affiliations

  • H. J. Mallach
    • 1
  • G. Laudahn
    • 1
  1. 1.Aus dem Institut für gerichtliche und soziale Medizin der Freien Universität Berlin und der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses Berlin-WilmersdorfGermany

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