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Beobachtungen über Lungenmycose beim Menschen

  • Paul Fürbringer
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Literatur

  1. 1).
    Die Nomenclatur in dieser Mittheilung ist der neuesten (4.) Auflage des Lehrbuchs der Botanik von Sachs entnommen. Verf. theilt die Thallophyten ein in Protophyten, Zygo-, Oo- und Carposporeen und rechnet zu ersteren u. A. die Schizomyceten (Bakterien, Sarcine und Gährungspilze), während die gewöhnlichen Schimmelpilze theils unter die Zygosporeen (nämlich Mücorineen und Piptocephaliden als Zygomyceten) theils unter die Ascomyceten eine Unterabtheilung der Carposporeen (nämlich Aspergillus als Eurotie und Penicillium als Tuberacee) fallen. Die “ächten Pilze” erschöpfen sich in den chlorophyllfreien Unterabtheilungen der Carposporeen, d. i. den Ascomyceten (inclus. Flechten) Aecidio- und Basidiomyceten.Google Scholar
  2. 2).
    Dieselbe findet sich, wie ich der Literatur-Zusammenstellung von Virchow (Dieses Archiv Bd. IX, S. 561) entnehme, bei Sluyter (De vegetabilibus organismi animalis parasitis ac de novo epiphyto in pityriasi versiçolore obvio. Diss. inaug. Berol.) und ist von Baum, Litzmann und Eichstedt gemacht worden. Ausserdem zählt Virchow noch einige Beobachtungen aus den Jahren 1842 und 1845 von Benett, Rayer und Remak auf, deren Beschreibung so mangelhaft, dass ein Schluss auf die Pilzart unmöglich ist. Dasselbe gilt von einem Fall von Gairdner aus dem Jahre 1853. Alle diese Angaben betreffen das Vorkommen von Pilzfäden in der Lunge und auf der Pleura bei chronischer Pneumonie und Pneumothorax.Google Scholar
  3. 3).
    “Die in und an dem Körper des lebenden Menschen vorkommenden Parasiten” Leipzig 1855, II. Abthlg. S. 144.Google Scholar
  4. 1).
    Nach Angaben von v. Dusch und Pagenstecher (Dieses Archiv XI, S. 565) wurde die Pilzentwickelung in diesem Falle “nicht in ulcerirten krebsigen Stellen der Lunge, sondern in einem von mehreren metastatischen, in Zerfall begriffenen Heerden in der rechten Lunge gefunden, welche neben secundärem Lungenkrebs bestanden und bei welchen der eigenthümliche Brandgeruch fehlte”.Google Scholar
  5. 2).
    Dieses Archiv Bd. IX. (1856) S. 556.Google Scholar
  6. 3).
    Froriep's N. Notizen No. 825.Google Scholar
  7. 4).
    Fall von Pneumonomycosis apergillina. Dieses Archiv X. (1856) S. 510.Google Scholar
  8. 5).
    Fall von Pneumonomycosis (Aspergillus pulmonum hominis). Dieses Archiv. XI. (1857) S. 561.Google Scholar
  9. 6).
    Dieses Archiv XXXIII. (1865) S. 157.Google Scholar
  10. 1).
    Ueber putride Sputa nebst Bemerkungen über Lungenbrand und putride Bronchitis. Dieses Archiv für klin. Med. II. (1866) S. 488.Google Scholar
  11. 2).
    Zur putriden Bronchitis. Berlin. Kl. Wochenschr. 1867. No. 1.Google Scholar
  12. 3).
    Jahresbericht von Virchow und Hirsch. 1867. No. 1.Google Scholar
  13. 4).
    Vielleicht gehört hierher noch ein von Orth beschriebener Fall von “Mycosis septica bei einem Neugebornen” (Archiv der Heilkunde XIII. (1872) S. 265). Indess lässt sich aus der Beschreibung nicht entscheiden, ob hier neben den “Mikrococcen” andere nicht zur Gruppe der Bakterlen gehörige pflanzliche Parasiten (Verf. spricht von “Mycothrixketten” in Blut und “Pilzrasenbildung” in den Lungen) bestanden haben. Aehnliches gilt von einer Bemerkung Buhl's (“Lungenentzündung, Tuberculose und Schwindsucht” 2. Brief (1872) S. 18), nach welcher nicht so selten in den späteren Stadien des Typhus im Bereich der Bronchien und des Lungenparenchyms kleine Heerde mit “Zoogloëamassen, terminal erwachsenden Fäden und wirklichen Pilzen” entstehen sollen.Google Scholar
  14. 1).
    Deutsches Archiv für klin. Medicin. XVI. Band, S. 499–526.Google Scholar
  15. 2).
    Dass eine relativ kurze Zeit nach der Section genügt, um solchen Lungenmycosenpräparaten, deren Vegetationsfähigkeit man nicht aufgehoben, einen den intra vitam bestehenden Verhältnissen fremden Charakter zu verleihen, zeigt folgende Beobachtung: Fragmente des erwähnten Brandheerdes waren, direct der Leiche entnommen, in ein mangelhaft verschlossenes Gefäss eingebracht und sich selbst überlassen worden. Bereits am nächsten Tage liessen sich im Bereich derselben ausgedehnte anscheinend aus den reifen Sporen bervorgegangene Mycelbildungen nachweisen, die sich von dem am Alcoholpräparat beobachteten in vielen Beziehungen unterschieden, indess später einen gleichen Fruchtstand producirten. Nach wenigen Tagen zeigte sich das Präparat fast allseitig von weissem und grauem Schimmel überwuchert, und es gelang, eine Menge ganz fremdartiger Elemente nachzuweisen, die grössentheils Zygomyceten (Mucor, Thamnidium, Chaetocladium) angehörten; weitere wenige Tage reichten hin, um an einzelnen Stellen grüne Aspergillusstände hervortreten zu lassen etc. Nach mehreren Wochen zeigte sich Alles von schmutziggrüner Penicilliumkruste überzogen. Charakteristische Elemente des ursprünglichen schwarzen Aspergillus liessen sich jetzt mit Bestimmtheit nicht mehr nachweisen.Google Scholar
  16. 1).
    Es scheint als ob Küchenmeister (a. a. O.) Dass eine relativ kurze zeit nach der Section genügt, um solchen Lungenmycosenpräparaten, deren Vegetationsfähigkeit man nicht aufgehoben, einen den intra vitam bestehenden Verhältnissen fremden Charakter zu verleihen, zeigt folgende Beobachtung: Fragmente des erwähnten Brandheerdes waren, direct der Leiche entnommen, in ein mangelhaft verschlossenes Gefäss eingebracht und sich selbst überlassen worden. Bereits am nächsten Tage liessen sich im Bereich derselben ausgedehnte anscheinend aus den reifen Sporen bervorgegangene Mycelbildungen nachweisen, die sich von dem am Alcoholpräparat beobachteten in vielen Beziehungen unterschieden, indess später einen gleichen Fruchtstand producirten. Nach wenigen Tagen zeigte sich das Präparat fast allseitig von weissem und grauem Schimmel überwuchert, und es gelang, eine Menge ganz fremdartiger Elemente nachzuweisen, die grössentheils Zygomyceten (Mucor, Thamnidium, Chaetocladium) angehörten; weitere wenige Tage reichten hin, um an einzelnen Stellen grüne Aspergillusstände hervortreten zu lassen etc. Nach mehreren Wochen zeigte sich Alles von schmutziggrüner Penicilliumkruste überzogen. Charakteristische Elemente des ursprünglichen schwarzen Aspergillus liessen sich jetzt mit Bestimmtheit nicht mehr nachweisen. der einen Conidienträger direct aus einer soliden Unterlage entspringen lässt, einer ähnlichen Beschaffeenheit des Mycels begegnet sei und dasselbe als fremden Körper abgebildet, um so mehr, als selbst die mikroskopische Untersuchung eines solchen Mycelschnittes unter Umständen die Bestandtheile desselben nicht aufdeckt (s. u.), Virchow spricht von einer “derben, bald membranösen, bald mehr massenhaften schmutzigweissen, gelben, braunen, schwärzlichen Unterlage”, die er “gewöhnlich unter dem Wurzellager” gefunden. Da Verf. nirgends erwähnt, dass diese Unterlage der Lunge angehörte, so ist wohl die Vermuthung gerechtfertigt, dass dieselbe vielleicht auch ein derart solidificirtes Mycelgeflecht repräsentirte.Google Scholar
  17. 1).
    Zur Anfertigung solcher eignete sich in vorzüglicher Weise Einbettung des Präparats in die Bunge'sche Talgeiweissmasse.Google Scholar
  18. 1).
    und zwar unter Negation einer Querwandbildung; letztere konnte indess an einigen Examplaren auf das Bestimmteste durch Anwendung stärkerer Systeme und geeignete Lagerung des Präparats ermittelt werden (Fig. 6 h).Google Scholar
  19. 2).
    von den früheren Autoren als „Basidien” bezeichnet, während man zur Zeit unter Basidien die Endanschwellung der Conidienträger versteht.Google Scholar
  20. 3).
    v. Dusch und Pagenstecher. schliessen aus der Abplattung der Hyphen im Bereich von Knickungen und Umbiegungen auf eine „platte bandförmige Gestalt der Stiele”.Google Scholar
  21. 1).
    Abhandlungen der Senckenberg'schen Gesellschaft. Bd. VII., Taf. VII, 21.Google Scholar
  22. 2).
    Zeitschrift für Parasitenkunde. Bd. II., Taf. V, 15.Google Scholar
  23. 3).
    l. c. Zeitschrift für Parasitenkunde. Bd. II., Taf. 1854, XXV.Google Scholar
  24. 1).
    Eine besondere reiche Ausbeute an solchen Bildern gewann man bei Untersuchung der dunkelsten Rasen, nachdem man sie vom Mycel befreit und im Reagenzglase mit Alkohol geschüttelt. Fast sämmtliche Conidien wurden hierdurch vom Fruchtkopfe getrennt; die Sterigmen blieben selbstverständlich als Ausstülpungen der Wand in ihrer ursprünglichen Lage.Google Scholar
  25. 1).
    Einigermaassen diesem Verhalten entsprechende Bilder giebt Virchow von einem Nagelpilz (l. c. S. 585, Taf. IV, 5). Dass es sich hier sehr wohl um eine einfache Bildungsanomalie handeln kann, erhellt aus de Bary's Angaben in der erwähnten Monographie von Eurotium; Verf. beschreibt und bildet von Eurotium Aspergillus glaucus diesen Zustand als Zwischenform zwischen Conidienträger und Luftmycelfaden ab. (l. c. Eine besondere reiche Ausbeute an solchen Bildern gewann man bei Untersuchung der dunkelsten Rasen, nachdem man sie vom Mycel befreit und im Reagenzglase mit Alkohol geschüttelt. Fast sämmtliche Conidien wurden hierdurch vom Fruchtkopfe getrennt; die Sterigmen blieben selbstverständlich als Ausstülpungen der Wand in ihrer ursprünglichen Lage. S. 364. Taf. VIII, 19).Google Scholar
  26. 2).
    Eine dasselbe Verhältniss repräsentirende Abbildung finde ich in Hallier's Parasitenkunde auf Taf. V. (18) des 2. Bandes.Google Scholar
  27. 3).
    ähnlich, wie dies Robin von “Aspergillus nigrescens” erwähnt und abbildet (Histoire naturelle des végétaux parasites etc. Paris 1853, p. 522, Pl. V, Fig. 2.).Google Scholar
  28. 1).
    Rosolsäure (Acid, rosolicum) löst sich in Alcohol mit gelbrother bis brauner Farbe, die durch Zusatz von Alkalihydrat in ein schönes Purpurroth bis Blauviolett übergeführt werden kann. Den Farbstoff zu fixiren gelang nur unvollständig.Google Scholar
  29. 1).
    Virchow stellt, die Identität seines Pilzes mit Aspergill. glaucus, candidus, dubius, nigrescens Robin ausschliessend, ersteren in die nächste Nähe von Aspergill. mucoroides (Corda). Die Färbung der Conidienträger und Fruchtköpfe derselben (Stipites primum albi, dein luridi, capitulum cano-viride) sowie die Form der Conidien (spori ovati) verbietet die Annahme einer Identität dieses mit dem unsrigen.Google Scholar
  30. 2).
    Robin beurtheilt die Sterigmen fälschlicherweise als Conidien.Google Scholar
  31. 1).
    Mit diesem soll nach Angaben von Steudener („Zwei neue Ohrpilze”) im V. Bande des Archivs für Ohrenheilkunde (S. 163) Aspergill. fumigat. Fresen., Aspergill. nigrescens Robin und Aspergill. nigricans Wreden identisch sein. Sicher ist aber Aspergill. fumigat. Fres. (s. Eurotium fumigat. de Bary) eine selbständige Art, die sich vor Aspergill. niger v. Tieghem schon durch die doppelt so kleinen grünen Sporen auszeichnet. Ob der Robin'sche und Wreden'sche Pilz mit Asp. niger identisch, steht jedenfalls dabin (s. de. Barys „Eurotium” l. c. p. 381, 382 ausserdem die v. Tieghem'sche Abhandlung, S. 243). Bezold beschreibt in dem genannten Bande desselben Archivs für Ohrenheilkunde (S. 197) einen Aspergill., dessen Fruchtköpfe denen unseres Pilzes bezüglich der Gestaltung und Pigmentirung auffallend ähnlich gewesen sein müssen.Google Scholar
  32. 2).
    „Mycelii superficialis hyphae densissime caespitosae, saepe in membranam densam contextae, pleraeque tenues. Stipites conidiferi creberrimi, mycelii hyphis multo crassiores, membrana valde incrassata, firma, achroa v. tandem fuscescente munita. Capitula conidiorum ideoque caespites conidiferi fuscoatra. Conidia singula globosa, raro ovalia, parvae (diam. 0,004–0,0056 raro 0,007) episporium laeve vel minutissime verruculosum, aquae immersum microscopio visum laete fusco-subviolaceum. — Perithecia ignota. — Habitat ad corpora organica putrescentia.” Die am Grunde knieförmig gebogenen Conidienträger, wie sie v. Tieghem beschreibt und auch hier erwähnt worden sind (s. o.) beurtheilt de Bary als keine der vorliegenden Species eigene Erscheinung. „Nur fällt die Sache hier mehr auf, weil das zum Conidienträger auswachsende Glied des Mycelfadens viel dicker und derbwandiger wird, als die angrenzenden, sich also von diesen auffallend abhebt, während dies bei den anderen Arten nicht der Fall ist” (s. o. im Text). —Google Scholar
  33. 1).
    Bekanntlich repräsentirt eine der gewöhnlichsten Schimmelbildungen auf eingemachten Früchten einen fructificirenden Aspergill. glaucus.Google Scholar
  34. 1).
    Auf den Abbildungen sind die inneren Contouren meist weggelassen.Google Scholar
  35. 2).
    Botanische Untersuchungen über Schimmelpilze I, Leipzig 1872.Google Scholar
  36. 1).
    Nur an ganz vereinzelten Präparaten gelang es mir, kurze Nadeln in der Nachbarschaft von Sporangien zu entdecken. Ich kann von denselben nur angeben, dass sie in Essigsäure und Ammoniak unlöslich waren, dagegen Salzund Schwefelsäure keinen Widerstand leisteten, ohne dass es glückte, Substitutionsproducte, namentlich die charakterischen Gipsnadeln wahrzunehmen.Google Scholar
  37. 1).
    Einigen wenigen eigenthümlich gestalteten Mycelästen sah ich anscheinend kugelige, doppelt contourirte Gebilde anhaften (Fig. 13 a), die lebhaft an die sich abschnürenden Macroconidien Hallier's, in Sonderheit an die auf Taf. IV. des 1. Bandes seiner Zeitschrift für Parasitenkunde in Fig. 40 und 45 gegebenen Abbildungen erinnerten. Indess wies eine genauere Besichtigung der fraglichen Gebilde unter lageveränderung des Objects nach, dass hier weiter Nichts, als kurze zum Theil umschriebene verjüngte Aeste vorlagen, die in der Längsaxe betrachtet zum Theil isolirte runde Körper vortäuschten.Google Scholar
  38. 1).
    Beiläufig sei hier bemerkt, dass Brefeld die Mucorinen in die Gattungen Mucor (ganz zerfliessliche Sporangienmembran) und Pilobolus (cuticularisirte Membran, die am Ansatz quillt) scheidet. Erstere umfasst wieder 2 Hauptabtheilungen, von denen die erste sich durch unverzweigte, die zweite durch verzweigte Fruchtträger auszeichnet. Jene endlich zerfällt wieder in 2 Gruppen, deren eine lange Träger und viel Quellmasse (hierzu gehört Mucor Mucedo), deren andere kurze Träger und wenig Quellmasse aufweist.Google Scholar
  39. 1).
    Annales des sciences naturelles. 6. Serie. Tome I. Paris 1875.Google Scholar
  40. 1).
    Die Fälle von Pneumomycosis sarcinica (Virchow, Cohnheim), sowie die anderen Beobachtungen von Schizomycetenentwickelung in der menschlichen Lunge (Leyden und Jaffé, Rosenstein, Slawjanski) sind hierbei, als Schimmelpilze im engern Sinne nicht betreffend, nicht mit betrachtet. Nach der zur Zeit geltenden Systematik dürften diese Fälle der Pneumomycosis bacterica, einer ungemein häufigen Affection, die ich hier durchaus ausser Acht gelassen, näher stehen, als der eigentlichen nicht putriden Lungenverschimmlung im Sinne Virchow's. Zum Vergleich sind also nur die Beobachtungen von Pneumomyc. aspergillin. und mucorin. (Sluyter, Hasse und Welcker, Virchow, Friedreich, v. Dusch und Pagenstecher, Cohnheim, Verfasser) herangezogen.Google Scholar
  41. 1).
    Selbst für die Bronchomycose (Virchow) dürfte eine Veränderung der Schleimhaut nicht ausgeschlossen werden: Verf. stellt nur bedeutendere Anomalien in Abrede.Google Scholar
  42. 2).
    und zwar in häufiger Combination mit chronisch-pneumonischen Veränderungen.Google Scholar
  43. 3).
    Siehe das Literaturverzeichniss.Google Scholar
  44. 4).
    Ich kann nicht umhin, hier kurz zweier Beobachtungen zu gedenken, die hiermit im Einklang stehen. Ein auf hiesiger Abtheilung an Typhus zu Grunde gegangener Bronchiectatiker wies in den beiden Lungen neben zahlreichen Bronchiectasien vereinzelte hämorrhagisch infiltrirte Heerde mit centraler brandiger Erweichung auf, die sich beim ersten Anblick in Nichts von den genannten Mycosenheerden unterschieden. Allein ihr Inhalt stank, gleich jenem der Bronchialerweiterungen. Die genaueste Durchmusterung sämmtlicher Heerde liess keine Spur von Schimmelpilzen, wohl aber äusserst zahlreiche Bakterien nachweisen. — Der zweite Fall ist mir aus meiner Assistentur am pathologisch-anatomischen Institut zu Jena erinnerlich. Bei der Section einer an Apoplexie zu Grunde gegangenen alten Frau fand ich in einer der beiden Lungen einen ziemlich voluminösen Brandheerd ohne jeden übeln Geruch. Damals war ich noch nicht über das Vorkommen von Lungenverschimmlung orientirt und versäumte deshalb, den Heerd einer mikroskopischen Untersuchung zu unterwerfen. Ich zweifle nicht, dass sich hier Schimmelpilze gefunden hätten, um so weniger, als mir die Aehnlichkeit des Befundes mit den Veränderungen in der Lunge des Diabetikers (Anordnung in knolligen Rasen etc.) wohl in Erinnerung geblieben.Google Scholar
  45. 1).
    Ich setze dies auch für unsere drei Fälle voraus aus Gründen, die ich im Text (s. o.) entwickelt, trotzdem es bei keinem Fall gelungen, mit Sicherheit einen Embolus zu finden. Eine eingehendere Nachforschung nach der Gegenwart von Thromben hat aufgegeben werden müssen.Google Scholar
  46. 2).
    In den 3 anderen Fällen bestand neben der Lungenaffection (Lungenbrand [Sluyter und Virchow] und chronischem Bronchialkatarrh mit secundärer Pneumonie [Virchow]) keine bestimmtere Erkrankung.Google Scholar
  47. 1).
    S. den 1. Fall von Virchow (l. c. In den 3 anderen Fällen bestand neben der Lungenaffection (Lungenbrand [Sluyter und Virchow] und chronischem Bronchialkatarrh mit secundärer Pneumonie [Virchow]) keine bestimmtere Erkrankung. S. 571 und Taf. IV, 1). Dieser Fall nähert sich unserem ersten in vieler Beziehung.Google Scholar
  48. 2).
    Ich zweifle nicht daran, dass die Affection ungleich häufiger vertreten ist, als die Literatur (binnen 20 Jahren nur 20 Fälle beobachtet) aufweist, um so weniger, als auf hiesiger Station während circa 3 Monate 3 Fälle zur Beobachtung kamen.Google Scholar
  49. 1).
    d. h. die Entwickelung von Zygosporeen und Ascomyceten (s. d. 1. Anmerkung dieser Abhandlung).Google Scholar
  50. 2).
    Damit soll keineswegs gesagt sein, dass diese sich in geruchlosen nekrotischen Heerden nicht finden. Cohnheim beobachtete die Sarcine im Bereich eines Brandheerdes, der keinerlei übeln Geruch darbot.Google Scholar
  51. 1).
    d. h. mit Einschluss der durch die Entwickelung von Sarcine, Leptothrix und Oïdium (Virchow, Cohnheim, Leyden und Jaffé, Rosenstein, Slawjanski) bedingten Mycosen.Google Scholar
  52. 2).
    Wie ihn Hallier cultivirt. Es sei mir hier folgende Bemerkung gestattet: Herr Prof. Hallier in Jena, an den ich mich bei Beginn meiner Untersuchungen mit der Anfrage wandte, ob ich event. die von ihm vertretene Nomenclatur der pflanzlichen Parasiten mit Vortheil benutzen könnte, hatte mir in einer freundlichst übermittelten brieflichen Mittheilung davon abgerathen. Seitdem habe ich mich in den Pilzschriften des Autors (namentlich seiner Zeitschrift der Parasitenkunde) näher zu orientiren gesucht, konnte mich indess später, nach dem Studium der Elaborate anderer Mycologen, zum Theil auf Grund der durch mehrfache eigene (nach Brefeld's Vorschriften angestellte) Pilzculturen gewonnenen Erfahrungen nicht mehr zur Lehre Hallier's bekennen. Demungeachtet fühle ich mich veranlasst, einige kurze Schlussbetrachtungen im Sinne seiner Theorie anzustellen, da die in der de Bary-Hallier'schen Polemik ventilirten Streitfragen meines Wissens noch nicht endgültig entschieden sind, ein Grund, den auch Herr Prof. Hallier als sein Abrathen bedingendes Moment mir gegenüber geltend machte.Google Scholar
  53. 1).
    Archiv f. mikroskop. Anatomie, II. Bd. S. 67.Google Scholar

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© Druck und Verlag von Georg Reimer 1876

Authors and Affiliations

  • Paul Fürbringer
    • 1
  1. 1.Heidelberg

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