Nachweis und Bestimmung des Atropins im Rauche von Stramonium-Zigaretten

  • Juan de Dios Fernandez
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Zusammenfassung

In dem Rauche von aus Stechapfelblättern selbst hergestellten Zigaretten konnte sowohl auf chemischem (Reaktionen von Vitali und Arnold) wie pharmakologischem Wege (Reaktion am Katzenauge und an der durch Pilokarpin kontrahierten Bronchialmuskulatur des Rindes) Atropin nachgewiesen werden.

Die quantitative pharmakologische Bestimmung des Atropins, ausgeführt am mit Azetylcholin stillgestellten Froschherzen und am durch Azetylcholin gesenkten Blutdruck der Katze, ergab in den weitgehend gereinigten Rauchrückständen für den Rauch aus 1 g Blättern, die etwa 3 mg Alkaloid enthielten, nur 0,1 mg Atropin. Die wirkliche Atropinmenge im Rauch ist sicherlich bedeutend höher, da reichlich Alkaloid bei der Reinigung durch die Alkalieinwirkung zerstört wird.

Das in den Stechapfelblättern fast ausschließlich enthaltene 1-Hyoscyamin wird durch die stark alkalische Reaktion des Rauches als Base frei gemacht, dabei zu Atropin razemisiert und durch Hydrolyse zum Teil zu den unwirksamen Spaltprodukten Tropin und Tropasäure verseift.

Die vorliegende Arbeit wurde mit Unterstützung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität zu Bonn ausgeführt.

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1928

Authors and Affiliations

  • Juan de Dios Fernandez
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität BonnBonnDeutschland

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