Über erregende und analeptische Eigenschaften des Methylimidazols nebst Vergleich mit der Wirkung von Cardiazol und Coramin

  • Fr. Axmacher
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es konnte an Kaninchen gezeigt werden, daß Methylimidazol in bestimmten Gaben erregend auf gewisse Körperstell- und Labyrinthreflexe, ferner auch solche seitens des Rückenmarks wirkt, darüber hinaus treten Krämpfe teils “klonischer”, teils tonischer Art auf. Eigentümlich für den Krampfverlauf sind Anfälle von Opisthotonus.

     
  2. 2.

    In zeitlichem Zusammenhang mit den Krämpfen treten Lähmungen der Körperstell- und Labyrinthreflexe auf, kenntlich an der Einnahme abnormer Stellungen.

     
  3. 3.

    Die mittlere krampfmachende Dosis bei intramuskulärer Verabreichung liegt etwa bei 45 mg Methylimidazol/kg, die mittlere letale Dosis etwa bei 75 mg/kg.

     
  4. 4.

    Die mit 1,0g Urethan/kg hervorgerufene Narkose kann durch Methylimidazol erheblich abgeschwächt werden, daneben tritt eine langanhaltende Steigerung der Atemfrequenz auf. Im Gegensatz zur Abschwächung der Narkosetiefe wird die Narkosedauer sehr stark verlängert.

     
  5. 5.

    Die mit 0,18 bzw. 0,24 g Veronal/kg hervorgerufene Narkose wird in ihrem Gesamtbild kaum wesentlich abgeschwächt, obwohl Methylimidazol einzelne Reflexe deutlich verbessert. Eine Verlängerung der Narkosedauer fehlt, die Atemfrequenzsteigerung ist wenig ausgeprägt.

     
  6. 6.

    Sowohl bei der Urethan- als auch der Veronalnarkose ist die krampfmachende und letale Dosis heraufgesetzt.

     
  7. 7.

    Die Untersuchung der Cardiazol- und Coraminwirkung wurde vergleichsweise durchgeführt mit dem Ergebnis, daß in der gewählten Versuchsanordnung das Methylimidazol dem Coramin im pharmakologischen Verhalten nähersteht als dem Cardiazol, obwohl in chemischer Hinsicht Verwandtschaft zum letzteren besteht.

     
  8. 8.

    Es wird darauf hingewiesen, daß Methylimidazol sich von den bekannten analeptisch wirksamen Mitteln dadurch unterscheidet, daß es ausgesprochen polaren Charakter besitzt; manche Wirkungseigentümlichkeiten dürften dadurch erklärt werden können.

     

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Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1936

Authors and Affiliations

  • Fr. Axmacher
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Medizinischen Akademie DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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